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Xena 2.0 der Subtext und die lesbische Hoffnung

Von Daniela Zysk | Am 17. März 2016
Kategorien: kulturelle, TV | Mit 1 Kommentar

Diese Neuigkeit schlug in der lesbischen Community ein wie eine Bombe, als vor einigen Tagen bekannt wurde, dass es ein Xena Reboot geben wird. Zumindest wurde von NBC eine Pilotfolge geordert, die 2017 ausgestrahlt werden soll.
Wer in den 90ern sein Coming-Out hatte, der kam um die Geschichte der Kriegerprinzessin Xena und ihrer besten Freundin und Wegbegleiterin Gabrielle nicht vorbei.

Xena 1

Für alle die später geboren sind: Xena – Die Kriegerprinzessin ist eine US-amerikanische Fantasy-Serie, die in den Jahren 1995–2001 in Neuseeland gedreht wurde und fast weltweit zu sehen war.
In der Hauptrolle eben Xena (Darstellerin: Lucy Lawless) als gnadenlose und rücksichtslose Kriegerin, die durch das Einwirken von Hercules und das Zusammentreffen mit der jungen Gabrielle (Renée O’Connor) die Seiten wechselt. Von da an kämpft sie für das Gute. Mit ihrer Kampftechnik und besonderen Waffen besiegt Xena ganze Armeen und Götter.

Xena 2

Mit dieser Serie nahm der Begriff Subtext innerhalb der lesbischen Community endgültig Fahrt auf. Der Subtext oder auch “Zwischen den Zeilen lesen” bestand in diesem Fall aus der Vermutung, dass Xena und Gabrielle in Wirklichkeit ein Liebespaar sind, auch wenn beide innerhalb der Serie männliche Liebschaften hatten. Die Produzenten selber verstanden es schon damals gut, diese Spekulationen durch kleine Hinweise weiter anzuheizen und auch leider auszureizen. So gab es einen geschickten beinah Kuss zwischen den beiden Heldinnen. Nach dem Ende der Serie hat zumindest Lucy “Xena” Lawless deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die beiden Heldinnen eine lesbische Beziehung haben.
Serien die praktisch von ihrer lesbischen Subtext-Fanbase leben, gibt es auch im Jahr 2016 noch reichlich. Bekannte Beispiele sind: Rizzoli & Isles und Once Upon a Time.

Als Xena über den deutschen Bildschirm flatterte, hatte ich mein Coming-Out bereits hinter mir und konnte schon in den 90ern wenig mit Subtext anfangen. Damals wie heute steige ich erst in eine Serie ein, wenn klar ist, dass ich nicht wie Ware zweiter Klasse von Produzent_innen behandelt werde. Dass auch dieses Reinklicken keine wirkliche Sicherheit für ein lesbisches Glück bedeutet, lässt anhand einer Auflistung der bisher 142! toten lesbischen und queeren Frauen im internationalen TV bei Autostraddle sehen.
Link zum Artikel: http://www.autostraddle.com/all-65-dead-lesbian-and-bisexual-characters-on-tv-and-how-they-died-312315/

Wofür ich allerdings Xena und den späteren “Nein, in Wirklichkeit sind das keine Lesben”-Serien dankbar bin, war die Initialzündung für die Fantasie vieler Frauen, die anfingen ihr Kopfkino auf Papier zu bringen und daraus Fanfiction zu machen. Viele Lesben, die heute immer noch zu den beliebtesten Romance Autorinnen gehören, hatten ihr schriftstellerisches Coming-Out in der Xena Fanbase.
So wurde etwa die Autorin Melissa Good mit ihren Fanfictions so beliebt, dass die Xena-Produzenten sie einluden, drei Drehbücher für die Serie zu schreiben. Zwei wurden sogar verfilmt.

Das bringt uns zurück zu Xena 2.0, da soll nämlich alles besser werden und ganz ohne Subtext.
Der Showrunner Javier Grillo-Marxuach hat sich auf Tumblr zu dem Reboot geäußert und vollmundig verkündet, dass Xena nun offen lesbisch sein darf.

“There is no reason to bring back Xena if it is not there for the purpose of fully exploring a relationship that could only be shown subtextually in first-run syndication,”

Jetzt muss das gespannte Publikum dazu aber wissen, dass gerade dieser Javier Grillo-Marxuach erst vor ein paar Tagen einen mächtigen Shitstorm hinter sich gebracht hat. Ließ er doch in seiner aktuellen Action-Serien “The 100″, die beliebte Lexa sterben. Nicht nur, das die stolze und offene Lesbe überhaupt dieses Schicksal erleiden musste, nein es war auch noch durch einen sinnlosen Querschläger-Schuss, nachdem sie die erste Liebesnacht mit ihrer Angebeteten verbracht hatte. Als Kämpferin hätte sie zumindest einen ehrbaren Tod im Kampf verdient.
Klare Ansage: Lesben sterben sinnlos und gerade dann wenn sie für 0,01 Sekunden glücklich sind.
Eine schockierende Botschaft, wenn man bedenkt, dass die Selbstmordrate bei LGBTIQ Jugendlichen so viel höher liegt als bei heterosexuellen.

Nun gut, jetzt verspricht Javier ja bessere Zeiten für Lesben bei Xena und wir sind erst mal gewillt ein Fünkchen Wahrheit darin zu sehen. Ob die neue Xena und Gabrielle allerdings wieder von Lucy Lawless und Renée O’Connor verkörpert werden, darf anhand des Jugendwahns im TV bezweifelt werden.
Aber Frau soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

Xena-Gabrielle Fanvideo:
YouTube Preview Image

Weitere Links zum Thema:
Buzzfeed:
http://www.buzzfeed.com/skarlan/gal-pal-warriors-no-more#.kplZdOV5P
The Guardian:
http://www.theguardian.com/tv-and-radio/tvandradioblog/2016/mar/15/xena-lesbian-warrior-princess-have-the-rules-of-tv-just-been-rewritten?CMP=fb_gu
Ylva-Verlag:
http://www.ylva-publishing.com/2016/03/04/let-lesbians-live-television-keeps-killing-our-queer-heroines/

Fotocredit: FCKH8 Organisation.

Daniela Zysk

Co-Gründerin von phenomenelle. Sie erlebte ihre ersten Lesbenbabyschritte in der schwäbischen Provinz und war dann später in Köln in mehreren LGBTIQ Organisationen tätig, wo sie u.a. den WomenPride gründete und im Moment das Filmfestival homochrom unterstützt. Sie ist ein unverbesserlicher Happy-End Freak und findet die Vernetzungsmöglichkeiten dank der Social Networks das Größte seit der Erfindung von kalten koffeinhaltigen Getränken.

Mehr Artikel von Daniela ZyskWebsite

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Ein Kommentar

  1. Let Lesbians Live – das Fernsehen hört nicht auf, Lesben zu töten3. April 2016 um 08:22Antworten

    [...] sehen – egal, ob es tatsächliche Heldinnen sind, wie Lexa oder Xena, oder nicht. Übrigens hatte Xena in ihrer Serie auch kein Happy End. Sicherlich ist es bei diesem Beispiel noch ein wenig anders, da [...]

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