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Zurück zur Seife – ein Selbsttest

Mehrere farbig verschiedene Naturseifen

Die gute alte Seife ist aus der Mode geraten

Völlig zu Unrecht, wie ich finde. Als ich neulich gemütlich über die Kölner Hohe Straße schlenderte, fiel mir der bunte und aufdringlich duftende Lush-Laden auf. Ein Laden und soviel Seife zum Händewaschen? Das erschien mir merkwürdig. Noch merkwürdiger, dass er bisher in meinem kosmetischen Jagdgebiet völlig unberücksichtig geblieben war. Denn diese Seife ist nicht nur zum Händewaschen. Seife für den Körper, besondere Seifen für das Gesicht und sogar Seife für die Haare warteten auf mich. Eine Seife zum Haare waschen und zwei für den Körper wanderten direkt in meinen Einkaufskorb. Von Neugierde gepackt, habe ich noch am selben Abend online bei Olivia Seife und Die Seifenmanufaktur handgemachte Seifenstücke bestellt.

Meine Erkenntnis: Die gute alte Seife (sofern handgemacht, mit natürlichen Inhaltsstoffen) hat gegenüber Duschgel sogar viele Vorteile. Sie ist

  • umweltschonender, weil Seife ohne Plastikverpackung daher kommt,
  • ergiebiger (100 Gramm Seife sollen genauso lange halten wie 500 ml flüssige Seife),
  • praktisch auf Reisen (darf ins Handgepäck – ist ja nicht flüssig).

Sie enthält

  • keine Konservierungsstoffe und
  • nur natürliche Inhaltsstoffe.

Synthetik contra Natur

Naturseife RosaWohl gemerkt spreche ich hierbei nicht von den synthetischen Seifen, die ihr im Supermarkt oder der Drogerie findet. Sucht im Internet nach „handgemachter Seife“ oder „Naturseife“ und ihr werdet auf viele schöne Onlineshops stoßen.

Die Grundlage für Naturseifen bilden Pflanzenöle. Naturseife soll sehr mild sein, da sie Fett und Schmutz von der Hautoberfläche löst ohne tiefer in die Haut einzudringen, so dass das Eigenfett der Haut erhalten bleibt. Außerdem sind in Naturseifen in der Regel rückfettende Bestandteile enthalten, die zusätzlich pflegen.

Ab unter die Dusche

Ich schäume die Seife unter der Dusche entweder in meinen Händen auf oder streiche sie direkt über die Haut. Das kommt auf die Seife an – wie gut sie in der Hand liegt und wie gut sie schäumt. Kleiner Nachteil: Hin und wieder rutscht sie leider doch, wie in Gefängnis-Filmen üblich, aus der Hand.

Stück Naturseife RotIch habe das Gefühl, der frische Duft der Seife haftet viel länger auf der Haut als Duschgel-Duft. Meine Haut fühlt sich nach dem Duschen auch nicht ausgetrocknet dafür „quietsch“-sauber an. Am besten bewahrt ihr das Seifenstück in einer Seifenschale mit Löchern. So kann das überschüssige  Wasser ablaufen. Sonst habt ihr ganz schnell eine unappetitliche Seifensuppe.

Haare waschen?

Das ist sogar mit jeder herkömmlichen Seife möglich, wenn ihr danach eine sogenannte „saure Rinse“ durchführt. Die soll die Haarstruktur glätten und den natürlichen ph-Wert der Kopfhaut wieder herstellen. Dabei wird ein Esslöffel Apfelessig auf 1 Liter kühles Wasser gegeben und nach dem Haare waschen über die Haare gegossen. Keine Sorge, der Essig-Geruch verfliegt.

Die getestete Lush-Haarseife kommt ohne „saure Rinse“ aus. Sie lässt sich einfach über das Haar reiben, fängt dabei sofort an mächtig zu schäumen. Mit einem kleinen Stück festem Shampoo komme ich ewig aus. Wirklich praktisch auf Reisen.

Alepposeife – der Beauty-Renner?

Stück AlepposeifeÜberall hoch angepriesen in den Beauty-Foren wird die sogenannte Alepposeife. Sie kann für Gesicht, Körper und Haar genutzt werden. Sie soll die älteste je hergestellte feste Seife sein. Heute noch wird die rein pflanzliche Seife in Syrien in alter Familientradition lediglich aus Oliven-, Lorbeeröl, Soda aus dem Meer und Wasser hergestellt. Ohne chemische oder tierische Zusatzstoffe.

Die Liste der tollen Eigenschaften ist lang. So soll sie

  • Motten vertreiben (Seife in den Schrank legen),
  • Jucken bei Insektenstichen mindern (Reiben der trockenen Seife über den Einstich),
  • Asthma und Bronchitis lindern (Bad mit Alepposeife),
  • Flecken aus empfindlichen Stoffen entfernen,
  • Neurodermitis lindern (mit der Seife waschen, anschließend eincremen),
  • Akne lindern (mit Seifen Gesicht waschen, 2–4 min einwirken lassen, abwaschen).

Die Seife hat allerdings einen entscheidenden Nachteil – sie stinkt! Das mag sicherlich Geschmacksache sein. Die einen lieben es blumig, die anderen frisch oder herb. Die Alepposeife riecht, wie ich finde, aufdringlich nach Heu. So toll ihre Eigenschaften auch sein mögen. Ich brauche nicht nur Pflege unter der Dusche sondern auch einen anziehenden Duft.

Mein Fazit

Seife ist nicht nur zum Händewäschen da. Mit einer handgemachten Seife macht ihr nicht nur euch selbst, sondern auch eurer Haut eine Freude. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim Einseifen.

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One thought on “Zurück zur Seife – ein Selbsttest”

  1. Haar und Dusch Seife Adonis in Festform, in einen kleine SeifenSack / Beutel aus natürlichen Materialien gearbeitet wie Leinen oder Hanf geben, dann haben Sie auch das Peeling inclusive, ohne Microplastik. SeifenSack / Beutel hängend lagern. http://ambrosia.emporion.es/leben-ohne-plastik.html

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