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Shamim Sarif - Das Leben, von dem sie träumten

Val McDermid: Der Verrat

Von Gastautorin Regine Anhamm | Am 15. Oktober 2013
Kategorien: kulturelle, LITelle | Mit 0 Kommentaren
Val McDermid, Gary Calton – eyevine

(Foto: Gary Calton – eyevine)

Wenn eine Autorin eine Autorin zur Romanheldin macht und das Ganze dann Thriller nennt … Kommt da nun ein besonders starkes (Insiderwissen) oder ein eher schwächelndes (zu nah dran) Werk heraus?

McDermid erfindet die Ghostwriterin Stephanie Harker. Popstar, Schauspieler, Politiker, Sportler – hat sie alle schon „gemacht“; Stephanie ist die gute Fee, die ihren Zauberstab über ein Leben schwingt, um eine Geschichte voller glänzender Leistung zu erzählen. Als nächste ist Scarlett Higgins dran, ein Promi-Sternchen, das mit Hilfe von Reality-TV und viel Dummheit zu beachtlichem Yellow-Press-Ruhm gekommen ist. Kaum zu glauben: die beiden werden richtig gute Freundinnen. So unterschiedlich die Lebensentwürfe der beiden auch sind, die Autobiografie wird zur gemeinsamen großen Aufgabe. Ihre Freundschaft trägt beide durch schlimme Krisen hindurch bis auf die letzte: Scarlett stirbt an Brustkrebs. Kurz vor ihrem Tod bestimmt sie Stephanie zum Vormund ihres kleinen Sohnes Jimmy. Und genau hier startet der Roman.

Auf dem Weg in den Urlaub mit ihrem Adoptivsohn muss Stephanie aus der Sicherheitsschleuse heraus mit ansehen, wie der kleine Jimmy entführt wird. Sie rastet aus, versucht zu ihrem Sohn zu gelangen, wird für eine Terroristin gehalten und mit Elektroschocks außer Gefecht gesetzt. Stundenlang wird sie vom FBI verhört und so erfahren wir die Vorgeschichte als Rückblende. Und das ist er schon, der Roman. Im Show-Down wird´s klar: Jahrelang hat Stephanie Harker im engsten Umfeld und in den Gesichtern guter Freunde die Fratze von Geldgier und eiskalter Berechnung, von Mordbereitschaft und eben Verrat nicht gesehen…

Cover_DerVerratWenn Kriminalautorinnen über Ghostwriterinnen schreiben, dann kommt zwar nicht wie behauptet ein Thriller dabei heraus. Es zieht sich einfach kein Thrill durch die 400 Seiten Rückblende. Aber Val McDermid schreibt wie immer flüssig und routiniert. Wer in einem 508seitigen Roman erst auf Seite 487 mit Überraschung, Spannung und Unerwartetem aufwartet und die Leser_innen trotzdem irgendwie bei der Stange hält, hat das Handwerk drauf!

Regine Anhamm

Val McDermid: Der Verrat
Droemer. ISBN 3426199696

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