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SÜT Köln

Interview mit Saskia Beecks von Berlin Tag & Nacht

Von Melanie | Am 25. April 2014
Kategorien: Allgemein, Featured, kulturelle, TV | Mit 0 Kommentaren

Ausstieg aus der Serie schockte die Fans

Der Kontakt mit ihren Fans machte Saskia sichtlich Spaß

Der Kontakt mit ihren Fans machte Saskia sichtlich Spaß

Die Schauspielerin Saskia Beecks gehörte seit der ersten Folge zu den Hauptdarstellern des Scripted-Reality-Formats Berlin Tag & Nacht (BTN) und spielte drei Jahre lang die Rolle der bisexuellen Alina Schmitt.

In den meist lesbischen Partnerschaften, verkörperte sie das Leben innerhalb der LGBTIQ-Szene wesentlich authentischer, als es in den meisten anderen Daily-Soaps dargestellt wird. Zum Schrecken der Fans wurde Anfang April dieses Jahres die letzte Folge mit Saskia ausgestrahlt.

Im Rahmen einer Autogrammstunde während der LesVegas-Lesbenparty trafen wir uns am 12. April in Essen mit einer gut gelaunten und absolut auf dem Boden gebliebenen Saskia zu einem Interview und sprachen offen über die Zeit bei BTN, ihren Ausstieg, ihre schauspielerischen Pläne, ihr offen lesbisches Leben, ihr Coming Out, ihre enorme Gewichtsreduktion und die baldige Veröffentlichung ihre Buches.

Auch während der Autogrammstunde zeigte sie keinerlei Berührungsängste, nahm sich für jeden einzelnen Fan Zeit. Es war ihr deutlich anzumerken, wie sehr sie ihre Fans wertschätzt.

Auszug aus dem Interview

(Das Interview in voller Länge gibt es hier):

phenomenelle: Du hast bei BTN die Rolle der bisexuellen Alina gespielt – für mich bisher eine der authentischsten Darstellungen einer Person aus dem LGBTIQ-Leben, im Vergleich zu anderen Soaps. In wie weit hat es dir bei der Umsetzung der Rolle geholfen, dass du selbst offen lesbisch lebst? Oder war das vielleicht sogar manchmal ein Hindernis?

Saskia: Komplexe Frage. Ich stehe ja überhaupt nicht auf Männer und für mich wäre es interessant zu wissen, ob ich beim Dreh mit einem Mann auch so authentisch herübergekommen bin. Für mich ist es halt ganz normal, wenn ich in der Serie mit einer Frau eine Beziehung führe. So wie für die heterosexuellen Kolleginnen im Schauspiel mit einem Mann. Und meine Soap-Beziehungen mit einem Mann genauso authentisch darzustellen, war eine Herausforderung aber überhaupt kein Hindernis. Ich habe das immer unter dem schauspielerischen Aspekt betrachtet und möchte im Schauspiel alles darstellen – auch das, was ich selbst nicht bin. Also versuche ich mich bestmöglich darauf zu konzentrieren, unabhängig von jeder sexuellen Orientierung, alles möglichst authentisch darzustellen.

phenomenelle: Du hattest bestimmt nicht nur homosexuelle Kolleginnen in der Serie als Partner_innen, sondern auch heterosexuelle. Für die war es vermutlich ganz anders, dich zu küssen als umgekehrt. Hattest du dadurch eine Hemmschwelle, weil du dir Gedanken darüber gemacht hast, wie es für sie ist?

Zwischen den Autogrammen war Saskia immer für einen Spaß zu haben

Zwischen den Autogrammen war Saskia immer für einen Spaß zu haben

Saskia: Anfangs schon, aber ich bin ein Mensch, der immer alles gerade heraus anspricht und habe nachgefragt, ob jemand ein Problem damit hat oder sich unwohl fühlt. In der Regel ist es ja auch so, dass man, wenn man vom Drehbuch aus einen Partner oder eine Partnerin geschrieben bekommt, vorher mit der Person ein Casting hat. So wird geprüft, ob die Chemie stimmt und es auch wirklich passt. Das hat bei allen bisher wunderbar funktioniert und es gab in der Hinsicht überhaupt keine Schwierigkeiten.

phenomenelle: Wie ist die Idee entstanden, ein Buch zu schreiben und hat es etwas länger gedauert, bist du es dann auch wirklich umgesetzt hast?

