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phenomenelle des Tages: Simone de Beauvoir

Von Sabine Arnolds | Am 9. Januar 2014
Kategorien: informelle, LeStory | Mit 3 Kommentaren

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Simone de Beauvoir (9.1.1908–14.4.1986)

Sartre and de Beauvoir at Balzac MemorialSie ist ohne Zweifel eine der einflussreichsten und wichtigsten Denker_innen des 20. Jahrhunderts und ihr Welterfolg Das andere Geschlecht von 1949 das Standardwerk, das die 2. Frauenbewegung in Europa maßgeblich beeinflusst hat. Auch als Schriftstellerin brillierte sie mit Romanen wie Sie kam und blieb (1943), Das Blut der anderen (1945) oder Die Mandarins von Paris (1955). Für letzteren erhielt sie den wichtigsten französischen Buchpreis, den Prix Goncourt.

Mit 21 Jahren lernt die angehende Gymnasiallehrerin den Philosophen und Mitstudenten Jean Paul Sartre kennen, der bis heute als Begründer des Existenzialismus und sein wichtigster Vertreter gilt. Lebenslang verbindet die beiden eine Arbeits- und Liebesbeziehung. Ohne Korrektur des jeweils anderen geht kein Manuskript an die Öffentlichkeit. So war es vermutlich auch Sartre, der den vielleicht berühmtesten und viel zitiertesten feminstischen Satz des Jahrhunderts zuerst las:

Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.
(Quelle: Das andere Geschlecht)

Gegenentwurf zur bürgerlichen Beziehung

Ihre Beziehung führen sie – angeblich vor allem auf Wunsch Sartres – offen. Sie unterhalten getrennte Wohnungen und beide haben neben der Hauptbeziehung andere Partner. De Beauvoir auch mit Frauen wie in den letzten Lebensjahrzehnten mit der wesentlich jüngeren Sylvie le Bon. Bis heute streiten sich Kritiker_innen und Kenner_innen, ob de Beauvoir letztlich doch in vielem vor allem “die Frau an seiner Seite” war oder ob sie an seinen grundlegenden Gedanken größeren Anteil hatte. Die Universität schließt sie hinter ihm “nur” als Zweitbeste ab. Als könne es nicht möglich sein, 2 große Geister gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen und in ihrer jeweiligen Verschiedenheit zu betrachten.

Auch der Gegenentwurf beider zur bürgerlichen monogamen Beziehung wurde viel gefeiert, später aber oft geschmäht und als gescheitert betrachtet. In der Tat waren es wohl oft die Dritten im Bunde, die unter dem Pakt des Paares am meisten litten. Jedenfalls wurde die Bisexualität de Beauvoirs erst posthum bekannt, darüber schwieg sie zeitlebens lieber. Allerdings scheint sie Frauen doch den Vorzug gegeben zu haben:

Frauen sind einfach begehrenswerter als Männer. Sie sind attraktiver, weicher, ihre Haut ist schöner. Und im allgemeinen haben sie mehr Charme.
(Quelle: fembio.org: Simone de Beauvoir)

Google ehrte de Beauvoir an ihrem 106. Geburtstag mit einem eigenen Doodle:

Screenshot Google-Doodle Simone de Beauvoir vom 9.1.2014

Foto oben: By Unknown. Copyright holder is Archives Gallimard at Paris, Archives Gallimard no longer exists [Public domain], via Wikimedia Commons
Screenshot eines Google-Doodle vom 9.1.2014

Weitere Quellen und Links

Sabine Arnolds

Ist eine der beiden Gründerinnen von phenomenelle. Die Idee spannende Geschichten um Frauen gesammelt auf einer Seite zu erzählen und ihr eigenes Online-Magazin herauszugeben, treibt sie schon mehrere Jahre um. Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit.

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3 Kommentare

  1. phenomenelle des Tages vom 23./24.2.2013: Judith Butler23. Februar 2013 um 18:10Antworten

    [...] Geschlechter löst einen Paukenschlag in der Geschlechter- und Feminismusdebatte aus. 40 Jahre nach Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht denkt sie deren bahnbrechende Erkenntnis “Man wird nicht als Frau [...]

  2. phenomenelle des Tages vom 24./25.8.2013: Simone Weil24. August 2013 um 17:28Antworten

    [...] Simone de Beauvoir beneidete sie um ihr großes Herz, Heinrich Böll lag sie wie eine Prophetin auf der Seele, Susan Sontag beschrieb sie als eine der kompromisslosesten und beunruhigendsten Zeuginnen der modernen Arbeit des Geistes. Während ihres kurzen Lebens ist sie Lehrerin, Fabrikarbeiterin, Journalistin, Gewerkschafterin, Revolutionärin, Widerstandskämpferin, Anarchistin, Mystikerin und vor allem Philosophin. [...]

  3. phenomenelle des Tages vom 7.2.2014: Juliette Gréco7. Februar 2017 um 11:59Antworten

    [...] Im Tabou treffen sich die Existenzialisten um Sartre, der sie als Sängerin entdeckt, und Simone de Beauvoir. Auch die Dietrich gibt sich oft die Ehre. Es sind Sartres Chansons, die Gréco zuerst singt. Mit [...]

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