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SÜT Köln

Interviewserie “Frauen an den Turntables”: Miss Günnie T.

Von Daniela Zysk | Am 29. Mai 2014
Kategorien: Allgemein, kulturelle, LeStory, Musik | Mit 0 Kommentaren

Eine Frau als DJ – das ist so ähnlich wie eine Frau in der Chefetage eines Großkonzerns. Es gibt sicherlich etliche weibliche DJs, aber die wenigsten schaffen es ganz nach oben.
Der Weg dorthin ist gepflastert mit Vorurteilen und dummen Sprüchen wie ” „Hast du den Track von deinem Freund?“.

Wir wollen bekannten und weniger bekannten weiblichen DJs/DJanes mit unserer Interviewreihe “Frauen an den Turntables” Gelegenheit geben sich zu äußern und weitere Sichtbarkeit zu bekommen.
Kennst du auch eine weibliche DJ, die wir interviewen sollten? Dann schicke uns bitte eine Info an: redaktionelle@phenomenelle.de

Miss Günnie T.

promo_missguennniet02

Unter welchem Namen trittst du auf ?
Mein Pseudonym, wenn ich auflege oder als Produzentin auftrete, ist “Miss Günnie T.”. Der Name “Günnie” ist ein Spitzname, abgeleitet von “Gönül”. Das ist ein türkischer Name und bedeutet so viel wie Herz, Liebe, Leidenschaft. Seit Monaten überlege ich mir aber einen anderen Namen zuzulegen, weil ich glaube, dass er gerade von Englisch sprechenden schwierig zu lesen ist. Tipps nehme ich gerne entgegen.

Seit wann machst du Musik und wie kamst du dazu ?
Ich bin in der Familie zwar nicht großartig mit der Musik aufgewachsen, aber mein Bruder und meine Schwester haben mir die Inspiration geliefert. Mein Bruder spielte ab und zu Saz und meine Schwester hat gerne und schön darauf gesungen. Mit 16 hatte ich dann angefangen zu produzieren, aber mit ganz billigen Programmen (Magix usw.). Da hat sich jeder Ton nach 90er angehört :) Etwa 2004 habe ich mir dann die ersten CD-Player (Denon DNS-1000) geholt um das DJen einfach auszuprobieren. Wieso weshalb warum, weiß ich nicht mehr. Meistens denke ich nicht viel nach und mache einfach… Mit Youtube und beim “über die Schulter gucken” bei anderen DJs habe ich mir das auflegen dann selbst beigebracht. 2005 hatte ich dann meinen ersten Auftritt auf dem Alte Ziegelei-Frauenfest in Mainz. Es war so toll und gleichzeitig auch so schlecht, aber ich war sehr froh, dass ich die Chance von der damaligen Organisatorin und Ur-Mainzerin Conny erhalten habe. Das hat danach Jahre gedauert, bis ich mir selbst gesagt habe, dass es gut ist was ich tue. Bis heute noch.

Welche Musikrichtung bevorzugst du als DJ/DJane ?
Meine Präferenz liegt bei PARTYSOUNDS, gemischt mit alt und neu. Ich mag es nicht nur eine Musikrichtung aufzulegen. Damals als ich im ZAKK in Düsseldorf aufgelegt habe, sollte ich Elektro spielen. Das ging total in die Hose. Das war auch das erste und letzte Mal, dass ich mich hab dazu hinreißen lassen. Dagegen, wenn ich mich austoben und so gut wie alles spielen darf, da blühe ich förmlich auf. Da ist es aber umso wichtiger, dass die Musikbranche immer wieder neue Hits produziert, damit frischer Wind in die Sets kommt. Das ist jedes mal eine Herausforderung, gerade dann, wenn man regelmäßig aufritt.

