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phenomenelle des Tages: Betty Friedan

Von Sabine Arnolds | Am 4. Februar 2013
Kategorien: informelle, LeStory | Mit 1 Kommentar

Betty Friedan (4.2.1921–4.2.2006)

Betty Friedan 1960Für die US-amerikanische Frauenbewegung hat sie die gleiche Bedeutung wie Simone de Beauvoir für die europäische. 1963 erscheint ihr Beststeller The Feminine Mystique, 3 Jahre später in Deutschland als Der Weiblichkeitswahn veröffentlicht. Das Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer: Es ermutigt Frauen, die traditionelle Rolle als Mutter, Haus- und Ehefrau zu hinterfragen und auszubrechen, bricht mit dem Mythos, alle Frauen wären zufrieden mit diesen Rollen und legt den Grundstein für die 2. Welle der Frauenbewegung

Schon als Kind weiß Betty, dass sie das Leben, das ihre Mutter vorlebt, nicht will. Die gab nach der Heirat ihren Beruf als Redakteurin auf und widmete sich fortan kreuzunglücklich neben der Familie vor allem ihren Hobbys Tennisspielen, Shoppen und Gut-Auszusehen. Betty sagt:

Wenn ich groß bin, will ich eine eigene Arbeit haben!
(Quelle: fembio.org: Betty Friedan)

Auf eigenen Beinen stehen

Und das zieht sie durch. Nach dem Soziologie- und Psychologiestudium sowie der Heirat mit dem Schauspieler Carl Friedan arbeitet sie als Journalistin, bleibt auch nach der Geburt der 3 gemeinsamen Kinder berufstätig. Auf eigenen beruflichen Füßen zu stehen, wird ihr allerdings schwer gemacht. 1952 verliert sie den Job bei einer Gewerkschaftszeitung, weil sie um Mutterschaftsurlaub bittet. Widerwillig sieht sie sich nun doch in der ungewollten Rolle, schreibt nebenher freiberuflich für Frauenmagazine, hasst aber deren Hausfrauenideale. Sie kann nicht glauben, dass sie mit ihrer Ablehnung des bürgerlichen Frauen- und Familienideals allein ist. Sie will wissen, wie es anderen Frauen ergeht und wie die sich fühlen. Deshalb entwirft sie Fragebögen, die sie durchs ganze Land an ihre ehemaligen Mitstudentinnen schickt. Die Antworten bestätigen sie. Ihr Wissen packt sie in einen Artikel, aber den will niemand drucken. Da macht sie ein Buch aus den Ergebnissen, das 1963 erscheint…

Jede Hausfrau kämpfte allein damit. Wenn sie Betten machte, Einkaufen ging, Schonbezüge wechselte, mit ihren Kindern Erdnuss-Brote aß, Pfadfinder und Brownies durch die Gegend fuhr, nachts neben ihrem Ehemann lag, hatte sie sogar Angst davor, sich selbst die leise Frage zu stellen: “Ist das alles?”
(Quelle: Womenshistory – Betty Friedan Quotes)

Von der Autorin zur Aktivistin

Doch beim Schreiben bleibt es nicht. Friedan wird Aktivistin, gründet mit anderen 1966 die National Organization for Women (NOW), wird deren erste Präsidentin, kämpft für Abtreibungsrechte und dafür, dass Frauen eine größere politische Rolle spielen. Ihr Charisma begeistert die Massen, auch wenn einige sie kritisieren, weil sie sich anstatt mit Frauen lieber mit Männern umgibt. Friedan bleibt wach für gesellschaftliche Entwicklungen und prangert 1993 als eine der ersten den Jugendwahn an. Sie selbst fühlt sich mit 70 sogar begehrenswerter als in jüngeren Jahren. Betty Friedan stirbt 2006 an ihrem 85. Geburtstag.

Foto: Fred Palumbo, World Telegram staff photographer [Public domain], via Wikimedia Commons

Quellen:

Sabine Arnolds

Ist eine der beiden Gründerinnen von phenomenelle. Die Idee spannende Geschichten um Frauen gesammelt auf einer Seite zu erzählen und ihr eigenes Online-Magazin herauszugeben, treibt sie schon mehrere Jahre um. Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit.

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Ein Kommentar

  1. phenomenelle des Tages vom 25.3.2013: Gloria Steinem25. März 2013 um 11:55Antworten

    [...] der 70er gründet Steinem mit anderen Frauen wie Betty Friedan verschiedene Frauenorganisationen und 1972 die feministische Zeitschrift Ms. Magazine, die immer [...]

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081110 Anne Will Als Vorzeigelesbe mag sie sich wohl nicht sehen, frauenpolitisch wird die Journalistin und Polittalkerin als Mitinitiatorin von Pro Quote umso deutlicher.
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