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phenomenelle des Tages: Susan Sontag

Susan Sontag (16.1.1933–28.12.2004)

Sie selbst bezeichnete sich meist einfach als Autorin, die bewegt und empathisch durchs Leben geht. Und dieses Leben sog sie auf, konnte nicht genug davon bekommen. Sie sah es als Aufgabe und als ihren Job:

Der Welt meine ungeteilte Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen.
(Quelle: fembio.org)

Susan Sontag by Juan BastosAus diesen Beobachtungen heraus analysiert sie Opern, Filme, Bücher, Fotografien, Medien und gesellschaftliche Debatten. Dabei bleibt sie zeitlebens streitbar und scheut sich nicht auch unpopuläre Standpunkte zu vertreten. Die Hochbegabte liest bereits mit 10 Homer und Dante, mit 16 Kant und Descartes. Als 14-Jährige lädt sie sich bei Thomas Mann ein, um mit ihm über einen seiner Romane zu sprechen. Mit 16 studiert sie bereits an der Universität Philosophie, Literatur und Theologie. Ein Jahr später heiratet sie ihren Professor. Mit 19 bekommt sie einen Sohn. Weitere Studien führen sie nach Harvard und nach Oxford. Ende der 50er verlässt sie den Mann, zieht nach New York und wird dort zum umjubelten Star einer intellektuellen Szene.

Sie reist viel, durch Europa und später in verschiedene Krisengebiete. Ihr politisches Engagement bringt sie an Kriegsschauplätze wie Vietnam, den Nahen Osten oder nach Sarajevo, wo sie von 1993–1996 lebt. Dabei weist sie stets kritisch auf gesellschaftliche Entwicklungen hin. Sie kritisiert die Bush-Regierung für den Golfkrieg und die israelische Palästinapolitik. Sie äußert sich zu AIDS, Krebs, anderen Krankheiten, Menschenrechten, Kommunismus und linken Ideologien.

Führende Intellektuelle in den USA

Neben zahlreichen Buchveröffentlichungen, mehreren Romanen, Essays und einigen Theaterstücken, inszeniert sie an verschiedenen Bühnen und schreibt 4 Filme, bei denen sie auch die Regie übernimmt. Sie führt von 1987–1989 den internationalen Schriftstellerverband PEN als Präsidentin. Während dieser Zeit initiert sie mehrere Kampagnen für verfolgte und eingesperrte Kolleg_innen. In dieser Zeit lernt sie auch die Fotografin Annie Leibovitz kennen, die bis zum Tod Sontags Lebenspartnerin wird. 3 Jahrzehnte kämpft Sontag gegen den Krebs. Sie stirbt 2004 an Leukämie. Erst nach dem Tod wird ihre Bisexualität öffentlich, obwohl sie schon früher darüber sprach. Sontag selbst sagte dazu, sie sei in einer Zeit aufgewachsen, in der dies als „offenes Geheimnis“ behandelt wurde.

Foto: Pastel Porträt by Juan Bastos (Own work) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

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