Wo legst du überall auf ?
Meine regelmäßigen Auftritte sind im Raum Mainz (Unifete, Sausalitos) und Frankfurt (Milk’n'Cream, 1001 Gay-Oriental-Night). Ansonsten hatte ich Auftritte in Köln (letzte Elle-World Party), 1 x im Jahr auf meiner Lieblingsparty L-Tunes in Berlin, X-Tremeties Partys in Frankfurt oder zu Zeiten der Sugabees in Mannheim. Auf den megagroßen Durchbruch warte ich noch, aber bin auch nicht böse, wenn er nicht kommt. Irgendwie muss die Arbeit, das Musik produzieren, meine Freundin und Familie auch untergebracht werden.

Was war/wäre dein größter Erfolg ?
Da ich sehr gerne Träume und mir die unmöglichsten Ziele setze kommt nur eins in Frage: Einen fetten Beitrag für den Eurovision Songcontest liefern. Was das Auflegen betrifft, finde ich jede Party ab 500 Personen der Oberknaller und bedeutet für mich auch ein großer Erfolg! Wie z.B. die ELLE World in Köln als spaßigster Abend meines Lebens oder die Sommerschwüle Mainz als die größe Partycrowd ever. Und was ich total liebe ist auf den CSD-Wagen aufzulegen, egal wo.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem lesbischen und einem nicht-lesbischen Publikum ?
Ja da gibt es einen Unterschied, aber meiner persönlichen Meinung nach. Je größer der Lesbenanteil ist und je kleiner die Party, desto herausfordernder ist es, den richtigen Geschmack der Gäste zu erwischen. Gerade bei Frauen ist der Musikgeschmack meiner Meinung nach sehr unterschiedlich. Die eine steht total auf Elektro und die nächste total auf Hip Hop. Aber mir gefällt es, ist genau mein Ding! Bei den Schwulen ist es meistens einfacher, weil sie oft Pop á la Lady Gaga oder Britney hören wollen. Natürlich gibt es überall Ausnahmen.

Was liegt dir auf dem Herzen im Bezug auf Locations und/oder Veranstalter ?
Das ist eine sehr ungewöhnliche aber gute Frage. Es wäre schön eine klare Aussage zu erhalten, wenn man eine Anfrage stellt nach dem Motto “Habt ihr Interesse an mir?”. Dann wäre eine Absage das Mindeste, aber manche Veranstalter sehen das nicht für notwendig überhaupt etwas zurückzuschreiben. Ein NO GO, denn jeder DJ ist auch ein potenzieller Partygast. Ich warte bis heute auf eine Antwort aus dem Norden ;)

Hast du Vorbilder und wenn ja wen ?
Damals hatte jemand auf einem Podest sinngemäß gesagt: Häng dich an die Person, die Erfolg hat, denn sie zieht dich mit nach oben. Ich habe das im ersten Moment nicht verstanden und dachte mir nur, was das soll, denn man kann das auch selbst schaffen. Im nächsten Moment ist aber der Groschen gefallen. Der der Erfolg hat, macht irgendwas richtig und man könnte es ihm nachmachen. Das sind für mich Vorbilder. Um auf die Frage zurückzukommen, Jam von Jam & Spoon ist mein Vorbild. Ein toller Produzent und zugleich ein sehr bodenständiger sympatischer Kerl, der keine Mühe scheut um “kleinen” DJs unter die Arme zu greifen <3

Weitere Infos zu Miss Günnie T.:
Homepage: www.missguenniet.com
Facebook-Fanpage: facebook.de/missguenniet

Fotocredit: m.ART.in Harbauer

Daniela Zysk

Co-Gründerin von phenomenelle. Sie erlebte ihre ersten Lesbenbabyschritte in der schwäbischen Provinz und war dann später in Köln in mehreren LGBTIQ Organisationen tätig, wo sie u.a. den WomenPride gründete und im Moment das Filmfestival homochrom unterstützt. Sie ist ein unverbesserlicher Happy-End Freak und findet die Vernetzungsmöglichkeiten dank der Social Networks das Größte seit der Erfindung von kalten koffeinhaltigen Getränken.

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