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SÜT Köln

Fernsehinfos vom 9. bis 22.6.2018

Von Gastautorin Ingeborg Boxhammer | Am 8. Juni 2018
Kategorien: kulturelle, TV | Mit 0 Kommentaren

Sa, 9.6., ZDFneo 20:15 Uhr:

Jungfrau (40), männlich, sucht …
USA 2005, R; Judd Apatow+

Andy [Steve Carell] hat mit 40 noch keine sexuellen Erfahrungen mit Frauen sammeln können. Seine Umwelt findet das untragbar und setzt ihn unter Druck. Beim Speeddating gerät er an eine „Hardcore-Lesbe“, die mal wieder Männer ausprobieren will. Frauenfeindlich und humorlos.

 

Sa, 9.6., RTL2 23:05:

Panic Room
USA 2002, R: David Fincher

Jahre vor ihrem Coming Out (2013) spielte Jodie Foster die taffe Meg, die sich mit ihrer halbwüchsigen Tochter (Kristen Stewart!) in einem militärisch anmutenden Sicherheitsraum (in the closet???) verschanzt, als Verbrecher in ihre Wohnung eindringen … Kristen Stewart outete sich 2017 als bi.

 

So, 10.6., Tele5  17:40 Uhr:

Manche mögen’s heiß
USA 1959, R: Billy Wilder+

Queerer Klassiker mit Marilyn Monroe, in dem Daphne alias Jack Lemmon sich zunächst immer wieder sagen muss: „Ich bin ein Mädchen, ich bin ein Mädchen, ich bin …“, während er zum Schluss, als ihm Osgood (Joe E. Brown) einen Heiratsantrag macht, von Josefine alias Tony Curtis genötigt wird, erneut die Identität zu wechseln: „Ich bin ein Mann, ich bin ein Mann, ich bin ein Mann…“ Für Osgood ist das einerlei, denn: „Nobody’s Perfect!“

 

So, 10.6., ARD-alpha 19:30 Uhr:

Respekt: Schwul, lesbisch, glücklich – Vielfalt für alle

In der Fernsehreihe „Respekt“ ein Feature über Vorurteile und gesellschaftliches Leben

 

So, 10.6., SWR/SR 00:40 Uhr:

Cloud Atlas
USA/D 2012, R: Tom Tykwer, Lana & Andy Wachowski, Roman: David Mitchell+

Cineastischer Leckerbissen in sechs Erzählsträngen über philosophisch-weltgeschichtliche Zusammenhänge – mit vielen Stars [Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugh Grant, Susan Sarandon, Hugo Weaving u. a.] in immer und immer wieder anderen Rollen: Dabei spielen z. B. Schwarze Weiße oder umgekehrt – und genderübergreifend ist es – vermutlich Dank Lana, ehemals Larry Wachowski – sowieso. Die Story ist an manchen Stellen etwas dünn, aber insgesamt sehenswert, wenn mitunter auch sehr brutal in Szene gesetzt

 

So, 10.6., NDR 00:45 Uhr:

Du kannst anfangen zu beten / Bei Bullen „singen“ Freunde nicht
FRA/ITA 1968, R: Jean Herman*

Zwei ehemalige Söldner [Alain Delon und Charles Bronson] knacken einen Tresor und sehen ihre wachsende Männerfreundschaft durch ein Lesbenpaar gefährdet … hmmm, vielleicht etwas zu frei formuliert?

 

Mi, 13.6., 3sat 12:00 Uhr:

Der Tag wird kommen – Homosexualität im Fußball

Österreich 2018
Reportage über schwule österreichische Fußballspieler

 

Mi, 13.6., arte 20:15 Uhr:

Soul Kitchen
D 2009, R: Fatih Akin+

Ein junger Restaurantchef kämpft um das Fortbestehen seines Lokals; obwohl ihm sowohl deutsche Bürokratie wie auch seine Herkunftsfamilie einen Stein nach dem anderen in den Weg legen. Ein neuer Koch verzaubert die Gäste, sodass sich u. a. auch plötzlich zwei Frauen einander zuzuwenden scheinen … Hochgelobte Gesellschaftskomödie

 

Do, 14.6., WDR 23:25 Uhr:

Vier kriegen ein Kind
D 2014, R: Mathias Steurer*******

Ein lesbisches Paar wünscht sich ein Kind. Steff wird durch eine Samenspende auch schwanger, aber die wurde verwechselt und gehört einem schwulen Paar, das ebenfalls ein Kind möchte. Also müssen sich die Paare irgendwie zusammenraufen. Tun sie auch!

 

Do, 14.6., ZDF 01:00 Uhr:

Zarah – Wilde Jahre
D 2017, R: Richard Huber

ZDF-Serie über Frauen und Feminismus der 1970er Jahre; im Mittelpunkt steht die §218-Aktivistin und Journalistin Zarah Wolf [Claudia Eisinger], die als stellvertretende Chefredakteurin bei einem sexistischen Hochglanzblatt anfängt. Bei ihren taffen Freundinnen regen sich auch lesbische Begierden … Das ZDF wiederholt alle 6 Folgen am Stück.

