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Und es hat „Pong“ gemacht – Sibylle Lewitscharoff verliert den Verstand

Von Ulrike Anhamm | Am 6. März 2014
Kategorien: Allgemein, Featured, kulturelle, LITelle | Mit 3 Kommentaren
Sybille Lewitscharoff, Literaturfest München, forum:Autoren 2012, Bild: Lesekreis

Sybille Lewitscharoff, Literaturfest München, forum:Autoren 2012, Bild: Lesekreis

Die Schriftstellerin und Georg-Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff  sprach im Rahmen der Reihe Dresdner Reden zum Thema: „Von der Machbarkeit. Die wissenschaftliche Bestimmung über Geburt und Tod“ und warnte schon gleich zu Beginn kokett ihre Zuhörerschaft: “…klingt jedoch das Thema Geburt nicht im Sinne einer literarischen Fantasterei, sondern als höchst reales Vorkommnis an, da rät mir die Vernunft, besser den Mund zu halten…“

Sie hält natürlich nicht den Mund, sondern redet sich selbstverliebt um Kopf und Kragen:

Ihre grundsätzliche These lautet grob: Wäre weniger Wissenschaft, mehr Zufall, mehr Gottesgläubigkeit nicht besser, was den Tod wie auch die Geburt betrifft? Also weg von lebensverlängernden Maßnahmen, weg von der pränatalen Diagnostik und schließlich natürlich auch weg von der künstlichen Befruchtung. Weniger Frankenstein, mehr Zufall, ob nun gottgewollt oder nicht.

Bei der künstlichen Befruchtung wird es Frau Lewitscharoff offensichtlich sehr, sehr schlecht: Sie halte ein Verbot der Onanie für weise. Künstliche Befruchtung sei absolut widerwärtig. Kinder, die durch künstliche Befruchtung entstehen, seien zweifelhafte Geschöpfe, Halbwesen.

Noch schlimmer: Fälle, in denen sich „lesbische Paare ein Kind besorgen, indem entweder (…) ein anonymer Spender oder ein naher Verwandter der Freundin der künftigen Mutter herangezogen wird, um sein Sperma abzuliefern“ erscheinen ihr „grotesk“.

Und dann ihr Fazit: „Mit Verlaub, angesichts dieser Entwicklungen kommen mir die Kopulationsheime, welche die Nationalsozialisten einst eingerichtet haben, um blonde Frauen mit dem Samen von blonden blauäugigen SS-Männern zu versorgen, fast wie harmlose Übungsspiele vor.“

Klar schiebt sie noch schnell „Ich übertreibe, das ist klar, ich übertreibe“ hinterher.

Ihre Ungeheuerlichkeiten werden dadurch jedoch nicht weniger ungeheuerlich.

Ihre eigene, gewollte Kinderlosigkeit begründete sie übrigens zu Beginn ihrer Rede: „Auf eine schwäbische Zwangsneurotikerin ist in Punkto Vorbedachtsamkeit, in Bezug auf entsprechende Maßnahmen, die da getroffen werden müssen, Verlass.“ – Klar, so herum darf man der Natur, dem Schicksal oder Gott schon ein Schnippchen schlagen, und nebenbei vielleicht sogar noch onanieren, kommt ja nix bei rum…..

Das Publikum klatschte zum Ende brav, wenngleich etwas verhalten. Kein Huster, keine Aufregung.

Der Chefdramaturg am einladenden Staatsschauspiel Dresden, Robert Koall, wandte sich daraufhin in einem offenen Brief an die Rednerin: „…Es gibt einen Punkt, der die Dresdner Rede vom 2. März gefährlich macht. Das ist das Tendenziöse, die Stimmungsmache, das tropfenweise verabreichte Gift. Die Art der Argumentation und die Wortwahl verbreiten sich immer mehr. (…) Ihre Worte sind nicht harmlos, Frau Lewitscharoff. Aus falschen Worten wird falsches Denken. Und dem folgen Taten. Deshalb sind es gefährliche Worte.“

Ulrike Anhamm

gründete das legendäre ‘Lesbenmagazin “Lespress”, das seit 1995 über zehn Jahre das lesbische Leben in Deutschland prägte. Die Phenomenelle-Idee gefiel ihr so gut, dass sie sofort zur Unterstützerin wurde.

