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phenomenelle TV-Tipps – Vom 14.Juli bis 27.Juli

Von Daniela Zysk | Am 13. Juli 2012
Kategorien: informelle, TV | Mit 1 Kommentar

TV-Tipps vom 14.Juli bis zum 27. Juli 2012

Im zweiwöchentlichen Rhythmus präsentiert Film- und TV-Liebhaberin Ingeborg Boxhammer auf diesen Seiten alles, was das Interesse des lesbischen Auges auf dem kleineren Bildschirm wecken könnte.

Sa, 14.7., EinsFestival 23:20 Uhr:

Das Gesetz der Begierde,
Spanien 1986, R: Pedro Almodóvar+
(Ein eifersüchtiger Liebhaber [Antonio Banderas] glaubt einen bekannten Theaterregisseur ermordet zu haben und verliert nach einem Unfall sein Gedächtnis. Auf die Sprünge hilft ihm seine Schwester [Carmen Maura], die früher einmal sein Bruder war. Die beiden unterhalten sich auch mal über Lesben …)

Sa, 14.7., ProSieben 02:15 Uhr:

Happy Campers,
USA 2001, R: Daniel Waters**
(Nach einem Unfall des Camp-Leiters übernimmt u. a. die 18-jährige Wendy [Dominque Swain] seine Aufgaben; allerdings bringt Pixel [Jaime King] mit ihren erotischen Experimenten alles und jede/n durcheinander … Witzlose Zoten in abgegriffener Klischeekomödie)

So, 15.7., NDR 11:30 Uhr:

Offen gesagt: „Ich bin homosexuell und will Kinder“,
D 2012
(christliche Talkshow: Pastor Jan Dieckmann spricht mit lesbischen Müttern und schwulen Vätern)

So, 15.7., ZDF 15:10 Uhr:

Die Hochzeits-Crasher,
USA 2005, R: David Dobkin+
(Zwei junge Männer [Vince Vaughn und Owen Wilson] mischen sich wahllos unter Hochzeitsgesellschaften, um dort diverse sexuelle Abenteuer zu erleben. In diesem Zoten-Quark werden einige Witze auf Kosten von Lesben gemacht.)

So, 15.7., SIXX 20:15 Uhr:

Die eiskalte Clique,
USA 2000, R: Mary Lambert***
(In einem elitären Strandclub gibt die tödliche Brittany [Susan Ward] den Ton an und vernascht skrupellos ihre Anhängerinnen … Psychothriller nach bewährtem Muster)

So, 15.7., ZDFkultur 22:30 Uhr:

Kama Sutra,
Indien 1996, R: Mira Nair***
(Im Indien des 16. Jahrhunderts angesiedelte Liebesgeschichte, die zeigt, wie die Freundschaft zweiter Frauen, Tara [Sarita Choudhury] und Maya [Indira Varma], an ihren Liebes- und Sexebeziehungen zu Männern zerbricht. Kitschiger Softsexfilm mit Andeutungen …)

So, 15.7., 3sat 22:40 Uhr:

Susan, verzweifelt gesucht,
USA 1985, R: Susan Seidelman+
(Gelangweilte Ehefrau [Rosanna Arquette] peppt ihr Leben auf, indem sie einer Anzeige folgt, die nicht ihr gilt. Sie verwickelt sich in die Geschichte von Susan [Madonna] und Des [Aidan Quinn]; ihr Ehemann und seine Schwester [Laurie Metcalf] suchen sie und sinnieren derweil über ihre sexuelle Orientierung … Unterhaltsam.)

Mo, 16.7., ZDF 22:15 Uhr:

Max Payne,
USA/Kanada 2008, R: John Moore+
(Ein Cop [Mark Wahlberg] sucht den Mörder seiner Familie und gerät zwischendurch mal an eine bisexuelle Russin [Olga Kurylenko]. Wirre Rache-Action, mit einem Lesbenkuss garniert.)

