phenomenelle

informelle

LITFEST homochrom

phenomenelle des Tages: Claudette Colbert

Claudette Colbert (13.9.1903–30.8.1996)

Über 2 Jahrzehnte gehört sie zu den ganz großen Namen der Traumfabrik. 4 Jahre lang von 1938–1942 ist sie sogar der höchstbezahlte weibliche Star in Hollywood. Die Oscarpreisträgerin beherrscht das komische Fach, für das sie vor allem bekannt ist, ebenso wie das Drama. 1999 wählt das American Film Institute Colbert auf Platz 12 der größten weiblichen Hollywood Legenden.

Geboren als Émily Chauchoin in einem Pariser Vorort wandert sie mit ihren Eltern 1906 in die USA aus. Viele Jahre lebt die Familie im 5. Stock eines Hauses auf der 53. Straße. Später wird sie „ihre schönen Beine“ darauf zurückführen, täglich die vielen Treppen hinauf gelaufen zu sein. Schon als Kind will Colbert Künstlerin werden. Nach dem Schulabschluss studiert sie auf eigene Kosten Modedesign. Um das Studium zu bezahlen, arbeitet sie als Verkäuferin in einer Boutique. Dann lernt sie die Theaterautorin Anne Morrison kennen und bekommt ihre erste kleine Rolle am Broadway. Sie beschließt, Schauspielerin zu werden. Aus Émilie Chauchoin wird Claudette Colbert.

Und dann kommt der Film …

Obwohl sie sowohl Englisch wie auch Französisch fließend beherrscht, muss sie anfangs befürchten, nur Rollen als französisches Dienstmädchen zu bekommen. Sie besteht deshalb darauf, ihren Nachnamen möglichst amerikanisch auszusprechen. Aus kleinen Rollen werden große. Bald meldet sich auch Hollywood. Die ersten Filme dreht sie noch in New York. Es dauert eine Weile, bis sie sich mit dem Medium anfreundet. Bald stellt sich auch hier der Erfolg ein. Spätestens 1934 mit It happend one night steigt Colbert endgültig in den Olymp des Filmbusiness auf. Für die Capra-Komödie wird sie mit dem Oscar ausgezeichnet.

Colbert dreht Hit auf Hit. Ab Ende der 40er spielt sie auch im noch jungen Fernsehen. Erst in den 50er Jahren wird es ruhiger um sie. Politisch gesehen, ist sie stramme Republikanerin. Zu ihren engen Freunden gehören der Schauspielkollege und spätere Präsident Ronald Reagan sowie seine Frau Nancy. Die lesbische Gerüchteküche rechnet Colbert zumindest zeitweise dem berühmt berüchtigten „Nähkreis“ zu, einem Zirkel lesbischer und bisexueller Frauen – allesamt mehr oder weniger berühmt. Angeblich verbindet Colbert und Marlene Dietrich eine Affäre.

Foto: Wikipedia.org, Screenshot Trailer The Secret Heart

Weitere Quellen und Links

Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige


Anzeige LITfest homochrom 06.–08.08.2021

visuelle

  • Fernsehinfos vom 18.06. bis zum 01.07.2022
  • Fernsehinfos vom 04. bis zum 17. Juni 2022
  • Buchtipp: Daniela Schenk: Mein Herz ist wie das Meer
  • Buchtipp: Elke Weigel – „Wind der Freiheit“
  • Buchtipp: „Riss in der Zeit“ von Ahima Beerlage
  • Filmtipp zum 75. Geburtstag von Ilse Kokula
  • Ilka Bessin: Abgeschminkt – Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede
  • Interview und Verlosung zu 25 Jahre „Krug & Schadenberg“
  • Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman
  • CD-Review: LAING sind zurück mit neuem Album
  • Interview: „Diversity muss von der Führung kommen“
  • 5 Serien für Fans starker TV-Charaktere …
  • „Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“
  • Buchrezi: „Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte“
  • Rückblick auf die NorthLichter
  • DVD-Rezi: „Call My Agent“ – Staffel 2
  • Berlin: Etwas andere Pride Parade am 23. Juni 2018 …
  • Buchrezi: Carolin Hagebölling „Ein anderer Morgen“
  • Ausstellungseröffnung „Lesbisches Sehen“ im Schwulen Museum Berlin
  • „The Einstein of Sex“ – Stück über Magnus Hirschfeld
  • „Here come the aliens“ – Das neue Album von Kim Wilde
  • Album-Review: Lisa Stansfield „Deeper“
  • Theater X: Deutschlands vergessene Kolonialzeit
  • Berührend humorvoll: die Serie „Call My Agent“ – mit lesbischer Hauptfigur