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3 Kommentare

  1. Wolfgang Brosche6. März 2014 um 22:47Antworten

    Seit der Romantik ist es eine typisch deutsche Krankheit Literatur und diffuse Gedanken, ja sogar Spiritualität gleichzusetzen. Und Spiritualität ist noch wirklich die Ausflucht hilfloser Religioten und dabei doch nichts weiter als ein chemischer Gehirnvorgang der Halluziation.
    Ausgerechnet solch Halluzinierenden wird der Büchner-Preis – der den Namen eines scharfen Rationalisten trägt – hinterhergeworfen: Botho Strauß, einem Kryptofaschisten; Martin Mosebach, einem vom Weihrauch der Eucharistie vernebelten Katholiken und jetzt wieder einer Theologin, die jeden Verstandes entbehrt!
    Theologie ist keine Wissenschaft, sondern der sinnlose Versuch Ordnung in bronzezeitlichen Unsinn zu bringen und die anmaßende Frechheit, diesen bronzezeitlichen Unsinn als moralische Geländer im Jetzt zu verkaufen.

    Frau Lewitscharoff reiht sich ein in einen Reigen von Reaktionären, die von ne-so-gewesenen Vergangenheiten träumen, die von der “Selbstbemächtigung” der Menschen faseln und lieber auf Knien vor einem himmlischen Popanz herumkriechen möchten. Das können sie ja gerne tun, aber wie alle religiös Vergifteten träumt sie insgeheim von Weltherrschaft, von Verboten für Wissenschaft und Kultur , aber vor allem von Verboten die auf menschliche ausgesprochen werden.
    Ihr Geschwätz vom biblischen Onanieverbot belegt diese Herrschaftsträume – aber noch viel schlimmer: sie reiht sich ein ins Spektrum jener reaktionären Großmäuler, die wieder von der Zwei- oder Dreiklassengellschaft des Menschseins träumen – und sie ist diejenige, die bestimmt wer welcher Klasse angehört. Wer von Halbmenschen faselt, der hat schärfsten Widerstand verdient.
    Sie ist nicht besser als Sarazzin oder Matussek – ja, sie ist eine Schwester dieser widerlichen Hetzer, wenn sie heute in der FAZ einstimmt in der Selbstviktimisierungsgenöle: “Das wird man ja doch noch mal sagen dürfen!”
    Ja, kann sie sagen, aber wenn sie, die beiden oben genannten und andere (Kelle, Steeb, Kuby, von STorch, Lucke etc. pp.) ununterbrochen menschliche Eigenschaften und Wünsche klassifizieren und abwerten wollen und ihr eigenes Sein als einzig richtig bezeichnen, dann bringen sie diese Gesellschaft in eine Schieflage. Das ist natürlich gewollt – dieses teils katholische (Matussek/Kelle), teils pietistisch-evangelikale (LewitscharoffSteeb) teils einfach präfaschistische Gegreine (Lucke und Konsorten) findet sich zu einem Chor zusammen der Dummen und Empathielosen, die nicht begreifen, wie sehr sich Menschen gleichen und daß in einer ökonomisch-ökologisch bedrohten Welt längst nicht mehr die Rezepte von vorgestern, ach was sage ich, die Rezepte aus dem 19. Jahrhundert (Nationalstaat) und der Bronzezeit (Schwulen- und Genderhetze) helfen.
    Es handelt sich um bewußt Begriffstutzige, diedas Lob der Dummheit grölen und Halbwissen und Halbwahrheiten und ganze Lügen verbreiten.
    Diese Leute spielen nicht mehr mit Streichhölzern, sie fahren inzwischen verbale Bazookas auf – und jammern hinterher, sie dürften ihre Meinung nicht ehr sagen wenn sie Widerstand kriegen.
    Diese Leute setzen bewußt zivilisatorische Errungenschaften aufs Spiel. Es muß ihnen klare Kante gezeigt werden, sonst haben wir bald russische Zustände, in denen die “Volksseele”, erfunden von Oligarchen in Wirtschaft und Religion, diktatorisch Menschen wieder in Klassen einteilt.
    Frau Lewitscharoff ist eine bösartige und dumme – nicht einmal sprachgeschickte Frau.

    • Jeanne Lessenich7. März 2014 um 10:30Antworten

      Danke für diesen wunderbaren Kommentar, Danke.

  2. Wolfgang Brosche7. März 2014 um 13:17Antworten

    @ jeanne

    da man nix für – kommt aus einem wütenden Herzen und einem beleidigten Verstand.
    Ich merke halt bloß, wie sich in den letzten Jahren immer mehr geistige Querschläger zu Wort melden und ihren Müll herausblasen…
    Gegen Querdenker ist nichts einzuwenden -aber die die gibt´s leider zu wenig… Eher diese Brabbler des “gesunden Volksempfindens”
    Die prügelnden und saufenden Neonazis sind leicht identifizierbar, aber die Salonidioten, die sich intellektuell gerieren machen mir mehr Sorge -

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