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phenomenelle des Wochenendes: Konnys Lesbenseiten

Als ich mit 13 mein Coming Out hatte, war es etwas Verruchtes, Verbotenes […] Und ich dachte, ich war die Einzige auf der Welt. Aber ich […] ich hätte nicht allein sein müssen. Das ist, glaube ich, die Motivation. Ich mache das, was ich mir damals gewünscht habe.
(Konny Gerhardt im l-mag-Interview 2012)

Konnys Lesbenseiten (Pfingsten 1998)

Konny GerhardEigentlich beginnt die Geschichte der bekanntesten deutschsprachigen Informationsseite für Lesben im Netz mit einer Literaturliste. Konstanze, genannt Konny, Gerhard bietet als Gewerkschafterin schon in den 90er Jahren Seminare zum Thema „Lesbisch sein am Arbeitsplatz“ an. Weil sie häufig danach gefragt wird, was Lesben lesen, recherchiert sie, welche Bücher es außer den ihr bekannten noch so gibt, und stellt eine Liste zusammen. Für sie als EDV-Dozentin ist der Schritt ins Netz nicht weit. Schon seit Beginn der 90er Jahre ist Konny Mitfrau in den Mailboxen von FemNet und Femail. An Pfingsten 1998 gehen Konnys Lesbenseiten online. Die Domain lesben.org kauft Gerhard in der Zeit für 99 DM.

Geboren ist Gerhard in Frankfurt am Main und hat bereits mit 13 Jahren ihr Coming Out als katholische Internatsschülerin. Und wird deshalb der Schule verwiesen. Sie studiert Romanistik, sattelt aber zur EDV-Dozentin um. Sie gründet innerhalt der GEW die Gruppe der lesbischen Lehrerinnen mit. Außerdem ist sie im Lesbenring aktiv, gründet in Frankfurt den Verein Lebendiges Lesben Leben mit, hält Vorträge und arbeitet viele Jahre als externe Beraterin für die Landesregierung Hessen. Seit 2012 lebt sie in Kiel, der Liebe wegen. Und auch hier engagiert sie sich, unter anderem im Landesvorstand des LSVD.

Als Hobby nennt Konny Gerhard selbstbewusst: Lesbisch sein. Auch nach 15 Jahren macht sie Konnys Lesbenseiten immer noch, weil sie Lust dazu hat. Aus ehemals 5.000 Einträge sind weit mehr als 10.000 geworden. Wer etwas über lesbische Vereine, über lesbisch Reisen oder überhaupt über lesbisches Leben sucht, auf lesben.org wird sie fündig. Im Schnitt beantwortet Konny pro Tag 15 Mails persönlich, liest 50 verschiedene RSS-Feeds und verbringt unzählige Stunden ehrenamtlich mit dem Projekt. Dabei träumt sie davon, ein Magazin für Lesben ab 50 zu machen, verrät sie der l-mag 2012 in einem Interview.

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