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Vegan Challenge

Experiment vegan: Halbzeit erreicht

Von Susanne Lueck | Am 15. April 2013
Kategorien: Phenomenelle Vegan Challenge, Vegan Challenge | Mit 2 Kommentaren

Logo 1 Monat Vegan – Halbzeit

Zwei Wochen veganes Essen

Wie geht es uns damit? Was hat sich verändert? Was fordert das Durchhalten? Eine Zwischenbilanz von Mit-Pflanzenesserin Susanne.

Wir haben Halbzeit. Und damit schon einen halben Monat strikt auf tierische Nahrungsmittel verzichtet. Ich möchte sagen: Damit ist schon viel erreicht! Fast alle halten weiter durch, und von vielen geschmacklichen Aha-Erlebnissen, Gemüsefreuden, Quinoa-Kicks und Mandel-Epiphanien war zu lesen und zu hören. Nicht ausschließlich natürlich.

Unbequeme Umstellung

Fast Food am MorgenDenn bequem ist es ja nicht gerade. Für manche von uns war die Umgewöhnung wirklich nicht einfach: Morgens früh schon in der Küche wirbeln, um Brei zu kochen, Pfannkuchen zu backen oder Spezial-Müsli zu mixen. Drei Mahlzeiten am Tag selbst zubereiten. Dazu die Geschmacksumstellungen für Milchkaffeetrinkerinnen und Käsefans. Der plötzliche Wechsel zu oft ungewohnten Soja- oder Getreideprodukten und sicher auch der Zucker- und Kaffeeverzicht, den die eigentliche “Challenge” verlangt, machte die eine oder andere schlapp oder mutlos. Die drastisch erschwerte Einkaufssituation ging vielen an die Nerven …

Verständliche Alternative

Da ist es nur nachvollziehbar, dass einige doch lieber wieder zum gewohnten, meist vegetarischen, Speiseplan zurückkehrten. Wer einem Vollzeitberuf nachgeht und – wie die meisten von uns – dazu noch ehrenamtliche Pflichten erledigt, wer oft unterwegs ist, gelangt schon an gewisse Grenzen, wenn es niemals irgendetwas fertig Gekauftes zum Essen geben darf. Schuld ist hier wohl ohne Frage die Lebensmittelindustrie, die es nicht lassen kann, in jedem einzelnen Produkt Anteile von Milch, Ei und/oder totem Tier unterzubringen.

Die meisten halten durch

Das Großartige dabei: Trotz all dieser Einschränkungen machen die meisten hier weiter! Lassen sich nicht unterkriegen, pflegen ihre Vorliebe für Nüsse, Himbeeren und Mandelmilch-Kakao, stecken viel Zeit und Energie in ihre Überzeugung und entdecken Tag für Tag Möglichkeiten, wie es doch ganz ohne Tierleichen gehen kann: Veganer Müslimix für eine Woche im Voraus, Gemüsegerichte auf Vorrat, selbst gemachte Schokoriegel und der geschickte Einsatz des Tiefkühlers, der Tupperdose oder sogar des guten alten Henkelmanns helfen dabei, den Verlockungen komfortablerer Fertignahrung zu widerstehen.

Lust auf vegan

hirsemitbirnenMir selbst macht es noch immer Spaß – auch wenn ich zugeben muss, dass meine Partnerin mir das meiste von der Kocherei dankenswerterweise abnimmt und ich mir die Küchenmühen kaum auf meine eigene Fahne schreiben kann. Aber Veganes schmeckt mir nach wie vor hervorragend. Der Milch-/Käse-Verzicht tut meiner Gesundheit – und meinem Körpergewicht – außerordentlich gut. Die Einkaufsodysseen durch die Bioläden halten noch viele neue Erkenntnisse für mich bereit. Und ich stelle schon seit einiger Zeit fest, wie wenig ich eigentlich wieder zur “alten” Ernährungsweise zurück will. Fleisch und Fisch schmecken mir schon lang nicht mehr, und die Lust auf die – leider ja sehr appetitlichen – Produkte der Milchfolterindustrie ist mir spätestens seit Karen Duves Anständig essen vergangen. Ich möchte mich auch in Zukunft weitgehend tierfrei ernähren. “Normales” Brot und die Eier vom uns bekannten, frei einsehbaren Öko-Geflügelhof möchte ich allerdings gern wieder genießen.

Für eine freundlichere Welt

Niemand nimmt mir die Überzeugung, dass jede, die zu einer ähnlichen für sich selbst passenden gesundheits-, tier- und umweltschonenden Lösung – egal in welchem Umfang – gefunden hat, die Welt ein bisschen freundlicher macht. Und ein bisschen ist mehr als alle “nicht konsequent”-Quaker, die triumphierend weiter ihre Schnitzel kauen, je ereicht haben.

Ein ganz dicker Glückwunsch an alle, die durchgehalten haben und weiter durchhalten werden. Und auch an alle, die sich zwar für einen Abbruch dieses Experiments, aber dennoch für eine großteils vegane Lebensweise auf Dauer entschieden haben.

Empfehlung

Für diejenigen, die zweifeln oder noch überlegen, ob sie sich langfristig gegen tierische Produkte entscheiden sollen, eine kleine visuelle Stütze:

Der wunderbar wirksame Film Earthlings (leider nur auf Englisch). Und natürlich Karen Duve

Susanne Lueck

schreibt und lektoriert seit über 15 Jahren in Köln und hat so viele Bücher, Spiele und Web-Artikel zu so vielen Themen bearbeitet, dass sich ein Klick auf http://www.lueckenlos.eu schon lohnt. Autorin ist sie mit großer Freude, Cineastin aus Leidenschaft. Stolze phenomenelle-Teamerin ist sie seit 2012.

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2 Kommentare

  1. Claudia Harthun15. April 2013 um 12:26Antworten

    So sehe ich das auch. Lieber wenig als gar nicht!

  2. Sabine Arnolds15. April 2013 um 17:07Antworten

    Schritt für Schritt :-) . Wie heißt es so antik: Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Und Frau Duve sagt es in ihrem Beitrag ja auch. Aber dein Ausdruck von den “nicht konsequent”-Quakern ist großartig, werde ich demnächst auch verwenden :-)

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