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phenomenelle des Tages: Bessie Smith

Von Sabine Arnolds | Am 26. September 2013
Kategorien: informelle, LeStory | Mit 3 Kommentaren

Bessie Smith (15.4.1894–26.9.1937)

Bessiesmith-2Ihre Zeit sind die 20er Jahre, ihre Musik der Blues. Als größte Blues-Sängerin ihrer Zeit trägt sie den Beinamen Empress (Kaiserin). 1923 wird ihre erste Schallplatte Downhearted Blues sofort ein Hit. Smith Songs sind offen, direkt und voller sexueller Anspielungen. Ungeschönt thematisiert sie männliche Gewalt und weibliche Unterordnung. Sie selbst hat Affären mit Männern und Frauen.

Aufgewachsen in Armut und bereits früh Waise beginnt Smith als Straßensängerin, begleitet auf der Gitarre von einem Bruder. 1912 schließt sie sich einer Wanderbühne an. Sie erobert singend und tanzend die Vaudeville Bühnen. Wenige Monate später trifft sie auf Ma Rainey, die ihre Freundin und Mentorin wird. Anfang der 20er lässt Smith sich in Philadelphia nieder und heiratet. Bald wird ein Plattenproduzent auf sie aufmerksam. Über 200 Aufnahmen entstehen im Verlauf ihrer Karriere. Doch mit dem Erfolg kommt auch der Alkohol und die Sucht. In den 30er Jahren ist sie fast am Ende, nur noch wenige Platten und Auftritte gelingen. 1936 hatte sie eine Art Comeback als sie für Billie Holiday in Harlem einspringt. Das Publikum zeigt sich begeistert, weitere Angebote folgen. Ein Autounfall setzt ihrem kurzen Leben ein Ende. Die Gerüchte, dass sie auch starb, weil sie als Schwarze nicht behandelt wurde, sind bis heute nicht endgültig bestätigt.

Vorbild für mehrere Generationen

Die erhaltenen Schallplattenaufnahmen geben eine Ahnung von Smiths kräftiger ausdrucksvoller Stimme, ihrem untrüglichen Sinn für Rhythmus und der ganzen Bandbreite emotionalen Ausdrucks. Dennoch werden sie ihrer Ausstrahlung und dem besonderem Talent wohl nur annährend gerecht. Während der Auftritte kommuniziert die Sängerin mit dem Publikum, tanzt, spielt und macht Witze. Generationen von nachfolgenden Sängerinnen wie Billie Holliday, Mahalia Jackson und Janis Joplin werden von ihr beeinflusst.

Eine Königin spielt die Kaiserin

Der Pay-TV-Sender HBO verfilmte das Leben von Bessie Smith mit der Schauspielerin und Königin des US-amerikanischen Hip Hop, Queen Latifah, in der Hauptrolle. Regie führte die queere Filmemacherin Dee Rees, die 2011 mit dem lesbischen Coming-Of-Age-Film Pariah Aufmerksamkeit weckte. Bessie begleitet die Ikone auf ihrem Weg von der jungen talentierten Sängerin zur Kaiserin des Blues. Neben Queen Latifah spielen unter anderem  Oscar-Gewinnerin Mo’Nique eine Hauptrolle als Ma Rainey und Tika Sumpter als Smith langjährige Partnerin Lucille.

Foto: Carl Van Vechten aus der Library of Congress [Public domain], via Wikimedia Commons

Text aktualisiert am 15.4.2015

Weitere Quellen und Links

Sabine Arnolds

Ist eine der beiden Gründerinnen von phenomenelle. Die Idee spannende Geschichten um Frauen gesammelt auf einer Seite zu erzählen und ihr eigenes Online-Magazin herauszugeben, treibt sie schon mehrere Jahre um. Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit.

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3 Kommentare

  1. phenomenelle des Tages vom 19.1.2013: Janis Joplin19. Januar 2013 um 10:17Antworten

    [...] Bessie Smith war ihr ganz großes Vorbild. Angeblich spendete sie für die von ihr Verehrte sogar einen neuen [...]

  2. Das war die phenomenelle Woche 09-10/2013 – ein lesbischer Rückblick12. März 2013 um 09:23Antworten

    [...] Anlässlich des Black History Month in den USA erinnert das amerikanische Schwulen-Magazin Advocate an schwarze LGBT-Aktvist_innen, derer die Leser_innen sich erinnern sollten. Unter den Lesben sind Dichterin Audre Lourde, Entertainerin Josephine Baker, Kongressabgeordnete Barbara Jordan und Blues-Legende Bessie Smith. [...]

  3. phenomenelle des Tages vom 7.4.2015: Billie Holiday8. August 2017 um 13:36Antworten

    [...] Bessie Smith ist eine ihrer großen Vorbilder. 1933 entdeckte Plattenproduzent John Hammond Holiday in einem [...]

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