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Buchrezi – Elke Weigel: Mutterschuld

Von Jess Doenges | Am 15. April 2015
Kategorien: kulturelle, LITelle | Mit 0 Kommentaren

Cover_MutterschuldIch lese keine Thriller. Ich mag Liebe, Leben, Irrungen und Wirrungen, aber keine Thriller. Bis zu diesem Buch.
Die Protagonisten Carolin Baittinger und Johanna Schach sind mir sofort sympathisch und ihre Geschichte spannend, amüsant und atemberaubend von der ersten bis zur letzten Seite. Und dort steht das Allerbeste: “Weitere Fälle in Arbeit”. Na, ein Glück! Denn dieser erste Fall um die beiden Frauen ist zwar in sich abgeschlossen, aber auch so vielschichtig, dass es schade wäre, würden wir sie nicht noch weiter begleiten können.
Psychologin Carolin bekommt, kurz nachdem sie mit ihrer Lebensgefährtin, Polizistin Johanna, zusammengezogen ist, eine Stelle in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des renommierten Professort Augenstein.
Dort leben und arbeiten unglaublich gut beschriebene Charaktere.
Autorin Elke Weigel ist Diplom-Psychologin und weiß vielleicht auch gerade deshalb, wie die menschliche Seele zu beschreiben ist. Dass aber sowohl die Erwachsenen als auch die Jugendlichen, die Carolin betreut, solche besonderen Persönlichkeiten sind, ist schon bemerkenswert.
Die einzelnen Schicksale der Kinder werden ebenso beleuchtet wie die Lebensumstände von Carolins Kollegen.
Rückblickkapitel zwischen den Kapiteln im Umfeld der Klinik und Carolin erzählen die Lebensgeschichte von Professor Augenstein. Ein kleiner Junge, der in Frankreich aufwächst und den das Leben nach Stuttgart führt. Dort wird er nicht nur Buchautor und Therapeut, sondern auch Leiter des Sigmundis-Instituts, das ausschließlich Männer im Vorstand hat.
Carolin wundert sich mehr und mehr über die Arbeitsweise des eigentlich angesehenen Chefs, als dieser plötzlich tot ist. Hier – in der Mitte der Geschichte – beginnt nun Johanna zu ermitteln und das Buch lässt sich kaum mehr weglegen.
Hatte Professor Augenstein einen Unfall? Was haben die ehrgeizige junge Melanie, Carolins Kollegin oder die Mutter einer Patientin damit zu tun? Es ist spannend und unfassbar, was dann geschieht und wie sich am Ende alle Puzzleteile zu einem Bild zusammenfügen.
Ein wirklich sehr sehr gutes Buch!

Elke Weigel
Mutterschuld
288 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-88769-739-6

Jess Doenges

Jess kommt aus dem Rheinland, aber liebt die kleinen CSDs in ihrer Wahlheimat Baden-Württemberg, vor allem den grenzübergreifenden CSD am See in Konstanz. In ihrer Welt gibt es Playmobilelfen und Glitzer, aber auch einen sturen Gerechtigkeitssinn. Schokolade muss immer im Haus sein. Wenn sie keine Theaterkarten verkauft schreibt sie Dies und Das und liebt einfach das Leben, weil sie den Krebs überlebt hat und alles fotografieren möchte, was ihr vor die Linse kommt, momentan am liebsten ihre Katzen Caramel, Kleinerhong, Shirin, Samsi & Harry.

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