phenomenelle

informelle

LITFEST homochrom

phenomenelle des Tages: Janis Joplin

Janis Joplin (19.1.1943–4.10.1970)

Janis JoplinBlues-Legende Bessie Smith war ihr ganz großes Vorbild. Angeblich spendete sie für die von ihr Verehrte sogar einen neuen Grabstein. Dabei wollte Joplin ursprünglich gar nicht Sängerin werden, wie sie 1969 in einem Interview verriet. Innerhalb von nur 3 Jahren wird sie aber als weiße Blues-Sängerin selbst zum Mythos. Ihr früher Tod durch eine Überdosis Drogen trägt dazu bei.

Joplin wächst in der texanischen Kleinstadt Port Arthur in einer konservativen bürgerlichen Umgebung auf. Als übergewichtiger Teenager und weil sie anders denkt, wird sie von Mitschülern gemobbt. Schwere Akne hinterlässt tiefe Narben im Gesicht.

Ich war eine Außenseiterin. Ich las, ich malte, ich hasste keine Nigger.
(Quelle: Janis Joplin auf Wikipedia)

Eine Rebellin entdeckt den Blues

Sie rebelliert, trägt als Mädchen Hosen, freundet sich mit anderen Außenseitern sein. Von ihnen lernt sie den Blues und seine Sängerinnen kennen, beginnt in einem Chor. Nach dem High School Abschluss beginnt sie ein Studium, dass sie nach kurzer Zeit abbricht, zieht Anfang 1963 nach San Francicso. Bald nimmt sie erste Songs auf, aber auch ihr Drogenkonsum steigt: Speed, Heroin und andere psychoaktive Drogen, Alkohol in rauhen Mengen, am liebsten Whiskey. Anfang 1965 überzeugen Freunde sie, nach Port Arthur zurückzukehren, sammeln für ein Busticket. Und tatsächlich lässt sie dort die Finger von Drogen, beginnt erneut ein Studium. Parallel singt sie weiter, nimmt einige Solo-Tracks auf.

1966 wird die Band Big Brother and the Holding Company auf sie aufmerksam. Sie kehrt nach San Francicso zurück, wird deren Leadsängerin. Mit der Musik kehren auch die Drogen zurück in ihr Leben. Erste Erfolge stellen sich ein. Mit dem Auftritt auf dem berühmten Monterey Pop Festival 1967 kommt der Durchbruch. Kurze Zeit später erscheint das Debut-Album mit den ersten Hits. Danach geht es steil nach oben.

Ikone der Hippie-Bewegung

1968 trennt sich die Gruppe, Joplin macht mit anderen Background-Musikern weiter. Konzerte führen sie auch nach Europa. Auf der Bühne zieht sie alle in ihren Bann. Sie wird zur Ikone der Hippie-Bewegung. Der letzte Song, den sie aufnimmt, bleibt bis heute eine ihrer größten Hymnen Mercedes Benz. Am 4. Oktober 1970 wird Pearl, wie ihr Freunde sie liebevoll nennen, tot in ihrem Hotelzimmer gefunden. Offizielle Todesursache: Überdosis Heroin. Posthum erscheint ihr letztes Album Pearl. Der mit ihr befreundete Musiker Eric Burdon meint dagegen:

Janis starb nicht an einer Überdosis Heroin. Sie starb an einer Überdosis Janis.
(Quelle: lindwurm)

Foto: Patrick Pearse (originally posted to Flickr as Janis Joplin) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons, Ölgemälde 2008

weiterführende Links und Quellen:

Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige


Anzeige LITfest homochrom 06.–08.08.2021

visuelle

  • Fernsehinfos vom 20.11. bis zum 03.12. 2021
  • Fernsehinfos vom 1. bis zum 19. November 2021
  • Buchtipp: Daniela Schenk: Mein Herz ist wie das Meer
  • Buchtipp: Elke Weigel – „Wind der Freiheit“
  • Buchtipp: „Riss in der Zeit“ von Ahima Beerlage
  • Filmtipp zum 75. Geburtstag von Ilse Kokula
  • Ilka Bessin: Abgeschminkt – Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede
  • Interview und Verlosung zu 25 Jahre „Krug & Schadenberg“
  • Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman
  • CD-Review: LAING sind zurück mit neuem Album
  • Interview: „Diversity muss von der Führung kommen“
  • 5 Serien für Fans starker TV-Charaktere …
  • „Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“
  • Buchrezi: „Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte“
  • Rückblick auf die NorthLichter
  • DVD-Rezi: „Call My Agent“ – Staffel 2
  • Berlin: Etwas andere Pride Parade am 23. Juni 2018 …
  • Buchrezi: Carolin Hagebölling „Ein anderer Morgen“
  • Ausstellungseröffnung „Lesbisches Sehen“ im Schwulen Museum Berlin
  • „The Einstein of Sex“ – Stück über Magnus Hirschfeld
  • „Here come the aliens“ – Das neue Album von Kim Wilde
  • Album-Review: Lisa Stansfield „Deeper“
  • Theater X: Deutschlands vergessene Kolonialzeit
  • Berührend humorvoll: die Serie „Call My Agent“ – mit lesbischer Hauptfigur