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SÜT Köln

„Schwimmen lernen. Ein Lovesong” von Marianna Salzmann am Maxim Gorki Theater

Von Gastautorin Regine Anhamm | Am 18. November 2013
Kategorien: Featured, kulturelle | Mit 0 Kommentaren
Schwimmen Lernen (Foto: Esra Rotthoff, mit freundlicher Genehmigung des Maxim-Gorki-Theaters)

Foto: Esra Rotthoff, mit freundlicher Genehmigung des Maxim-Gorki-Theaters

Die Studiobühne des Maxim Gorki Theaters eröffnet mit einem neoromantischen Singspiel über existenzielle Einsamkeit und zum Scheitern verurteilte Lebensentwürfe.

Feli und Pep, seit fünf Wochen ein Paar, heiraten, weil sie das für eine „ziemlich gute Idee“ halten. Vielleicht die beste Idee des Kosmos: „Es ist so einfach mit dir“ Feli will das ganze Paket: Kaffee und Kuchen mit der Familie, Schnaps mitSchwiegerpapa, mit den Brüdern über Autos reden – der Ehehafen als Heimathafen. Pep dekoriert die Bühne mit roten Geranien: kleinbürgerliche Enge macht sich breit.

„Ich geh jetzt duschen. Und danach machen wir Kinder“

„Oder ich erhäng mich.“

„Oder mich. Wie Du willst. Lass uns was zusammen machen.“

Feli bricht aus diesem Traum aus und versucht einen zweiten. Lil verkörpert fürFeli Abenteuer, neue Welten, Sonne, Strand und Freiheit. Coming out am Schwarzen Meer: in Lils Heimat versuchen die beiden, ihre Beziehung zu ankern.

„Wenn wir das hier hinkriegen, dann“

„Dann“

„Dann mach ich“

„Dann“

„Mach ich irgendwas“

„Was hinkriegen, was gibt es hinzukriegen”

„Ist so einfach mit Dir“

Es ist nicht so einfach. Feli in der Ferne ohne Sprachkenntnisse jobt in einem Lager und Lils Freundinnen helfen auch nicht, ein behagliches Nest zu bauen: „Wir tragen das schwere Los, die Kleinfamilie gut zu finden“. Das sitzt.
Wehe, wenn der große Traum vom kleinen Glück wahr wird. Schließlich öffnen Lil, Feli und Pep die Fenster des Studio R und blicken mit uns ins neblig gelbe Berlin.

Hakan Savas Mican konstruiert aus Salzmanns Stück und mit Musik des Münchner Musikers Enik ein explodierendes Singspiel. Musik und Text verweben und verprügeln sich miteinander und gegenseitig  wie die Beine des russischen Ehepaars, das Lil mit sabbernden Mündern lesbische Sexualpraktiken aus der Nase ziehen will. Anastasia Gubareva (Feli) und Dimitrij Schaad(Pep), die wir auf der Vorabendpremiere („Der Russe ist einer, der Birken liebt“) schon liebgewonnen haben, sind Hochleistungsakrobaten, die mühelos mit Sprache, Körper, Gefühlen und vor allem Musik jonglieren können. MarinaFrenk (Lil) scheint etwas schildkrötig verhalten zu starten, nach dem ersten großen Verführungssolo am Klavier fliegt die Tarnung auf: Die Frau ist großartig und allein diese Nummer lohnt den Besuch!

Und da ist noch etwas, das den Besuch im Studio lohnt: In den Unisex-WCs wächst blühendes Heidekraut aus den Pissoirs – es gibt Träume, die auszuhalten sind, wenn sie wahr werden!

Regine Anhamm

Maxim Gorki Theater Berlin
Schwimmen lernen
ein Lovesong von Marianna Salzmann
Regie Hakan Savaş Mican, Bühne + Kostüm Sylvia Rieger, Musik Enik, Video Benjamin Krieg, Licht Daniel Krawietz, Dramaturgie Irina Szodruch
Marina Frenk: Lil
Anastasia Gubareva: Feli
Dimitrij Schaad: Pep

Termine:
Mo, 18.11., 20.30 Uhr
Di., 19.11., 20.30 Uhr
Fr. 20.12., 20.30 Uhr
Sa., 21.12., 20.30 Uhr
So., 22.12., 20.30 Uhr

Foto: Esra Rotthoff, mit freundlicher Genehmigung des Maxim Gorki Theaters

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