phenomenelle

kulturelle

LITFEST homochrom

Kyss Mig (Kiss Me) – Pro

Frida und Mia küssen sich

Erwachsene Liebesgeschichte

Du verliebst dich, Hals über Kopf und du kannst nicht anders, als mit all deinen Sinnen in diese Liebe einzutauchen, auch dann, wenn du dich gerade mit deinem langjährigen Freund verlobt hast und es sich bei der Empfängerin deiner tiefsten und innersten Gefühle um deine neue Stiefschwester handelt.

Kyss mig ist ein Film, in dem sich zwei Frauen ineinander verlieben. Also nichts, was wir nicht schon gesehen hätten. Dennoch ist dieser Film anders und zeigt ein Mal weniger eine Teenagerliebe. Dafür aber eine Geschichte über zwei erwachsene Frauen, die sich ineinander verlieben, mit all dem Schönen, dem Begehren und dem Schwierigen. Schwierig wird es besonders dann, wenn die Familie involviert ist.

Zum Inhalt

Auf der Geburtstags- und gleichzeitigen Verlobungsfeier ihres Vaters trifft Frida zum ersten Mal ihre zukünftige Stiefschwester Mia. Die beiden beäugen sich kritisch und so bleibt das ein oder andere Mißverständnis nicht aus, besonders als Mia‘s Verlobter sich sichtlich gut mit Frida zu verstehen scheint. Auch die Tatsache, dass Mias Vater und Fridas Mutter heiraten wollen, macht das Miteinander nicht einfacher. Bis ausgerechnet der Vater dafür sorgt, dass die beiden Frauen Zeit haben sich näher kennenzulernen. Dass sie sich ineinander verlieben, bereitet ihm aber bald schon große Schwierigkeiten. Fridas Mutter ist ebenso wenig begeistert, sucht aber das Gespräch mit ihrem Verlobten. Mia ist zwischen ihren Gefühlen für die Stiefschwester in spe und ihrer Verbindung zu Tim hin und her gerissen. Und auch Frida steht vor einer schweren Entscheidung…

Ein kleines Kunstwerk

Mir gefällt die Tatsache, dass die beiden Hauptfiguren Frida (Liv Mjönes) and Mia (Ruth Vega Fernandez) über Dreißig sind. Eigentlich möchte frau/man glauben, dass Menschen in diesem Alter wüssten, worum es in der Liebe geht. Doch es kommt oft anders als wir denken. Mir liegt es fern, all jenen die Vorfreude und Spannung zu nehmen, die es kaum abwarten können Kyss mig zu sehen. Die danach mit dem Film eine Weile schwanger gehen, so wie ich, weil er mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Viel näher liegt es mir neugierig zu machen, auf einen Film, der in meinen Augen ein kleines Kunstwerk ist – zusammengestellt aus vielen Farben und Materialien wie hervorragender Schauspielerei, bewegender Musik und sehr schönen Filmaufnahmen.

Herrausragend ist die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerinnen. Die Chemie stimmt vom ersten Moment und es gibt nicht eine Sekunde des Zweifels an ihrer Glaubwürdigkeit. Außerdem gefällt mir der Kontrast zwischen den beiden. Während Frida aufgeschlossen, weich und offen lesbisch ist, wirkt Mia ein wenig steif und streng und lebt nach selbstauferlegten Regeln, die sie krampfhaft einzuhalten versucht. Es ist als ob zwei aus verschiedenen Welten kommend, sich unsterblich ineinander verlieben.

Sicherlich hätte sich die Regisseurin und Drehbuchautorin noch etwas mehr mit der Geschichte beschäftigen können. Aber 90 Minuten bleiben 90 Minuten, und es gibt nur soviel Platz in einem Film. Für mich hat Kyss Mig alles was ein Film braucht, um eine aufregende Liebesgeschichte zu erzählen, in der ich mich wiederfinden konnte.

 

 

Kiss Me / With Every Heartbeat (Kyss Mig)
Schweden 2011
Regie und Buch: Alexandra-Therese Keining
Idee: Alexandra-Therese Keining, Josefine Tengblad
mit Lena Endre, Ruth Vega Fernandez, Liv Mjönes

Trailer:

Related Posts

5 thoughts on “Kyss Mig (Kiss Me) – Pro”

  1. tina sagt:

    hallo, kann man die dvd von dem film mit englischem untertitel irgendwo kaufen???

    lg, tina

    1. Daniela Zysk sagt:

      Hallo Tina

      der Film läuft erst auf einigen Filmfestivals, wird aber sicher in den kommenden Monaten irgendwann auf DVD erscheinen
      von der Edition Salzgeber. Wir geben Bescheid wenn es soweit ist.

  2. tina sagt:

    Hallo Daniela,

    dann bin ich sehr gespannt. Die Vorschau ist ja sehr viel versprechend! Vielen Dank für Deine Antwort und vorab vielen Dank für die kommende Message! :o))

    Lg, Tina

  3. Steffi sagt:

    Habe den Film schon so oft gesehen. Die Magie und der Zauber und die Zärtlichkeit zwischen Liv und Ruth sind nach wie vor da. Kann gar nicht verstehen, dass das Schauspielern sein soll zwischen den beiden. Es sieht alles so voll aus dem Herzen kommend und echt aus. Ich sitze jedes Mal mit Herzpochern vor´m Fernseher…! :O)

Comments are closed.

Anzeige


Anzeige LITfest homochrom 06.–08.08.2021

visuelle

  • Fernsehinfos vom 25.09. bis zum 08.10.2021
  • Fernsehinfos vom 11.09. bis zum 24.09. 2021
  • Buchtipp: Daniela Schenk: Mein Herz ist wie das Meer
  • Buchtipp: Elke Weigel – „Wind der Freiheit“
  • Buchtipp: „Riss in der Zeit“ von Ahima Beerlage
  • Filmtipp zum 75. Geburtstag von Ilse Kokula
  • Ilka Bessin: Abgeschminkt – Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede
  • Interview und Verlosung zu 25 Jahre „Krug & Schadenberg“
  • Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman
  • CD-Review: LAING sind zurück mit neuem Album
  • Interview: „Diversity muss von der Führung kommen“
  • 5 Serien für Fans starker TV-Charaktere …
  • „Danke Gott, dass ich homo bin!“ – Filmreview von „Silvana“
  • Buchrezi: „Lesbisch. Eine Liebe mit Geschichte“
  • Rückblick auf die NorthLichter
  • DVD-Rezi: „Call My Agent“ – Staffel 2
  • Berlin: Etwas andere Pride Parade am 23. Juni 2018 …
  • Buchrezi: Carolin Hagebölling „Ein anderer Morgen“
  • Ausstellungseröffnung „Lesbisches Sehen“ im Schwulen Museum Berlin
  • „The Einstein of Sex“ – Stück über Magnus Hirschfeld
  • „Here come the aliens“ – Das neue Album von Kim Wilde
  • Album-Review: Lisa Stansfield „Deeper“
  • Theater X: Deutschlands vergessene Kolonialzeit
  • Berührend humorvoll: die Serie „Call My Agent“ – mit lesbischer Hauptfigur