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phenomenelle des Tages vom 3.1.2013

Von Sabine Arnolds | Am 3. Januar 2013
Kategorien: informelle, LeStory | Mit 0 Kommentaren

Dorothea Wieck (geb. 3.1.1908)

Szenenbild Mädchen in Uniform: Fräulein von Bernburg küsst ManuelaAuch wenn ihr Vater Kaufmann ist, stammt sie aus einer Familie mit tiefgehenden künstlerischen Wurzeln. So gehört zum Beispiel die Wunderpianistin und Robert-Schumann-Ehefrau Clara zu ihren Vorfahren. In Davos geboren wächst Wieck zunächst in Schweden, später in Freiburg und Dresden auf. Bereits mit 12 nimmt sie Tanzunterricht, mit 15 studiert sie Schauspiel in Berlin. Bald darauf folgen die ersten Bühnenengagements in Wien und München, 1926 der erste Kinofilm. Den endgültigen Durchbruch bringt ihr 1931 die Rolle der Lehrerin Fräulein von Bernburg im lesbischen Klassiker Mädchen in Uniform. Titelrollen in anderen Filmen und schließlich Hollywood rufen.

Nach 2 Filmen ist die kaum begonnene amerikanische Karriere wieder vorbei. Wieck wird – wohl unberechtigt – der Nazispionage verdächtigt und ausgewiesen. Zurück in Deutschland erhält sie zunächst weitere Filmrollen, verweigert sich aber zunehmend der Vereinnahmung durch das Unrechtsregime und wird schließlich mehr oder weniger kalt gestellt. Im Nachkriegsdeutschland spielt sie überwiegend Theater, nur noch ab und an im Film und später im Fernsehen. In den 60er Jahren leitet sie zeitweise eine eigene Schauspielschule. Ihre letzte Rolle spielt sie 1973 in der Folge Tod eines Hippiemädchens der Krimi-Serie Der Kommissar.

Ein lesbischer Kultfilm

Der Name von Dorothea Wieck bleibt bis heute mit dem Erfolgsfilm Mädchen in Uniform verbunden. Der Film um die erwachende Liebe der jungen Internatsschülerin Manuela von Meinhardis für ihre Lehrerin Fräulein von Bernburg basiert auf einem Theaterstück der lesbischen Autorin Christa Winslow. Er war trotz seines Themas ein Erfolg an den Kinokassen. Als erster deutscher Spielfilm widmete er sich in positiver Weise dem lesbischen Begehren und prangerte zugleich die strengen preussischen Erziehungsmethoden an. Wieck selbst war froh, dass der gleichgeschlechtliche Unterton im Film gegenüber der Berliner Bühnenfassung etwas geglättet wurde: “Da hatte ich Bedenken, weil die Beziehung zwischen der Bernburg und der Manuela mir zu stark erotisch betont war. Das schöne am Film war ja, dass die Beziehung zwischen den beiden sehr viel zarter und nicht so deutlich war.” (Quelle: Interview: DW-Redakteur Klaus Goetze-Claren spricht im Februar 1976 mit Dorothea Wieck). Jedenfalls ist sie wesentlich deutlicher als im 1958 gedrehten Remake mit Romy Schneider. Filme wie Lost and Delirious oder Loving Annabelle greifen Motive aus dem Originalfilm auf.

Foto: Szenenbild aus Mädchen in Uniform mit freundlicher Genehmigung durch STUDIOCANAL GmbH.

Sabine Arnolds

Ist eine der beiden Gründerinnen von phenomenelle. Die Idee spannende Geschichten um Frauen gesammelt auf einer Seite zu erzählen und ihr eigenes Online-Magazin herauszugeben, treibt sie schon mehrere Jahre um. Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit.

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