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SÜT Köln

Interviewserie “Frauen an den Turntables”: DJane Eléni

Von Daniela Zysk | Am 9. Juni 2014
Kategorien: Allgemein, informelle, kulturelle, LeStory, Musik | Mit 0 Kommentaren

Eine Frau als DJ – das ist so ähnlich wie eine Frau in der Chefetage eines Großkonzerns. Es gibt sicherlich etliche weibliche DJs, aber die wenigsten schaffen es ganz nach oben.
Der Weg dorthin ist gepflastert mit Vorurteilen und dummen Sprüchen wie ” „Hast du den Track von deinem Freund?“.

Wir wollen bekannten und weniger bekannten weiblichen DJs/DJanes mit unserer Interviewreihe “Frauen an den Turntables” Gelegenheit geben sich zu äußern und weitere Sichtbarkeit zu bekommen.
Kennst du auch eine weibliche DJ, die wir interviewen sollten? Dann schicke uns bitte eine Info an: redaktionelle@phenomenelle.de

DJane Eléni

pheno eleni

Unter welchem Namen trittst du auf ?
DJane Eléni. Ich glaube, den muss ich nicht erklären ;-)

Seit wann machst du Musik und wie kamst du dazu ?
Seit 1991. Freundinnen hatten mich damals mitgenommen ins Frauen-Lesben-Zentrum in Göttingen, dort legte ich anfänglich noch mit Kassetten auf. Das ist wirklich kaum noch vorstellbar heute. Dort habe ich dann regelmäßig die Musik auf diversen Veranstaltungen gemacht. Bis ich schließlich zusammen mit einer Freundin meine eigene Partyreihe entwickelte, P(o)ur Elle, und im Anschluss für die Mandance, die größte schwul-lesbische Party Süd-Niedersachsens, als resident DJane engagiert wurde.

Welche Musikrichtung bevorzugst du als DJ/DJane ?
Das ist schwer zu sagen, denn ich mag vieles – Pop, Charts, 80ies, Latin, Classix & Clubsounds. Allerdings habe ich auf meinen eigenen Frauenfesten auch das Special „Standard und Latein“ und 1 – 2 jährlich gibt es die BalkanSisters, auf denen ich Balkanmusik auflege.

Wo legst du überall auf ?
“Ich lege vorwiegend in München auf: Großes Frauenfest München/DJanes Delight, CSD München, BalkanSisters und überall dort, wo frau mich hören möchte :-) Auch auf Privat- und Firmen-Events”

Was war/wäre dein größter Erfolg ?
“Mein persönlicher größter bisheriger Erfolg war im Januar 2011. Das allererste große Frauenfest in der Freiheizhalle München. Ich als DJane UND Veranstalterin mit über 1.000 Frauen!
Wenn ich in die Zukunft blicke, wäre mein größter Erfolg ein Frauen/Lesbenfest in der Olympiahalle. “

Gibt es einen Unterschied zwischen einem lesbischen und einem nicht-lesbischen Publikum ?
“Klar gibt es den! Mein lesbisches Publikum besteht oft aus ganzen Freundinnen-Cliquen, die auch bestimmte Lieblingssongs haben, auf die sie dann richtig abgehen. Viele meiner weiblichen Fans freuen sich, wenn ich immer wieder gewisse Stücke spiele, die sie kennen. Nicht-lesbisches Publikum ist etwas experimentierfreudiger, da kann ich auch mal Sachen auflegen, die nicht so bekannt sind.”

Was liegt dir auf dem Herzen im Bezug auf Locations und/oder Veranstalter ?
“Ich persönlich wünsche mir Kooperationen unter den Veranstalterinnen und bessere Terminabsprachen, damit unsere Gäste weiterhin große Auswahl haben, aber nicht an bestimmten Daten mehrere Partys und Feste parallel stattfinden. Außerdem wäre insgesamt mehr Zusammenarbeit und weniger Konkurrenzdenken mein großes Herzensanliegen.”

Hast du Vorbilder und wenn ja wen ?
“Meine Vorbilder sind Frauen/Lesben, die in schwierigen Zeiten die Lesbenszene angeführt haben und anführen! In anderen Ländern zum Beispiel, in denen die Gleichstellung noch wesentlich weniger weit entwickelt ist. Es gibt aber auch viele engagierte Frauen hier in Deutschland, die sich für die Interessen von Minderheiten stark machen. Davor habe ich größten Respekt und bin auchsehr dankbar dafür! “

Weitere Infos zu DJane Eléni
Homepage: http://www.frauenfest-muenchen.de/wb/
Facebook-Fanpage: Frauenfest München

Fotocredit: Kornelija Rade

Daniela Zysk

Co-Gründerin von phenomenelle. Sie erlebte ihre ersten Lesbenbabyschritte in der schwäbischen Provinz und war dann später in Köln in mehreren LGBTIQ Organisationen tätig, wo sie u.a. den WomenPride gründete und im Moment das Filmfestival homochrom unterstützt. Sie ist ein unverbesserlicher Happy-End Freak und findet die Vernetzungsmöglichkeiten dank der Social Networks das Größte seit der Erfindung von kalten koffeinhaltigen Getränken.

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