phenomenelle

informelle

LITFEST homochrom

In Köln ist lesbisch das neue Gay

ColognePride erstmals mit überwiegend weiblichem Vorstand

Der KLuST-Vorstand (von li.) Ina Wolf, Jörg Kalitowitsch, Linda Kramer, Pascal Siemens, Daniela Voigt

Der neue KLuST-Vorstand (von li.): Ina Wolf, Jörg Kalitowitsch, Linda Kramer, Pascal Siemens, Daniela Voigt

Schon vor Beginn der gestrigen Mitgliederversammlung des Kölner Lesben- und Schwulentages (KLuST) war deutlich zu spüren, es lag was in der Luft. Bereits mehr als eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start kamen die ersten, um sich in die Liste der Anwesenden einzutragen. Zeitweise entstand sogar eine Schlange. Viele hatten sich außerdem Stimmen übertragen lassen. Am Ende wurden bei den Abstimmungen fast 100 Karten hochgehalten.

Bereits im Vorfeld hatte sich angekündigt, dass die Diskussion spannend werden würde. 2 Anträge lagen den Mitgliedern vor, die sich eigentlich aufeinander bezogen, laut Aussage des Vorstands dann aber angeblich doch nicht. Jedenfalls beantragte ein Mitglied, sich in einem Leitbildprozess noch einmal mit der grundsätzlichen Ausrichtung des Vereins und des ColognePride zu beschäftigen. Der Vorstandsantrag wollte von den Mitgliedern lieber sofort wissen, ob sie die bisherige zweigleisige Ausrichtung als kommunaler Dachverband der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender und als ColognePride- und CSD-Köln-Veranstalter beibehalten wollen. Die Diskussion war lang, brachte unterschiedliche Aspekte und Meinungen aufs Tapet und wurde am Ende doch mit deutlicher Mehrheit verschoben.

Komplett neuer Vorstand gewählt

Die Neuwahl des Vorstands hielt einige Überraschungen bereit. Da alle bisherigen Vorstände nicht wieder kandidierten, war der Weg frei für ein komplett neues Team. Nach der Stimmauszählung war die Sensation perfekt: Erstmals in seiner Geschichte wird der KLuST ab diesem Jahr von einem mehrheitlich mit Lesben besetzten Vorstand vertreten, die dazu noch ein breiteres Altersspektrum aufweisen. Linda Kramer als Jüngste ist gerade 23 Jahre alt. Ina Wolf dürfte vielen als erfolgreiche Partyveranstalterin und beliebte DJane bekannt sein. Daniela Voigt ist seit mehreren Jahren ehrenamtlich eine wichtige Stütze beim CSD Köln und in der Aidshilfe – bislang allerdings eher im Hintergrund.

Mit dem seit mehreren Jahren im Rahmen des ColognePride stattfindenden WomenPride kann Köln bereits mit einer einzigartigen speziell weiblich-lesbischen Seite aufwarten. Dieses Engagement wird nun sicherlich weiter ausgebaut. Bleibt zu wünschen, dass Bisexuelle und Transgender künftig auch stärker einbezogen werden. Laut Satzung will der Verein diese ebenfalls mitvertreten.

Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige


Anzeige LITfest homochrom 06.–08.08.2021

visuelle

  • Fernsehinfos vom 10. bis zum 22. September 2023
  • Fernsehinfos vom 26. August bis zum 8. September 2023
  • Radiotipp: Die Linguistin Luise F. Pusch im Gespräch
  • Buchtipp: Daniela Schenk: Mein Herz ist wie das Meer
  • Buchtipp: Elke Weigel – „Wind der Freiheit“
  • Buchtipp: „Riss in der Zeit“ von Ahima Beerlage
  • Filmtipp zum 75. Geburtstag von Ilse Kokula
  • Ilka Bessin: Abgeschminkt – Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede
  • Interview und Verlosung zu 25 Jahre „Krug & Schadenberg“
  • Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman
  • CD-Review: LAING sind zurück mit neuem Album
  • Interview: „Diversity muss von der Führung kommen“
  • 5 Serien für Fans starker TV-Charaktere …
  • „Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“
  • Buchrezi: „Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte“
  • Rückblick auf die NorthLichter
  • DVD-Rezi: „Call My Agent“ – Staffel 2
  • Berlin: Etwas andere Pride Parade am 23. Juni 2018 …
  • Buchrezi: Carolin Hagebölling „Ein anderer Morgen“
  • Ausstellungseröffnung „Lesbisches Sehen“ im Schwulen Museum Berlin
  • „The Einstein of Sex“ – Stück über Magnus Hirschfeld
  • „Here come the aliens“ – Das neue Album von Kim Wilde
  • Album-Review: Lisa Stansfield „Deeper“
  • Theater X: Deutschlands vergessene Kolonialzeit