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phenomenelle des Tages: Charlotte Wolff

Von Sabine Arnolds | Am 30. September 2013
Kategorien: informelle, LeStory | Mit 0 Kommentaren

Wir [Freundinnen] liebten uns mit großer Zärtlichkeit und Freude. Der körperliche Aspekt unserer Liebe war ein natürliches Ergebnis unserer Freundschaft. Die Erfahrung machte mir bewusst, wie blöde die Sexbücher sind …
(Quelle: fembio.org)

Charlotte Wolff (30.9.1897–12.9.1986)

Buchcover Charlotte Wolff, Kranichsteiner LiteraturverlagIhre Studien zur Psychologie der lesbischen Liebe und zur Bisexualität haben nicht nur auf die deutsche Lesbenbewegung der 70er Jahre enormen Einfluss. Sie tragen weltweit zu ihrem wissenschaftlichen Ruf bei. Wolff arbeitet als Ärztin, Psychologin und Sexualforscherin. Bereits während der Schulzeit entdeckt sie, dass sie selbst Frauen liebt.

Aufgewachsen in Westpreußen, studiert Wolff in Freiburg und Berlin Medizin, Psychologie und Philosphie. Nach der Promotion arbeitet sie als Ärztin in der Familienplanung, Schwangerschaftsfürsorge und -verhütung. An ihrer Klinik steigt sie schnell zur stellvertretenden Direktorin auf. 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird sie als Jüdin aus ihrer Position gedrängt. Auch als als Ärztin darf sie nicht mehr arbeiten. Sie emigriert nach Paris und 1936 nach London. Dort verdient sie ihren Lebensunterhalt mit Handanalysen, weil ihr Universitätsabschluss anfangs nicht anerkannt wird.

International, jüdisch, britisch

1947 wird Wolff “internationale Jüdin mit britischem Pass”. Nun kann sie auch wieder forschen und widmet sich der Homo- und Bisexualität. Mit Anfang 70 veröffentlicht sie 1971 ihr erstes Buch, die Psychologie der lesbischen Liebe. Endlich schreibt eine Autorin positiv über Lesben und ihre Beziehungen – auch wenn sie im lesbischen Begehren den Wunsch nach einer “inzestuösen Mutter-Tochter-Beziehung” sieht. Deutschen Boden betritt sie erst 1978, wenige Jahre vor ihrem Tod, zum ersten Mal wieder. Sie hält Vorträge und kommt in Kontakt mit organisierten Lesben, für die sie Freundin und politisches Vorbild zugleich wird.

Foto: Buchcover Autobiografie Charlotte Wolf, Kranichsteiner Literaturverlag

Weitere Quellen und Links

Sabine Arnolds

Ist eine der beiden Gründerinnen von phenomenelle. Die Idee spannende Geschichten um Frauen gesammelt auf einer Seite zu erzählen und ihr eigenes Online-Magazin herauszugeben, treibt sie schon mehrere Jahre um. Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit.

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