Di, 17.7., EinsFestival 14:45 Uhr bzw. 15:30 Uhr:

Liebeslust und Liebesfrust,
D 2002, R: Gabi Trost
(Folge 2 der vierteiligen Doku „Die wilden Siebziger“, die hier komplett gezeigt wird. Die Folge wirft einen Blick auf die neue Frauenbewegung und auch auf schwule und lesbische Sexualität.)

Di, 17.7., EinsPlus 17:00 Uhr:

Menschen hautnah: Meine Eltern sind lesbisch.
Film von Jutta Brinkmann und Ulrike Michels
(Die Reportage zeichnet die Entwicklung einer Kölner Familie nach, in der sich die verheiratete Mutter in eine Freundin verliebte und ihren Mann verließ)

Mi, 18.7., ARD 20:15 Uhr:

Alles auf Zucker,
D 2004, R: Dani Levy**
(Total überschuldet hofft der zwielichtige Jackie Zucker [Henry Hübchen] auf das Erbe seiner grad verstorbenen Mutter. Um das jedoch antreten zu können, müssen er und seine Familie ihren jüdischen Glauben unter Beweis stellen. Und dafür muss er seine Frau [Hannelore Elsner] und seine lesbische Tochter [Anja Franke] gewinnen – und vor allem seinen orthodoxen Bruder überzeugen …)

Mi, 18.7., 3sat 20:15 Uhr:

Marlene Dietrich – Her Own Song,
D/USA 2002, R: J. David Riva,
Karin Kearns (Riva, ein Enkel von Marlene Dietrich (1901-1992) geht in diesem Porträt nicht auf ihre Frauenbeziehungen ein, so dass der Eindruck entsteht – und vielleicht entstehen soll? – es habe keine gegeben …)

Mi, 18.7., RTL 22:15 Uhr:

sternTV, u. a. mit: Transsexuell – Geboren im falschen Körper(Kurzporträt über Lukas Schuler, der nach einer Geschlechtsangleichung von Frau zu Mann glücklich seine Frau und seine Tochter vorstellt; Moderation: Steffen Hallaschka)

Mi, 18.7., 3sat 23:10 Uhr:

Belle de Jour,
FRA/ITA 1966, R: Luis Buñuel*
(Séverine [Catherine Deneuve] langweilt sich in ihrer Ehe und verdingt sich tagsüber als Edelnutte Belle de Jour; die Bordellchefin Madame Anais [Geneviève Page] interessiert sich sehr für sie … Deneuve-Klassiker!)

Mi, 18.7., BR 23:40 Uhr:

Mein Freund aus Faro,
D 2007, R: Nana Neul******
(Die unausgeglichene Mel [Anjorka Strechel] arbeitet im Catering-Bereich eines Flughafens. Eines Abends läuft ihr auf der Heimfahrt ein junges Mädchen vors Auto. Sie und ihre Freundin lassen sich von Mel zu einer Party bringen. Unterwegs genießt Mel die Aufmerksamkeiten von Jenny [Lucie Hollmann], bemerkt aber, dass Jenny sie für einen Jungen hält. Sie klärt den Irrtum nicht auf und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit ihr … In manchen dramatischen Elementen etwas bei „Boys Don’t Cry“ abgekupfert, in anderen ganz nett inszeniert)

Mi, 18.7., SF 1 00:05 Uhr:

Gripsholm,
D/Österreich 2000, R: Xavier Koller, Roman: Kurt Tucholsky+
(Während sich in Deutschland die Nazis breit machen, vergnügt Kurt [Ulrich Noethen] sich im schwedischen Gripsholm mit seiner Geliebten Lydia [Heike Makatsch]. Als die Varieté-Tänzerin Billie [Jasmin Tabatabai] zu Besuch kommt, verbringen die Frauen eine Nacht gemeinsam und quartieren Kurt kurzerhand aus. Mehr is‘ nich‘.)

