phenomenelle

informelle

LITFEST homochrom

phenomenelle des Tages: Maya Angelou

Maya Angelou (4.4.1928–28.5.2014)

Porträt Maya Angelou von http://mayaangelou.com/media/photo/Talk-Queen Oprah Winfrey bezeichnete sie als „größten Einfluss in meinem Leben“. Das Leben, die Karriere und das Talent der Maya Angelou könnten mehrere Bücher, Filme und Menschenleben füllen. Sie ist eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. 1993 las sie bei der Amtseinführung von Bill Clinton ihr Gedicht On the Pulse of Morning.

Ihr Leben beginnt im Süden der USA. Kaum 3 Jahre alt lassen sich die Eltern scheiden, Angelou und ihr Bruder wachsen einige Jahre bei der Großmutter in Arkansas auf, die aufgrund ihres finanziellen Geschicks ihren Gemischtwarenladen gut durch die Depression schiffen kann. Doch danb bringt der Vater die Kinder zu ihrer Mutter zurück. Mit fatalen Folgen für das Mädchen. Kaum 8 Jahre alt vergewaltigt sie der aktuelle Lebensgefährte ihrer Mutter. Sie erzählt davon. Er kommt nur kurz ins Gefängnis, wird aber nach seiner Entlassung – vermutlich von ihren Verwandten – ermordet. Das Kind verstummt darüber und schweigt für fünf Jahre:

Ich dachte, meine Stimme hätte ihn getötet. Dass ich den Mann getötet hatte, weil ich seinen Namen gesagt hatte. Und dann dachte ich, ich werde nie mehr sprechen, weil meine Stimme jeden tötet…
(Quelle: wikipedia en: Maya Angelou)

Langsam zur Sprache und zum Ausdruck finden

Angelou darf zurück zur Großmutter und lernt mit Hilfe einer ihrer Freundinnen, der Lehrerin Bertha Flowers wieder zu sprechen. Flowers macht sie mit Autoren wie Dickens, Poe und Shakespeare bekannt, aber auch mit schwarzen Schriftsteller_innen wie Frances Harper. Während der Zeit auf der High School studiert sie mit Stipendium nebenbei Tanz und Drama in Kalifornien. Sie arbeitet als erste schwarze Schaffnerin in San Francicso. Mit 17 Jahren, kurz nach dem Schulabschluss, wird sie Mutter.

Sie kellnert in Nachtklubs, kocht in Restaurants und arbeitet kurz als Prostituierte und Zuhälterin, um sich und ihren Sohn durchzubringen. In den 50er Jahren tanzt sie mit Alvin Ailey – wenig erfolgreich –, singt in Nachtklubs und tourt mit Porgy und Bess durch Europa. Aus Marguerite Johnson wird Maya Angelou. Später veröffentlicht sie ein Calypso-Album und dreht einen Film. Ende der 50er verlegt sie sich aufs Schreiben, lernt Martin Luther King kennen und schließt sich der Bürgerrechtsbewegung an. Zwischendurch spielt sie auch Theater.

Bürgerrechtlerin und anerkannte Autorin

Sie verliebt sich in einen südafrikanischen Freiheitskämpfer und geht mit ihm nach Kairo. Doch die Beziehung zerbricht, Angelou zieht mit ihrem Sohn nach Ghana. Hier lernt sie den Anführer der radikaleren Black-Power-Bewegung, Malcolm X, kennen. Nachdem sie 1965 in die USA zurückkehrt, hilft sie ihm eine neue Bürgerrechtsorganisation aufzubauen.

Angelou hält Vorträge, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und die 10-teilige Dokumentation Blacks, Blues, Black! über die Beziehung zwischen Blues-Musik und dem afrikanischen Erbe. 1969 erscheint der 1. Band ihrer 6-teiligen Autobiographie, I Know Why the Caged Bird Sings, der sie international berühmt macht. Das besondere an ihren Büchern, sie setzt ihre Geschichte in Beziehung zu den großen Themen und Entwicklungen der Zeit. Bewegend und spannend erzählt sie wie eine afro-amerikanische Frau in einer rassistischen Umgebung überlebt und sich auf die Suche nach einem selbstbestimmten Leben begibt.

Am 28. Mai 2014 starb Maya Angelou mit 86 Jahren aufgrund ihrer angegriffenen Gesundheit und ihrer Herzprobleme in ihrem Zuhause in Winston-Salem, North Carolina.

Foto: © http://mayaangelou.com/media/photo/

Text aktualisiert am 28.5.2014

Weitere Quellen und Links

Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige


Anzeige LITfest homochrom 06.–08.08.2021

visuelle

  • Fernsehinfos vom 18. bis zum 31. Mai 2024
  • Fernsehinfos vom 5. bis zum 17.Mai 2024
  • Radiotipp: Die Linguistin Luise F. Pusch im Gespräch
  • Buchtipp: Daniela Schenk: Mein Herz ist wie das Meer
  • Buchtipp: Elke Weigel – „Wind der Freiheit“
  • Buchtipp: „Riss in der Zeit“ von Ahima Beerlage
  • Filmtipp zum 75. Geburtstag von Ilse Kokula
  • Ilka Bessin: Abgeschminkt – Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede
  • Interview und Verlosung zu 25 Jahre „Krug & Schadenberg“
  • Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman
  • CD-Review: LAING sind zurück mit neuem Album
  • Interview: „Diversity muss von der Führung kommen“
  • 5 Serien für Fans starker TV-Charaktere …
  • „Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“
  • Buchrezi: „Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte“
  • Rückblick auf die NorthLichter
  • DVD-Rezi: „Call My Agent“ – Staffel 2
  • Berlin: Etwas andere Pride Parade am 23. Juni 2018 …
  • Buchrezi: Carolin Hagebölling „Ein anderer Morgen“
  • Ausstellungseröffnung „Lesbisches Sehen“ im Schwulen Museum Berlin
  • „The Einstein of Sex“ – Stück über Magnus Hirschfeld
  • „Here come the aliens“ – Das neue Album von Kim Wilde
  • Album-Review: Lisa Stansfield „Deeper“
  • Theater X: Deutschlands vergessene Kolonialzeit