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Stilikone und Bildhauerin der 20er Jahre – Ausstellung Renee Sintenis in Berlin

Von Gastautorin Monika Tschanz | Am 4. Januar 2014
Kategorien: Allgemein, Featured, kulturelle, LeStory | Mit 0 Kommentaren
Renée Sintenis, 1930er-Jahre

Renée Sintenis, 1930er-Jahre
, Archiv Georg Kolbe Museum, Berlin

Der einen oder anderen ist ihr Name schon begegnet, viele kennen sie gar nicht: Renee Sintenis, die berühmteste Bildhauerin im Berlin der 20er Jahre. Sie wurde als erste Bildhauerin in die Akademie der Künste aufgenommen, und als zweite Frau – nach Kaethe Kollwitz – überhaupt. Eine ihrer Tierfiguren kennen jedoch fast alle: der Berlinale-Bär, die seit den 50er Jahren und bis heute alljährlich verliehene Trophäe des Film-Festivals. Renee Sintenis (geb.1888) war in den 20er Jahren nicht nur die bedeutendste Bildhauerin, sondern auch selbst, durch ihr modisches Auftreten, eine Stilikone der Zeit.

Noch bis 23.03.2014 ist im Berliner Georg Kolbe Museum eine Ausstellung ihrer Plastiken, zumeist aus Bronze, Radierungen sowie Fotos von ihr zu sehen. Sehr beeindruckend – und optimal ausgestellt – sind die Selbstbildnisse in Bronze, die sie über Jahrzehnte hinweg immer wieder von sich angefertigt hat. Ebenfalls sehr beeindruckend ein kurzer Film von ihr von 1927 (!), wie sie das Modell für einen späteren Bronzeguss eines liegenden Rehs modelliert – ohne auch nur einmal korrigieren zu müssen!

1934 wurde Sintenis wegen ihrer jüdischen Großeltern aus der Akademie der Künste ausgeschlossen, und konnte, auch aufgrund der Kriegssituation nur noch eingeschränkt künstlerisch arbeiten.

Renée Sintenis: Berliner Bär

Renée Sintenis: Berliner Bär, Sammlung Knauf, Berlin
, Foto: Bernd Sinterhauf

Nach dem Krieg und bis in die 60er Jahre war Renee Sintenis wieder sehr bekannt, u.a. als Professorin an der Berliner Hochschule der Künste, und weil je ein sehr grosser von ihr gestalteter Baer an die Autobahn beim ehemaligen Grenzübergang Dreilinden gestellt wurde, an die Autobahn bei München-Froettmaning-Süd, und ein weiterer auf der Berliner Allee in Düsseldorf – alle gedacht als Grüße aus Berlin in den Westen.

Nach ihrem Tod im Jahr 1965 wurde sie langsam vergessen. Renee Sintenis vererbte alle ihre Werke an Magdalena Goldmann, mit der sie über 20 Jahre zusammengelebt hatte und die im selben Grab wie sie auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem begraben wurde. Sintenis war von 1917 – 1942 verheiratet. Das ungefähr ebenso lange Zusammenleben mit einer Frau wird in einigen Biographien nicht erwähnt oder dann sehr unterschiedlich gewichtet resp. kommentiert. Weitere Forschung wäre nötig. Sehr erfreulich ist der rege Zulauf in die Ausstellung. Und glücklicherweise auch sehr passend der Ausstellungsort im Berliner Westend. Das ehemalige Atelierhaus des Bildhauers Georg Kolbe im Stil des Neuen Bauens, wo Renee Sintenis auch des Öfteren zu Besuch war, lässt die Aufbruchsstimmung der 20er Jahre in Berlin wieder etwas aufleben. Zum damaligen Freundinnenkreis von Renee Sintenis gehörte übrigens auch Christa Winsloe.

Monika Tschanz

 

Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin
Öffnungszeiten: Di – So: 10:00 – 18:00

Links:

http://www.youtube.com/watch?v=QqrphC0A9pg

http://www.lespress.de/022004/texte022004/zeitreise022004.html

 

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