 

Sa, 16.6., SRF1 22:50 Uhr:

Vier Hochzeiten und ein Todesfall
UK 1994, R: Mike Newell+

Charles [Hugh Grant] verliebt sich in Carrie [talentfreier Hutständer: Andie McDowell], kriegt sie aber erst nach mehreren Hochzeiten und einer Beerdigung. Fiona [charming: Kristin Scott Thomas], eine aus seiner Clique, räumt bei einer Nachfrage ein, sie sei mal 15 Minuten lang „Lesbierin“ gewesen, das würde wohl aber nicht zählen. Über weite Strecken unterhaltsame Heterokomödie

 

Sa, 16.6., ARD 02:45 Uhr:

Tiger & Dragon
HK/China/Taiwan/USA 2000, R: Ang Lee***

Ein heiliges Schwert wird gestohlen. Verschiedene Gruppen sind daran interessiert und versuchen es in ihre Gewalt zu bringen. Eine Kämpferin und ihre Schülerin, die einander sehr zugetan sind, scheinen auf unterschiedlichen Seiten zu stehen. Es gibt prickelnde Spannungen zwischen den Frauen, aber natürlich siegen die heterosexuellen Liebesgeschichten

Mo, 18.6., Kabel 22:25 Uhr:

Romeo Must Die
USA 2000, R: Andrzej Bartkowiak+

Traditionelle Hetero-Action: Ein schwarzes und ein asiatisches Syndikat bekämpfen einander bis aufs Blut. Am Anfang gibt es eine kurze Showeinlage mit sich küssenden Frauen in einem Nachtclub

 

Mo, 18.6., SRF2 23:20 Uhr:

Eyes Wide Shut
UK/USA 1999, R: Stanley Kubrick+

Von seinen Begierden überforderter Ehemann [Tom Scientology-Cruise] sucht Abenteuer ohne seine Frau [Nicole Kidman]) und schleicht sich bei einer obskuren Verbindung ein, bei deren Treffen auch maskierte Frauen intim miteinander tanzen. Intensives, aber unreflektiertes Voyeurismus-Drama

 

Di, 19.6., ServusTV 22:00 Uhr:

Ein mörderischer Sommer
FRA 1983, R: Jean Becker**

Eliane [Isabelle Adjani] will die brutale Vergewaltigung ihrer Mutter rächen. Einer der drei Vergewaltiger muss Elianes Vater sein, aber die Spuren, die sie verfolgt, erweisen sich als falsch und bringen Eliane völlig aus dem Konzept. Ihr zur Seite steht vorübergehend ihre ehemalige Lehrerin, die in sie verliebt ist. Unentschiedener, aber durchaus interessanter Thriller.

 

Do, 21.6., 3sat 22:25 Uhr:

Chloe
USA/Kanada 2009, R: Atom Egoyan******

Klassischer femme-fatale-Thriller: Eine Ehefrau [Julianne Moore] heuert eine Frau [Amanda Seyfried] an, um die Treue ihres Mannes [Liam Neeson] zu kontrollieren, gerät aber selbst in den Begierde-Fokus der Verführerin. US-Remake des Films „Nathalie“ (2003) von Anne Fontaine. Bei Egoyan erscheint der (im Original längst untreue) Ehemann im Verlauf des Films immer unschuldiger …

 

Do, 21.6., 3sat 23:50 Uhr:

5×2 – Fünf mal zwei
FRA 2004, R: François Ozon+

Ozon zeigt fünf verschiedene Stadien der scheiternden Beziehung zwischen Gilles [Stéphane Freiss] und Marion [Valeria Bruni Tedeschi]. Unter anderem treffen sie sich mit einem schwulen Pärchen oder reden über den Kinderwunsch von Lesben. Schwer erträglicher Film.

 

 

Ingeborgs Wertung nach dem Sternchenprinzip 

* * * * * * * * 8 Sterne

Eindeutiger Lesbenfilm, in dem Lesben die Handlung tragen. Ohne sie würde der
Plot im Optimalfall nicht mehr funktionieren. Lesbischsein wird hier nicht in
Frage gestellt und daher auch nicht mehr diskutiert.



* * * * * * * 7 Sterne

Es geht überwiegend um Lesben. Sie werden von der Filmlogik nicht in Frage
gestellt, sondern erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb der Handlung.



* * * * * * 6 Sterne

Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit Lesben vorhanden, wird behandelt und ist unübersehbar!



* * * * * 5 Sterne

Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst;
die Regie wagte sich vielleicht nicht explizit an das Thema heran oder wollte es
nur ausschlachten.



* * * * 4 Sterne

(Nebenrollen-) Lesben werden eindeutig als solche dargestellt und sind über
einige Sequenzen des Films präsent; kurze Affären fallen auch in diese
Kategorie!



* * * 3 Sterne

Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die aber nicht verfolgt werden und im Hintergrund fungieren!



* * 2 Sterne

Zwischendurch taucht mal eine Lesbe auf, oder wird erwähnt oder gezeigt, mal ein
Kuss, mal ein tiefer Blick und entsprechender Kommentar oder eine eindeutige
Anmache …

* 1 Stern

So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!



+Zeichen

Hier handelt es sich lediglich um (umstrittene) Andeutungen und/oder Zwischentöne. Transgender-Darstellungen oder Hosenrollen fallen mitunter auch in diese Kategorie.


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