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Buchrezi: Sterben in Schwarzweiß von Elke Weigel

Von Jess Doenges | Am 7. April 2016
Kategorien: kulturelle, LITelle | Mit 0 Kommentaren

Cover "Sterben in Schwarzweiß" von Elke Weigel zeigt Container in schwarzweiß spiegeln sich farbig in einem Gewässer.Gebt mir einen freien Tag und ein Buch von Elke Weigel und ich tauche ab :D

Ihr neuestes Werk Sterben in Schwarzweiß ist in sich abgeschlossen, aber bereits der zweite Fall von Kommissarin Johanna Schach und ihrer Lebensgefährtin Psychologin Carolin Baittinger. Und der ist nicht minder spannend als der erste, darum kann ich beide nur empfehlen – egal in welcher Reihenfolge man sie liest.

Ich mag keine Krimis und schon gar keine Thriller, weil da immer scheußliche Dinge geschehen. Elke Weigel vermag es aber, so wunderbar psychologische Verstrickungen zu erschaffen, dass die Scheußlichkeiten weniger auffallen. Vordergründig geht es hier um die Menschen. Krankheitsbilder, Beweggründe zu Taten und Handlungen. Dass die Autorin selbst Psychologin ist, ist da sicherlich sehr hilfreich.

Egal ob historischer Roman oder Krimi – Weigels Rückblenden-Gegenwartswechsel machen mich jedes mal total wahnsinnig, weil sie im spannendsten Moment wieder in die andere Zeit switcht. Darum muss ich lesen, lesen, lesen – um schnell wieder in die nächste Zeitstufe zu kommen. Dies stellt sich beim Lesen jedoch keineswegs so kompliziert dar wie es sich anhört, sondern höchst ansprechend. Denn ihre Bücher sind allesamt so durchdacht und klug geschrieben, dass dennoch die Emotionen und Weisheiten nicht fehlen. So auch hier in Sterben in Schwarzweiss.

“Weißt du, es geht doch nicht darum, keine Fehler zu machen.”
“Sondern?”
“Zu leben. Und das tust du! Viel mehr als vor zwei Jahren, als du nicht einmal aufstehen konntest und dir nichts mehr zu essen gemacht hast”.

Solche Dialoge sind zusätzlich Futter für meine Seele und die Geschichte drum herum einfach immer wieder atemberaubend. Im aktuellen Buch nimmt Psychologin Carolin eine neue Klientin, Alex, an. Diese ist mit den “Engeln” verbunden. Das sind zwei Schwestern, die mit Fotographien von sich reden machen und die eine nicht so ganz gesunde Familiengeschichte haben. Dazu kommt Alex´ eigene Geschichte, die verworren wirkt, aber nie verwirrend. Elke Weigel schafft es, auf 320 Seiten ganze Filme vor meinem inneren Auge ablaufen zu lassen.

Denn Johanna ermittelt gleichzeitig in einem Mordfall, dessen Spuren zu den Engeln und zu Alex führen. Am Ende kommt es doch ganz anders als zuvor gedacht – und auch das mag ich an Weigels Art zu schreiben: Anders als in anderen Geschichten ist hier das Ende nicht vorhersehbar und es passiert auf den letzten Seiten nochmal so viel, dass man das Buch einfach nicht weglegen möchte.

Auch die Beziehung von Johanna und Carolin ist wieder Thema. Beruf und Privates zu trennen ist den beiden einfach nicht möglich. Wie dennoch alle mehr oder weniger heil aus der ganzen Sache rauskommen? Das solltet Ihr selbst lesen. ;-)

Sterben in Schwarzweiß
Elke Weigel
Konkursbuchverlag, 320 Seiten
10,99 €
ISBN-10: 3887697405
ISBN-13: 978-3887697402

Webseite der Autorin: www.elkeweigel.com

Jess Doenges

Jess kommt aus dem Rheinland, aber liebt die kleinen CSDs in ihrer Wahlheimat Baden-Württemberg, vor allem den grenzübergreifenden CSD am See in Konstanz. In ihrer Welt gibt es Playmobilelfen und Glitzer, aber auch einen sturen Gerechtigkeitssinn. Schokolade muss immer im Haus sein. Wenn sie keine Theaterkarten verkauft schreibt sie Dies und Das und liebt einfach das Leben, weil sie den Krebs überlebt hat und alles fotografieren möchte, was ihr vor die Linse kommt, momentan am liebsten ihre Katzen Caramel, Kleinerhong, Shirin, Samsi & Harry.

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