Do, 19.7., ZDFkultur 20:15 Uhr:

Lulu,
D 2006, R: Uwe Janson, Vorlagen: Frank Wedekind***
(Unterkühlte, aber recht wortgetreue Inszenierung von Wedekinds „Erdgeist“ und „Büchse der Pandora“; Gräfin Geschwitz [Esther Zimmering] opfert sich für Lulu [Jessica Schwarz] auf und muss mal wieder ihr Leben lassen …)

Do, 19.7., SWR/SR 22:30 Uhr:

Legenden: Inge Meysel,
D 2012, R: Ulrike Bremer
(Porträt der Volksschauspielerin Inge Meysel (1910-2004), die sich nicht nur politsch-feministisch engagierte, sondern 1987 in einem Emma-Interview auch freimütig von ihren lesbischen Erfahrungen berichtete)

Fr, 20.7., EinsFestival 17:00 Uhr:

Schwule Sau – Der neue Hass auf Homosexuelle,
D 2010, R: Christina Zühlke
(Reportage über neue Diskriminierungswellen)

Fr, 20.7., 3sat 22:25 Uhr:

Lebensborn – Gestohlene Liebe,
Tschechien 1999, R: Milan Cieslar*
(In einem nationalsozialistischen „Lebensborn“ im Sudetenland sollen die Inhaftierten kontrolliert Nazi-Nachwuchs gebären. Eine der Chefärztinnen ist eine Lesbe. – Ich muss den auch erst mal gucken …)

Sa, 21.7., SIXX 22:00 Uhr:

Weiblich, ledig, jung, sucht …,
USA 1992, R: Barbet Schroeder**
(Die neue Mitbewohnerin von Allison [Bridget Fonda], Hedra [Jennifer Jason Leigh], entpuppt sich als obsessive Frau, die nach und nach von Allison und ihrem Leben Besitz ergreift. Psychothriller, der in seinen Horrorvorstellungen auf alte Frauen- und Lesbenklischees setzt)

Sa, 21.7., Sat1 00:45 Uhr:

L.A. Confidential,
USA 1997, R: Curtis Hanson+
(Polizeikrimi, in den Fünfzigern angesiedelt, um drei Cops [Kevin Spacey, Guy Pearce und Russell Crowe], suchen nach einem Polizistenmörder. In einer Partyszene ist ein Frauenpaar in weißem Frack zu sehen.)

Sa, 21.7., ZDF 03:10 Uhr:

Hotel New Hampshire,
USA/UK 1984, R: Tony Richardson, Roman: John Irving**
(Abgedrehte Familiengeschichte mit Jodie Foster, Rob Lowe, Beau Bridges, Nastassja Kinski u. v. a. Hier liegen Nastassja Kinski und Jodie Foster kurz miteinander im Bett … schöne Szene, Film selbst find ich doof, Irving-Humor halt …)

Di, 24.7., ZDFkultur 21:35 Uhr:

Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen,
USA 1954, R: Nicholas Ray*
(Psychologischer Western, in dem Saloonbesitzerin Vienna [Joan Crawford] sich gegen die hasserfüllte Emma [Mercedes McCambridge] wehrt, die sie aus der Stadt treiben will. Heimlich liebt Vienna den Cowboy Johnny Guitar [Sterling Hayden], aber die eigentlich interessanten Spannungen bezieht der Film aus den heißen Begegnungen der Frauen … Sehenswert!)

Di, 24.7., Tele5 22:00 Uhr:

Basic Instinct,
USA 1992, R: Paul Verhoeven****
(Polizist Nick Curran [Michael Douglas] gerät in den Bann der des Mordes verdächtigen Schriftstellerin Catherine Tramell [Sharon Stone]; ihre Geliebte muss dafür dran glauben. Umstrittener und überschätzter Sex-Thriller)

Di, 24.7., Tele5 00:35 Uhr:

Nathalie – Wen liebst du heute Nacht?,
FRA/SPA 2003, R: Anne Fontaine*****
(Als Catherine [Fanny Ardant] entdeckt, dass ihr Mann [Gérard Depardieu] seit Jahren ein Verhältnis hat, heuert sie heimlich die Edelprostituierte Nathalie [Emmanuelle Béart] für ihn an und gibt ihr genaue Instruktionen für die geplanten sexuellen Begegnungen mit ihrem Mann. Dabei entsteht zwangsläufig eine intime Atmosphäre zwischen ihr und Nathalie …)

Do, 26.7., ZDF 20:15 Uhr:

Was Frauen wollen,
USA 2000, R: Nancy Meyers*
(Chauvi Nick [Mel Gibson] kann buchstäblich mit einem Schlag Gedanken von Frauen hören – so auch die einer angehenden jungen Lesbe … Macho-Komödie, in der Gibson Helen Hunt den Führungsposten streitig zu machen versucht – wie wird das wohl enden?? – GENAU!)

