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„Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“

Von Gastautorin | Am 22. August 2018
Kategorien: Featured, Film, kulturelle | Mit 0 Kommentaren

Still aus dem Film "Silvana" © Mantaray-Film

Fotocredit: © Mantaray-Film

Dokumentarfilm über die schwedische Rap-Ikone

Filmpoter Dokumentarfilm "Silvan" © Mantaray-Film

Fotocredit: © Mantaray-Film

Rapperin, Feministin, Lesbe – diese und andere Labels hört die schwedische Musikerin Silvana Imam häufig. Aber sie passt in keine Schublade und will es auch nicht – das wird gleich zu Beginn klar, im Dokumentarfilm  „Silvana“. Das Biopic aus fast ausschließlich weiblicher Hand, beginnt im Jahr 2014. Da ist Imam 26 und der musikalische Erfolg nimmt schnell Fahrt auf. Ihre Texte sind eindeutig: „Danke Gott, dass ich homo bin!“, „Du hast ‘nen dünnen Schwanz, küss doch dein dummes Hakenkreuz“ und „Wenn du mich siehst, sieh‘ dich selbst“ sprechen eine klare Sprache. Und das macht sie ganz bewusst – auch in einem Schweden, in dem rechte Parolen wieder salonfähig werden, entsprechende Parteien und Bewegungen Aufwind erfahren.

Intime Einblicke und klare Positionierung

Auf Bildern sehen wir Silvana als 4jährige, eine Einwanderin. Die Mutter stammt aus Litauen, der Vater hat syrische Wurzeln. Silvana trägt das Haar kurz und ist überhaupt nicht ganz, was die Nachbarn erwarten. Doch sie geht ihren Weg, studiert Psychologie und beginnt früh mit der Musik. Über drei Jahre begleitet die Filmkamera die Rapperin und die Zuschauer*Innen sehen viel. Auch, wie ihr der Erfolg zu schaffen macht, sie zu einer Pause zwingt. Und ihre recht öffentliche Liebesbeziehung zu einem weiteren schwedischen Popstar, Beatrice Eli. Es ist schon süß zu sehen, wie eine Rap-Ikone sich nicht traut, die Angebetete anzusprechen. Und dass Stärke nicht immer Härte bedeutet.

Was kann Musik politisch bewirken?

Still aus dem Film "Silvana" © Pierre Björk

Fotocredit: © Pierre Björk

Guter Rap gemischt mit HipHop und politischen Statements, die eine ganze Generation inspirieren. Das ist die Kunst von Silvana, belegt durch viele Szenen im Film. „So etwas gab es bisher nicht in Schweden“, so ein Fan. Als Vorbild regt Silvana auch das ein oder andere Coming out an. Ein anderes Mal begibt sie sich auch mal mit Megaphon auf die Straßen mit ihren Aussagen. Sie ist das Anti-Klischee und will das Spiel nicht mitspielen, jede*r gegen jede*n, wenn von oben getreten wird. „Sie wollten Krieg, ich halte eine Friedensrede“ ist Silvanas Antwort darauf. Sie sagt auch: „Stille ist grausam“. Doch sie bricht diese Stille. Spricht die Dinge beim Namen an. Zeigt alternative Wege auf und verbiegt sich dabei nicht. Silvana bleibt sich selbst scheinbar treu.

Filmtipp mit Gänsehautfeeling

Der Dokumentarfilm von Mantaray Film zeichnet das inspirierende Bild einer jungen Frau, die ihren Weg geht und sich traut, ihre Meinung klar zu vertreten. Gänsehautmomente inklusive machen „Silvana“ definitiv sehenswert, egal ob als Rap-Fan oder nicht. Denn der Film animiert alle zum Kämpfen und Aufstehen, die den Status quo nicht einfach hinnehmen möchten.

Ab 23. August 2018 ist „Silvana“ in den Kinos hierzulande zu sehen.

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Trailer:

Filmtitel: SILVANA,
Schweden 2017,
Spielzeit: 91 Min.
Kinostart Deutschland: 23.08.2018
Produktion: Mantarey Film

 

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