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Ylva Verlag

Buchrezi: “Tod und Irrtum” von Elke Weigel

Von Jess Doenges Jess Doenges | Am 25. August 2016
Kategorien: kulturelle, LITelle | Mit 0 Kommentaren
BuchcoverTodundIrrtumErneut ein historischer Roman von Elke Weigel im Gmeiner Verlag – das verspricht nicht nur jede Menge Spannung, sondern auch die Erweiterung unserer Allgemeinbildung, denn Elke Weigels Geschichten sind allesamt wahnsinnig gut recherchiert und sprachlich an die damalige Zeit angelehnt, dabei aber überhaupt nicht “altbacken” oder gar langweilig.
Wir werden ZeugInnen von nur wenigen Tagen in Stuttgart im Jahre 1910, doch diese ließen mich in Baden-Baden 2016 nicht los, die Autorin schreibt einfach immer von der ersten Seite an unglaublich mitreißend.
Henriette Haag geht nach dem frühen Tod ihres Ehemannes mehrere Monate auf Reisen, und das für sie wohl beeindruckendste Zusammentreffen ist ihre Psychoanalyse bei Sigmund Freud. Diesem schreibt sie Briefe, sodass wir mehr über ihre Träume und ihr Seelenleben erfahren. Denn tagsüber bricht über die gerade wieder zuhause in Stuttgart angekommene “Frau Kommerzienrat” alles zusammen – die Handwerker im Haus arbeiten nicht so wie sie es möchte und zu allem Überfluss liegt ihr Hausmädchen “Magdale” im Krankenhaus und soll einen Mord begangen haben. Weil Henriette sich sicher ist, dass der jungen Frau hier Unrecht geschieht, beginnt sie selber Nachforschungen anzustellen – und bemerkt überrascht:

“Noch nie hatte sie sich so viele Gedanken um das Leben der Menschen gemacht, die sie bedienten, allmählich entwickelte sie sich wirklich zur Sozialistin”

Henriette und ihre beiden besten Freundinnen halten trotz aller persönlichen Befindlichkeiten nicht nur in diesem Fall zusammen wie Pech und Schwefel. Zusammen mit ihnen und der Erfahrung: ”Das ist die Macht der Frauen, etwas zu wissen, aber auch zu wissen, wann man darüber reden darf, nicht wahr?” entwirrt sie Magdales (Liebes-)Leben und Schein und Sein in der High Society. Dass ihr dabei auch ein sympathischer Polizist behilflich ist, freut dann auch uns LeseInnen. Denn Henriette ist eine patente Frau, die trotz Älterwerdens und Wechseljahrsbeschwerden einen kühlen Kopf behält, wenn ihre Freundin ihr weismachen will, dass sie Falten mit einem Pflaster glattziehen kann.
Es ist ein ganz wunderbares Buch über Freundschaft, ein bisschen über die Lehre Freuds und über Frauen wie Du und ich.

Elke Weigel: Tod und Irrtum
Historischer Roman
August 2016
ISBN 978-3-8392-1905-8

http://www.gmeiner-verlag.de/

Jess Doenges

Jess kommt aus dem Rheinland, aber liebt die kleinen CSDs in ihrer Wahlheimat Baden-Württemberg, vor allem den grenzübergreifenden CSD am See in Konstanz. In ihrer Welt gibt es Playmobilelfen und Glitzer, aber auch einen sturen Gerechtigkeitssinn. Schokolade muss immer im Haus sein. Wenn sie keine Theaterkarten verkauft schreibt sie Dies und Das und liebt einfach das Leben, weil sie den Krebs überlebt hat und alles fotografieren möchte, was ihr vor die Linse kommt, momentan am liebsten ihre Katzen Caramel, Kleinerhong, Shirin, Samsi & Harry.

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