phenomenelle

kulturelle

Ylva Verlag

Buchrezi: Brandspuren von Malou Berlin

Buchcover BrandspurenAnna, Petra, Wilma – drei Generationen, von denen nur Enkelin Anna und Großmutter Wilma einander zu verstehen scheinen.
Doch ihre Familienbande sind stark genug, um sich 20 Jahre nach einem Brandanschlag auf ein Haus einer türkischen Familie in Brandenburg erneut mit den Geschehnissen von damals auseinander zu setzen. Anna sucht ihre Mutter Petra und erkennt, dass ihre Großmutter nicht alles im Leben richtig gemacht hat, obwohl sie sich doch so ähnlich sind.
Dann ist da auch noch Jale in Annas Leben und auch Simone, Semih und Achmed gehören irgendwie dazu.
Wir pendeln zwischen dem dörflichen Ratzlow in Brandenburg und Berlin zusammen mit Anna hin und her. Auch Wilma verlässt schließlich ihr Zuhause, um mit Anna zu klären, was plötzlich zwischen ihnen steht.
Anna und Jale bauen gerade ihr gemeinsames Ladengeschäft in Berlin auf, werden von Semih in dessen Cafe bekocht und das ist so wunderbar beschrieben, dass man sofort auch türkisch kochen möchte – oder zumindest frisches Fladenbrot im Laden um die Ecke kauft.
Ob im Hamam oder in der Beschreibung türkischer Redewendungen – Autorin Malou Berlin prägt dieses Buch mit türkischen Einflüssen und Erinnerungen an die 90er Jahre.
Wilma, eher der androgyne Typ und oft auch einfach „Willi“ gerufen, ist mit ihren 76 Jahren etwas schusselig, erinnert sich aber plötzlich sehr genau daran, was alles passiert ist, als Anna erst fünf Jahre alt war. Und springt schließlich über ihren Schatten und bringt alles wieder in Ordnung.
Leider endet die Geschichte etwas „mittendrin“ – ich hätte gerne gewusst, wann Anna nochmal zu Besuch kommt und was ein anonymer Anrufer und zwei Männer, die Wilmas Haus beobachten, im Schilde führen. Aber vielleicht erzählt uns Malou Berlin die Geschichte von Anna und Wilma weiter – ich könnte mich daran gewöhnen, dann und wann in ihr Leben zu schauen. Nur das mit dem Hamster nehme ich ihr ein bisschen übel.
Aber bevor Ihr denkt, ich sei verwirrt, lest dieses Buch einfach selbst, es ist gerade in der heutigen Zeit einfach wichtig  🙂

Malou Berlin: Brandspuren
Querverlag
ISBN: 978-3-89656-242-5
14,90 € / eBook 9,99 €

Related Posts

Konkursbuchverlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige


Anzeige LITfest homochrom 06.–08.08.2021

visuelle

  • Fernsehinfos vom 20.11. bis zum 03.12. 2021
  • Fernsehinfos vom 1. bis zum 19. November 2021
  • Buchtipp: Daniela Schenk: Mein Herz ist wie das Meer
  • Buchtipp: Elke Weigel – „Wind der Freiheit“
  • Buchtipp: „Riss in der Zeit“ von Ahima Beerlage
  • Filmtipp zum 75. Geburtstag von Ilse Kokula
  • Ilka Bessin: Abgeschminkt – Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede
  • Interview und Verlosung zu 25 Jahre „Krug & Schadenberg“
  • Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman
  • CD-Review: LAING sind zurück mit neuem Album
  • Interview: „Diversity muss von der Führung kommen“
  • 5 Serien für Fans starker TV-Charaktere …
  • „Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“
  • Buchrezi: „Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte“
  • Rückblick auf die NorthLichter
  • DVD-Rezi: „Call My Agent“ – Staffel 2
  • Berlin: Etwas andere Pride Parade am 23. Juni 2018 …
  • Buchrezi: Carolin Hagebölling „Ein anderer Morgen“
  • Ausstellungseröffnung „Lesbisches Sehen“ im Schwulen Museum Berlin
  • „The Einstein of Sex“ – Stück über Magnus Hirschfeld
  • „Here come the aliens“ – Das neue Album von Kim Wilde
  • Album-Review: Lisa Stansfield „Deeper“
  • Theater X: Deutschlands vergessene Kolonialzeit
  • Berührend humorvoll: die Serie „Call My Agent“ – mit lesbischer Hauptfigur