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SÜT Köln

Interviewserie “Frauen an den Turntables”: DJane alex b.

Von Daniela Zysk | Am 13. Juni 2014
Kategorien: Allgemein, kulturelle, LeStory, Musik | Mit 0 Kommentaren

Eine Frau als DJ – das ist so ähnlich wie eine Frau in der Chefetage eines Großkonzerns. Es gibt sicherlich etliche weibliche DJs, aber die wenigsten schaffen es ganz nach oben.
Der Weg dorthin ist gepflastert mit Vorurteilen und dummen Sprüchen wie ” „Hast du den Track von deinem Freund?“.

Wir wollen bekannten und weniger bekannten weiblichen DJs/DJanes mit unserer Interviewreihe “Frauen an den Turntables” Gelegenheit geben sich zu äußern und weitere Sichtbarkeit zu bekommen.
Kennst du auch eine weibliche DJ, die wir interviewen sollten? Dann schicke uns bitte eine Info an: redaktionelle@phenomenelle.de

DJane alex b.

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Unter welchem Namen trittst du auf ?
Innerhalb einer Stunde musste ich mir einen DJane-Namen überlegen. Es sollte ganz schnell ein Flyer in Druck gehen. Zu dem Zeitpunkt stand ich erst zwei Monate am Mischpult. Da es also ganz schnell gehen sollte und ich viele Namen verworfen hatte, war ich nicht ganz so kreativ und nannte mich von da an alex b. – mein Vor- und Nachname verkürzt.

Seit wann machst du Musik und wie kamst du dazu?
Die „tochtergesellschaft“, die Hamburger Frauenkneipe mit ihrer 30-jährigen Geschichte, war 2005/2006 mein zweites Wohnzimmer. Ich arbeitete ehrenamtlich am Tresen. Da die tochtergesellschaft kurz vor der Pleite stand, konnten wir uns keine professionellen DJanes leisten, wollten aber ganz viele Partys machen, damit wir den Laden weiterhin am Laufen halten konnten. (Leider musste die „tochtergesellschaft“ dann doch Mitte 2006 schließen). So legten wir Tresenfrauen dann die Musik auf und auch ich entdeckte das Mischpult für mich. Ich fing an herum zu probieren und bekam positives Feedback von den Besucherinnen – sie tanzten zu meinen Sets! Ich hörte mich um und traute mich, mal in einer anderen Bar zu fragen, ob ich nicht auch dort auflegen könne. So konnte ich mich auch dort weiter ausprobieren. Mitte 2006 hatte ich dann die Chance, auf einer „alpha-girls“-Party aufzulegen. Die Veranstalterin, die die meisten Frauenpartys macht, buchte mich dann öfter und öfter…

Welche Musikrichtung bevorzugst du als DJ/Djane ?
Einen bunten Mix aus allen Genres! Am liebsten lege ich allerdings R`n`B auf und Rock auf.

Wo legst du überall auf?
Regelmäßig auf verschiedenen „alpha-girls“-Veranstaltungen und bei der größten schul-lesbischen Partyreihe im Norden „Pink Inc.“ . Und hin und wieder in anderen Städten auf Frauenpartys. Bisher habe ich in Berlin, Kassel, Köln und München aufgelegt. Außerdem spiele ich auf privaten Feiern.

Was war/wäre dein größter Erfolg?
Erfolg heißt für mich in erster Linie, die Tanzfläche zum Beben zu bringen, ob auf gemischten Partys oder gar auf privaten Partys.

In zweiter Linie bedeutet für mich Erfolg, in bestimmten Locations gespielt zu haben oder zu können. Wenn ich in anderen Städten wie München oder Berlin auflege, ist es ein unglaublich tolles Gefühl, (auch) dort positive Resonanz zu bekommen. Auch 1000 Gäste auf einer Abiparty in der Braunschweiger Stadthalle zum Tanzen gebracht zu haben, war großartig.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem lesbischen und einem nicht-lesbischen Publikum?
Die Stimmung auf schwul-lesbischen Partys ist oft eine andere als auf lesbischen Partys. Bei v lesbischen Partys spielt allerdings auch der Altersdurchschnitt eine große Rolle. Da passieren bei einem jüngeren Publikum tendenziell mehr Dramen vor der Tür, die sich dann leider auch auf die Gesamtstimmung auswirken. Eine Zeitlang habe ich auch in einer „Touristenkneipe“ auf der Reeperbahn aufgelegt. Ziemlich viel Betrunkene diskutierten gerne mit mir am Pult…Da verging mir echt der Spaß!

Generell ist es ja immer schwierig, egal ob hetero, lesbisch, schwul, queer alle musikalisch glücklich zu machen, gerade wenn ich oft ein aus vielen Genres gemixtes Set spiele. Auf schwul-lesbischen Partys gehen wir ja nicht unbedingt gezielt hin, weil dort eine bestimmte Musikrichtung läuft. Da ich auch auf Hochzeiten und anderen Privatpartys auflege, meistere ich dort andere musikalische Herausforderungen. Dort kann ich auch Rock auflegen, was wiederum bei einem schwulen Publikum nicht unbedingt funktioniert.

Was liegt dir auf dem Herzen im Bezug auf Locations und/oder Veranstalter?
Viele Locations haben nicht unbedingt die beste Technik bzw. einen Techniker, der seinen Job ernst nimmt. Oft bin ich viel früher in bestimmten Locations als vielleicht nötig, da ich erst mal den Techniker suchen muss. Über die Jahre bin ich ziemlich flexibel geworden, auch wenn ich mal aufgrund schrottiger Technik nicht vor hören kann oder mit einem DVD-Player auflegen muss, schaffe ich es dann doch irgendwie, die Tanzfläche zu beschallen.
Nette Veranstalter sind diejenigen, die hin und wieder zu mir kommen und nett fragen, ob alles okay ist oder ich noch ein Glas Wasser brauche.

Hast du Vorbilder und wenn ja wen ?
Als ich anfing aufzulegen, war Frau Hoppe mein absolutes Vorbild – und das ist sie immer noch!

Weitere Infos zu DJane alex b.
Homepage: http://www.fraubass.de
Facebook Fanseite: https://www.facebook.com/DJane.alex.b?fref=ts

Fotocredit: Alexandra Bass

Daniela Zysk

Co-Gründerin von phenomenelle. Sie erlebte ihre ersten Lesbenbabyschritte in der schwäbischen Provinz und war dann später in Köln in mehreren LGBTIQ Organisationen tätig, wo sie u.a. den WomenPride gründete und im Moment das Filmfestival homochrom unterstützt. Sie ist ein unverbesserlicher Happy-End Freak und findet die Vernetzungsmöglichkeiten dank der Social Networks das Größte seit der Erfindung von kalten koffeinhaltigen Getränken.

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