Saskia: Die Idee ist eigentlich aus einem Joke heraus entstanden. Ich bekomme pro Tag bestimmt 20 Nachrichten auf meiner Facebookseite, mit immer den gleichen Fragen: „Wie hast du abgenommen, bist du wirklich lesbisch, wie hast du abgenommen, bist du wirklich lesbisch…“ Irgendwann habe ich dann aus Spaß mal gesagt, dass ich vielleicht ein Buch schreiben sollte, denn ich kann ja nicht jeden Tag immer wieder dasselbe antworten. Der Joke entwickelte sich dann immer weiter, bis ich irgendwann dachte, dass es eigentlich keine schlechte Idee ist, all die Fragen in einem Buch zu beantworten. Für mich ist es ein Dankeschön an die Fans, denn ohne entsprechende Fan-Base kann niemand erfolgreich sein. Jedes einzelne Wort in dem Buch stammt von mir und entspricht meinen Gedanken. Auch den Verlag habe ich selbst gegründet. Ich will damit zeigen, dass man eigentlich alles schaffen kann, was man sich vornimmt. Und genau darum geht es ja auch in dem Buch.

phenomenelle: In deinem Buch geht es unter anderem um die Zeit bei Berlin Tag & Nacht, deine eigene Sexualität bzw. dein Coming Out, aber auch um die 30 Kilo, die du abgenommen hast. Sprichst du eher offen und schonungslos darüber, um die Schauspielerin Saskia mehr zu zeigen, oder geht es um die Motivation der Leser_innen, die eigenen Ziele erreichen zu können?

Saskia: In dem Buch ist nichts gespielt und es soll auch ganz bewusst so werden, wie ich bin: Provokant, impulsiv und an einigen Stellen hoffentlich witzig. Einerseits möchte ich darauf aufmerksam machen, wie es dazu kommen kann, dass man überhaupt so viel zunimmt. Denn alle fragen immer nur nach dem Abnehmen, aber keiner interessiert sich dafür, dass ich mega unglücklich war, weil ich beruflich nicht das ausüben konnte, was ich wollte und dies mit Essen und Nahrung kompensiert habe. Andererseits sind die Themen des Buches politischer Natur und in Deutschland teilweise umstritten. Ich nehme wirklich kein Blatt vor den Mund und schreibe meine Meinung, in der Hoffnung, aufzurütteln. Diskriminierung zum Beispiel ist derzeit überall ein ganz großes Thema, aber Homophobie wird immer schön unter den Teppich gekehrt und was Putin macht, geht uns sowieso alle nichts an. In meinem Buch kehre ich durch unterschiedliche sprachliche Stilmittel dieses Ungleichgewicht um.

phenomenelle: Wie viel wird der Leser/die Leserin in deinem Buch von der Privatperson Saskia erfahren?

Saskia: Da ich es selbst schreibe, viel. Einige Themen sind sehr biografisch. Zum Beispiel, wie ich zu BTN gekommen bin. Auch über mein Coming Out schreibe ich so, wie es wirklich war: „Mama, ich muss dir was sagen“. Politische Dinge oder andere Sidekicks sind etwas allgemeiner gehalten, spiegeln aber meine Meinung wieder. Zusammenfassend kann man sagen, dass schon einiges von mir drin stecken wird.

phenomenelle: Wie lange liegt dein privates CO zurück?

Saskia: Fast 8 Jahre. Mit 16 habe ich mich geoutet.

phenomenelle: Musstest du dich zu Beginn von BTN damit auseinander setzen, ob du auch als Schauspielerin geoutet sein möchtest?

Saskia: Nein! Ich verstelle mich für nichts und niemanden. Da könnte der Papst vor mir stehen – ich würde sagen „Ich bin ne Lesbe, ich find das geil und bin glücklich!“  Alles andere wäre für mich völlig unauthentisch. Natürlich gibt es Berufe, wie zum Beispiel den Profifußball, in denen ein großer Druck auf den Personen lastet und sie sich aus Angst vor dem Einfluss auf ihre Karriere nicht outen. Ich würde nie sagen „Du bist scheiße und unauthentisch, weil du dich nicht outest“. Es ist ein schwieriges Thema und ich kann nur für mich sprechen: Ich würde mich für niemanden verstellen. Ich finde es im Schauspiel auch am allerwenigsten relevant, welche sexuelle Orientierung man hat. Da kommt es auf Talent und Leistung an. Wen man privat liebt, spielt da meiner Meinung nach keine große Rolle.

phenomenelle: Kann man dein Buch zukünftig auch im Handel erwerben oder weiterhin exklusiv über deine Homepage?

Saskia: Derzeit kann man es über die Homepage bereits vorbestellen und erhält eine persönliche Widmung von mir. Nach Veröffentlichung versuche ich es natürlich auch in den Handel zu bringen.

(Interview in voller Länge)

Gruß von Saskia an die phenomenelle-Leser_Innen

Gruß von Saskia an die phenomenelle-Leser_Innen

 

 

 

 

 

 

 

 

Saskias Buch kann hier vorbestellt werden: http://www.saskiasbuch.de
Saskia bei Facebook: www.facebook.com/SaskiaBeecksOfficial

Melanie

unterstützt das Projekt in erster Linie als „supportelle“, passt aber wie phenomenelle in keine Schublade und wird im Rahmen ihrer breit gefächerten Interessen, zu denen unter anderem Sport, (Hör-) Bücher, Filme, Games, Musik, Networking u.v.m. gehören, den ein oder anderen Artikel beisteuern. Beruflich arbeitet sie im Bereich der Gewaltprävention

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