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phenomenelle des Tages: Franziska Kessel

Franziska Kessel (6.1.1906–23.4.1934)

Die in Köln geborene gelernte Verkäuferin engagiert sich bereits in jungen Jahren in der Gewerkschaft und wird Mitglied in der Sozialistischen Arbeiterjugend. Deren Politik arbeitet ihr aber zu sehr auf Reformen innerhalb des bestehenden gesellschaftlichen System hin. Sie hält das für falsch und wendet sich linkeren politischen Gruppierungen zu. 1928 wird sie Mitglied der KPD und arbeitet als Redakteurin für die Arbeiter-Zeitung in Frankfurt. Das Engagement in der Partei bringt ihr 1 Jahr Festungshaft wegen angeblicher Vorbereitung zum Hochverrat ein. Nach ihrer Entlassung leitet sie die Frauenabteilung im KPD-Bezirk Hessen-Frankfurt. Im Juli 1932 wird sie mit nur 26 Jahren die jüngste Abgeordnete im Reichstag.

Als die Nationalsozialisten im März 1933 die KPD verbieten, arbeitet sie aus dem Untergrund weiter. Sie bereitet einzelne Ortsgruppen im Bezirk auf die Arbeit in der Illegalität vor und sammelt Beweise über den Nazi-Terror. Am 4. April wird sie verhaftet und im November unter der gleichen Anklage wie 1930 zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Während der Haft erblindet sie, weil die NS-Schergen sie schwer foltern. Am 23. April 1934 wird sie erhängt in ihrer Zelle aufgefunden. Bis heute ist nicht geklärt, ob sie ermordert wurde oder sich selbst erhängte.

Foto: Urheber unbekannt, Quelle: Büro des Reichstags (Hg.): Reichstagshandbuch, Bd.: 1932, 6. Wahlperiode 1932, Verlag der Reichsdruckerei, Berlin, 1932

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