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phenomenelle des Tages: May Sarton

Von Sabine Arnolds | Am 3. Mai 2013
Kategorien: informelle, LeStory | Mit 1 Kommentar

May Sarton (3.5.1912–16.7.1995)

Coverfoto Biographie von May Sarton by Margot PetersDas Publikum liebte ihre Romane, Gedichte und Tagebücher, die Kritik ließ sie lange links liegen. In Deutschland fand die Bestsellerautorin kaum Widerhall, zu wenige ihrer Werke wurden übersetzt.

Bereits 1965 hat sie ihr Coming Out, in einer Zeit als es gesellschaftlich zum guten Ton gehört, Homosexuelle als Kranke, Perverse und Freaks anzusehen. Darauf ist sie zu Recht stolz, aber es kostet sie nach eigener Aussage auch 2 Jobs. Dennoch will sie nie als lesbische Autorin gesehen werden. Sie sieht sich vielmehr als Vermittlerin:

Meine Arbeit ist universell. Ich denke, ich bin wichtig als Brückenbauerin zwischen zwei Welten, Homo- und Heterosexuellen, Alt und Jung, Frauen und Männern.
(Quelle: fembio.org: May Sarton)

Geboren wird Sarton in Belgien, der Vater ist Historiker, die Mutter Künstlerin. Als die Deutschen Truppen 1914 in Belgien einmarschieren, fliehen die Eltern mit der 2-Jährigen nach England. Ein Jahr später zieht die Familie weiter nach Boston, Massachusetts. Der Teenager nimmt Schauspielunterricht und schreibt Gedichte. Vermutlich 1937 erscheint ihr erstes Buch. Mehr als 50 werden folgen.

Den endgültigen Durchbruch erlebt sie mit ihren Tagebüchern, die 2. Frauenbewegung ist begeistert von ihren ehrlichen, eigene Fehler eingestehenden Beschreibungen. Sarton lässt ihre Leser_innen an ihrem Kampf um Erkenntnis teilhaben. Ihre Themen beschäftigen alle: Liebe, Freundschaft, Selbsterkenntnis, persönliche Erfüllung und innerer Frieden. Ihr Roman Mrs. Stevens hört die Meerjungfrauen singen stellt erstmals eine positive lesbische Hauptfigur vor. Ein bahnbrechendes Werk, das 1965 erscheint.

Sarton begeistert nicht nur durch ihr literarisches Werk, auch als Person versprüht sie Charme und Esprit. Zahlreiche Liebschaften mit Frauen inspirieren sie zu immer neuen Gedichten. Das Gefühl ‘Verliebt zu sein’ spornt sie an. Erst in den Jahren vor ihrem Tod erfährt sie auch die lange vermisste Anerkennung der Literaturkritik.

Weitere Quellen und Links

Sabine Arnolds

Ist eine der beiden Gründerinnen von phenomenelle. Die Idee spannende Geschichten um Frauen gesammelt auf einer Seite zu erzählen und ihr eigenes Online-Magazin herauszugeben, treibt sie schon mehrere Jahre um. Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit.

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Ein Kommentar

  1. Susanne Lück3. Mai 2013 um 15:26Antworten

    Ich kannte sie noch gar nicht – danke für den Tipp! Hab mir die Vorschau für “Mrs Stevens …” angesehen und es gleich mal bestellt. Sehr interessant.

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