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phenomenelle des Wochenendes: Ulrike Lunacek

Ulrike Lunacek (geb. 26.5.1957)

Ulrike-Lunacek-2010Seit 2009 vertritt die Politikerin die österreichischen Grünen im Europaparlament. Der vorläufige Höhepunkte ihrer politischen Karriere. Als Abgeordnete ist sie Mitglied in den Ausschüssen für auswärtige Angelegenheiten sowie die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter.

Lunacek verbringt ab 1973 ein Jahr als Austauschschülerin in Iowa. Ab 1975 studiert sie an der Universität Innsbruck und macht 1983 ihren Abschluss als Dolmetscherin für Englisch und Spanisch. Nach dem Studium arbeitet sie mehrere Jahre als Dolmetscherin, Redakteurin, Journalistin und Referentin – zeitweise fest angestellt, zeitweise freiberuflich. 1994 nimmt sie als Delegierte an der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo teil und organisiert 1995 für die Nichtregierungs-Organisationen die Pressearbeit zur Weltfrauenkonferenz in Peking.

1995 steigt sie dann in die Politik ein. Für das Österreichische Lesben- und Schwulenforum moderiert sie den Appell an die Vernunft und kandidiert für die Grünen, deren Geschäftsführerin sie 1996–1998 wird. 10 Jahre lang sitzt sie im Nationalrat, spricht für ihre Partei in der Außen- und Entwicklungspolitik und in der Gleichstellung für Lesben, Schwule und Transgender. Von Anfang an verbindet sie ihr lesben- und schwulenpolitisches Engagement mit dem Einsatz für andere Themen. Lunacek ist die erste offen lesbische Politikerin im österreichischen Parlament. Auch international wird sie eine führende Vertreterin der Grünen. 2009 zieht sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei in das Europaparlament ein.

Angriffe der rechtspopulistischen FPÖ gegen ihre Person kontert sie gern selbstbewusst, indem sie manchmal eine rosa Umhängetasche trägt, auf der groß das Wort „Kampflesbe“ prangt. Am 23.5.2013 erhält Lunacek im Osnabrücker Rathaus den Rosa Courage Preis für ihr herausragendes Engagement für die Belange von Lesben und Schwulen, verliehen von der Osnabrücker Initiative Gay in May. Die überzeugte Europapolitikerin, die häufig auch in osteuroäischen Ländern im Einsatz ist, nutzt den Festakt zu einem klaren europapolitischen Statement:

Freiheit ist ein Versprechen der EU. Man darf es nicht zulassen, dass Fundamentalisten weiter Hass verbreiten und Homosexuelle als Sündenböcke missbrauchen. Schließlich geht es um die schönste Sache der Welt.

Foto: By Helge Fahrnberger (http://www.helge.at, Helge.at) (Own work) [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

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