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SÜT Köln

Direkt auf DVD: Bumblefuck, USA

Von Gastautorin Ingeborg Boxhammer | Am 4. August 2012
Kategorien: Film, kulturelle | Mit 0 Kommentaren

Bumblefuck, USA Pressebilder - zwei Hauptdarstellerinnen

Gelungen

Per Autostopp kommt die junge Holländerin Alexa in irgendein kleines Kaff in Iowa, nach Bumblefuck, um Interviews mit dort lebenden Lesben und Schwulen zu führen. Ein schwuler Freund von Alexa, der junge Matt, hat sich in Bumblefuck, USA, erschossen.

Alexa, die über Suizide von Homosexuellen forscht, kommt in einem möblierten Zimmer bei dem eigenbrötlerischen Nate unter, der sich mehr und mehr für sie zu interessieren beginnt. Sie scheint ihn nett zu finden, verbringt aber spontan eine Nacht mit dem Friedhofsarbeiter, den sie mit Nates Hilfe am anderen Morgen schnell wieder los wird. Als Alexa jedoch Jennifer, die sie in einem Sub kennengelernt hat, mit nach Hause bringt, macht Matt sogar gewaltsam deutlich, dass er seiner Meinung nach einen Anspruch auf sie hat. Darüber entsetzt zieht Alexa auf der Stelle aus und vergräbt sich in der Arbeit: Dient die Beschäftigung mit den Interviews zur eigenen Identitätsfindung? Wie steht sie zu Jennifer?

Ruhig und ohne die nervige Geschwätzigkeit landesüblicher Produktionen erzählt Bumblefuck, USA mehr mit Bildern als mit Worten von filigranen zwischenmenschlichen Beziehungen, lotet die jeweiligen Gesichter der ProtagonistInnen aus und nähert sich den Figuren mit Respekt. Auf diese Weise gelingt es dem AutorInnenteam Aaron Douglas Johnston und Cat Smits, die auch die Alexa spielt, die filmende Kamera völlig vergessen zu lassen. So erscheinen die in die Handlung gestreuten dokumentarisch anmutenden Interviews noch authentischer. Eine der Befragten zieht ein Selbstouting aus Angst vor Diskriminierungserfahrungen nicht einmal in Betracht. Wie also ist Matts Suizid zu bewerten? Konnte er die Anfeindungen nicht mehr aushalten oder war er aus anderen Gründen unglücklich? Johnston/Smits versuchen nicht, die Fragen, die sie aufwerfen, zu beantworten, sondern projizieren die größtenteils homophoben Erfahrungen, die sich in den Interviews spiegeln, auf eine x-beliebige Stadt, auf Bumblefuck – oder auf „jwd“; in jedem Fall „janz weit draußen“ …

Bumblefuck, USA
USA 2011, Regie: Aaron Douglas Johnston, Buch: Cat Smits
Trailer

Der Film ist als direct to DVD seit 28. Juni 2012 auch in Deutschland erhältlich

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