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phenomenelle des Tages: Charlotte Bunch

Charlotte Bunch (geb. 13.10.1944)

Auch nach mehr als 40 Jahren Aktivismus brennt die Aktivistin, Buchautorin und Professorin für die Sache: Frauen eine Stimme zu verleihen, ihnen Führungsqualitäten zu vermitteln und Gewalt gegen Frauen ein Ende zu bereiten. Auf internationalem Parkett geht an ihr kaum ein Weg vorbei. Viele sehen Bunch als treibende Kraft hinter Hillary Clintons bahnbrechender Rede auf der Frauenkonferenz in Peking 1995. Die damalige First Lady der USA prägt dort den Satz: „Frauenrechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind Frauenrechte.“

Während ihres Geschichts- und Politikstudiums an der Duke University steigt Bunch in den 60er Jahren in die Bürgerrechts- und Anti-Kriegsbewegung ein. In einer christlichen Jugendgruppe lernt sie organisieren und Menschen zu bewegen. Sie will die Welt verändern. Doch sie macht auch eine einschneidende Erfahrung, die sie mit den anderen Frauen teilt: In den Diskussionsrunden, den Komitees, den Sitzungen für Bürgerrechte und gegen den Krieg sitzt der Sexismus tief. Die Männer reden, was die Frauen sagen, zählt nicht. Oftmals wird eine Idee erst gut, wenn ein Mann sie wiederholt und als seine ausgibt. 1968 gründet Bunch mit anderen Frauen die erste Gruppe frauenbewegter Frauen in Washington.

Die femistisch-lesbische Aktvistin

Bunch heiratet, einen wirklich netten Mann, wie sie später sagt. Dann tritt Rita Mae Brown in ihr Leben und verändert alles. Gemeinsam gründen sie die erste lesbisch-feministische Gruppe in den USA The Furies. Eine Zeitung entsteht und regelmäßige Diskussionsrunden. Als Lesbe erfährt sie zum ersten Mal, was es heißt, tatsächlich ausgegrenzt zu werden und nicht privilegiert zu sein als weiße Mittelstandsfrau. Besonders zu Beginn tut sich auch die Frauenbewegung schwer mit den Frauen liebenden Schwestern. Zur gleichen Zeit lernt Bunch ihre Lebensgefährtin kennen, die zu dieser Zeit noch hetero ist, es aber nicht bleibt soll …

Bunch nutzt jede Gelegenheit, die Welt zu bereisen und das Leben der Frauen vor Ort kennenzulernen. Sie spürt, dass der Kampf um Frauenrechte ein globaler sein muss und richtet sich international aus. 1987 gründet sie das Center for Women’s Global Leadership an der Rutgers Universität. Sie sitzt im Vorstand verschiedener Organisationen und berät die UN in Frauenfragen. Für Bunch ist der Kampf um Rechte für Lesben und Schwule und gegen Homophobie untrennbar verbunden mit dem Kampf um Frauenrechte. Dabei setzt sie fest auf kulturelle Veränderungen:

Sexual, racial, gender violence and other forms of discrimination and violence in a culture cannot be eliminated without changing culture.
(Quelle: brainyquote.com)

Foto: © 2010 Paula Court, Quelle cwgl.rutgers.edu

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