Fr, 27.7., SF2 23:55 Uhr:

Sin City – Recut & Extended,
USA 2005, R: Robert Rodriguez, Frank Miller, Quentin Tarantino*
(Der Held Marv [Mickey Rourke] findet nach zahlreichen Verletzungen Unterschlupf bei seiner lesbischen Freundin Lucile [Carla Gugino]. Es geht aber vorwiegend um harte Männer: z. B.  um Cop Hartigan [Bruce Willis] oder den Privatdetektiv Dwight [Clive Owen]. Düsterer Comic-Stil mit Wellen von Farben im dunklen Schwarzweiß.)

Fr, 27.7.,ZDF 01:35 Uhr:

Im Zeichen des Bösen,
USA 1957, R: Orson Welles+
(Film noir über den Konflikt zwischen einem mexikanischen Rauschgiftfahnder [Charlton Heston] und einem fanatischen Polizeichef [Orson Welles]. Eine Gang vergewaltigt die Frau [Janet Leigh] des Fahnders und eine der Frauen [Mercedes McCambridge], die zur Gang gehören, will zugucken. Klassisch frauenfeindlich inszenierter Thriller]

Ingeborgs Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne
Eindeutiger Lesbenfilm, in dem Lesben die Handlung tragen. Ohne sie würde der
Plot im Optimalfall nicht mehr funktionieren. Lesbischsein wird hier nicht in
Frage gestellt und daher auch nicht mehr diskutiert.
* * * * * * * 7 Sterne
Es geht überwiegend um Lesben. Sie werden von der Filmlogik nicht in Frage
gestellt, sondern erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb der Handlung.
* * * * * * 6 Sterne
Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit Lesben vorhanden, wird behandelt und ist unübersehbar!
* * * * * 5 Sterne
Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst;
die Regie wagte sich vielleicht nicht explizit an das Thema heran oder wollte es
nur ausschlachten.
* * * * 4 Sterne
(Nebenrollen-) Lesben werden eindeutig als solche dargestellt und sind über
einige Sequenzen des Films präsent; kurze Affären fallen auch in diese
Kategorie!
* * * 3 Sterne
Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die aber nicht verfolgt werden und im Hintergrund fungieren!
* * 2 Sterne
Zwischendurch taucht mal eine Lesbe auf, oder wird erwähnt oder gezeigt, mal ein
Kuss, mal ein tiefer Blick und entsprechender Kommentar oder eine eindeutige
Anmache …
* 1 Stern
So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!
+Zeichen
Hier handelt es sich lediglich um (umstrittene) Andeutungen und/oder Zwischentöne. Transgender-Darstellungen oder Hosenrollen fallen mitunter auch in diese Kategorie.

Wenn ihr die Arbeit von Ingeborg Boxhammer unterstützen wollt, dann könnt ihr für www.lesbengeschichte.de spenden und damit die Zukunft ihrer Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte”
Kontonummer 300 933 579 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98)

Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.de.

Daniela Zysk

Erlebte ihre ersten Lesbenbabyschritte in der schwäbischen Provinz und war dann später in ihrer Lieblingsstadt Köln in mehreren LGBTIQ Organisationen tätig. Sie ist ein unverbesserlicher Happy-End Freak und findet die Vernetzungsmöglichkeiten dank der Social Networks das Größte seit der Erfindung von kalten koffeinhaltigen Getränken. Ihr Motto lautet „Sapere Aude“ und ihre Grundeinstellung beinhaltet, dass sie die Welt jeden Tag etwas besser machen möchte.

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Ein Kommentar

  1. Morgenrot16. Juli 2012 um 14:24Antworten

    Danke! Da sind mal wieder richtig viele richtig gute Tipps dabei, die ich sonst sicher verpennt hätte :-)

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