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Fernsehinfos vom 27.10. bis 9.11.2018

Von Gastautorin Ingeborg Boxhammer | Am 26. Oktober 2018
Kategorien: kulturelle, TV | Mit 0 Kommentaren

Es kommen ein paar interessante Filme im Fernsehen, die sich aber nur sehr schwer queer-lesbischen Kriterien zuordnen lassen. Deshalb möchte ich vorab darauf hinweisen, und zwar auf:

Sa, 3.11., 3sat 21:45 Uhr:
Die Freiheitskämpfe der Frauen – 100 Jahre Frauenwahlrecht
Fast passend zum Jahrestag der Entscheidung für das Frauenwahlrecht am 12. November 1918 fragt eine Reportage nach, was seitdem erreicht wurde - und was immer noch offenbar undenkbar scheint

Mi, 7.11., 3sat 20:15 Uhr:
Clara Immerwahr
D 2014, R: Harald Sicheritz
Nein, nicht neu, nur eine Wiederaufführung, aber in meinen Augen einer der besten Spielfilme über Frauengeschichte sowie Frauenkämpfe und leider auch über mögliches Scheitern angesichts von macht-, kriegs- und profitgeilen (männlichen) Widersachern. Der Film seziert die Geschichte der Chemikerin Clara Immerwahr (1870-1915) und den Erfolg des “Vaters des Gaskriegs”, Fritz Haber (1868-1934). Sehr sehenswert!

Nun zu den anderen Fernsehinfos:

Sa, 27.10., RTL2 10:25 Uhr:

Natürlich blond!
USA 2001, R: Robert Luketic*
Elle [Reese Witherspoon] ist der Inbegriff einer oberflächlichen Ami-Tussi: blond, doof und naiv. Um ihren Geliebten zu betören, der auf gebildete Frauen zu stehen scheint, studiert sie Jura und zeigt allen, wo der Hammer hängt. Beim Studium lernt sie eine lesbische Aktivistin kennen, die aber dann wohl der Schere zum Opfer gefallen ist, denn ab Mitte des Films taucht sie kaum mehr auf

Sa, 27.10., ARD 12:55 Uhr:

Winnetous Weiber
D 2014, R: Dirk Regel**
Zu Pferd besuchen fünf unterschiedliche Frauen die Drehorte der Karl-May-Filme der sechziger Jahre. Unterwegs sind aber vor allem die persönlichen Probleme der Beteiligten Thema. So geraten Gabriele/Gabi (Floriane Daniel) und Maren (Nina Kronjäger) mehrmals miteinander in Streit, denn Gabi ist nicht nur erfolgreiche Unternehmerin, sondern auch in sie verliebt. Maren Kroymann ist auch mit dabei – als schnöselige Hetenwitwe!

Sa, 27.10., NDR 20:15 Uhr:

Verliebt in Amsterdam
D 2017, R: Florian Froschmeyer***
Deutscher Karrierist verliebt sich in Amsterdamerin, die mit Eltern, Schwestern und deren lesbischer Geliebter auf einem Hausboot lebt

Sa, 27.10., ORF2 20:15 Uhr:

Donna Leon – Venezianisches Finale
D 2003, R: Sigi Rothemund, Krimi: Donna Leon*****
Commissario Brunetti [Uwe Kokisch] geht der Ermordung eines homophoben Dirigenten nach und verdächtigt u. a. die lesbische Opernsängerin Flavia Petrelli [Leslie Malton], die mit ihrer Agentin Brett Lynch [Gesine Cukrowski) zusammenlebt. Naja …

So, 28.10., RTL2 20:15 Uhr:

Die Hochzeits-Crasher
USA 2005, R: David Dobkin+
Zwei junge Männer [Vince Vaughn und Owen Wilson] mischen sich wahllos unter Hochzeitsgesellschaften, um dort diverse sexuelle Abenteuer zu erleben. In diesem Zoten-Quark werden einige Witze auf Kosten von Lesben gemacht.

So, 28.10., ZDFneo 21:45 Uhr:

Die Tote aus der Schlucht
D 2014, R: Christian Thede******
Die lesbische Münchner Kommissarin Susanne Landauer (Rosalie Thomass) entdeckt bei Ermittlungen in ihrem Heimatort die Leiche ihrer bis dahin unbekannten leiblichen Mutter und versucht, gegen die Abwehr des ganzen bayrischen Dorfes ihre Geschichte zu recherchieren. Ihre lesbische Lebensweise ist dabei erfrischenderweise kein Thema!

So, 28.10., SRF2 21:55 Uhr:

R.E.D. – Älter, härter, besser
USA 2010, R: Robert Schwentke+
Ironisch gemeinter Agenten-Thriller mit RentnerInnengang: Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman legen den Bösewichtern das Handwerk und retten auch noch Mary-Louise Parker, die zwischendurch fälschlicherweise für lesbisch gehalten wird. Streckenweise unterhaltsam – Helen Mirren allemal!

Di, 30.10., WDR 07:35 Uhr:

¡Pregunta ya! Amor – Planet Schule
Lernsendung über Spanien und Liebe, u. a. stellt Moderatorin Tika Lahne die Frage, wie sich Schwule oder Lesben in Spanien fühlen

Di, 30.10., RTLnitro 22:20 Uhr:

Max Payne
USA/Kanada 2008, R: John Moore+ (Ein Cop [Mark Wahlberg] sucht den Mörder seiner Familie und gerät zwischendurch mal an eine bisexuelle Russin [Olga Kurylenko]. Wirre Rache-Action, mit einem Lesbenkuss garniert.

Mi, 31.10., HR 12:50 Uhr:

Mein Sohn Helen
D 2015; R: Gregor Schnitzler (Ein Vater [Heino Ferch] tut sich schwer damit, dass sein vermeintlicher Sohn [Jannik Schümann] plötzlich als Frau aus einem Auslandsaufenthalt zurückkehrt … Zu viel Ferch und zu wenig Trans* …

Mi, 31.10., WDR 21:00 Uhr:

Könnes kämpft: Wenn Geld Herz frisst – von Spendenbetrug, Versicherungsärger und Haustürgeschäften
D 2018
Reportage-Doku über Ärger mit verschiedenen, scheinbar sozialen Unternehmen, die sich zum Betrug anbieten; u. a. wird eine Trans*Person porträtiert, der die Krankenkassen-Bürokratie Steine in den Weg legt

Do, 1.11., BR 23:45 Uhr:

The Girl King
FINN/D/CDN/SCHWED/FRA 2015, R: Mika Kaurismäki*******
Sehenswertes biografisches Drama über die schwedische Königin Kristina (1626-1689): Die Thronfolgerin Kristina [Malin Buska] wird nach dem Tod ihres Vaters, Gustav Adolf, 1632 zur Königin Schwedens. Die unangepasste Herrscherin verliebt sich in eine ihrer Zofen [Sarah Gadon], Ebba Sparre (1629-1662), und macht sie zu ihrer Geliebten.

Sa, 3.11., 3sat 17:20 Uhr:

Das Wirtshaus im Spessart
BRD 1957, R: Kurt Hoffmann+
Komtess Franziska [Liselotte Pulver] schlägt sich nach ihrer Geiselnahme auf die Seite der Spessart-Räuber und mischt sich in Männerkleidern unter die illustre Schar um den Räuberhauptmann [Carlos Thompson]. Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral

Sa, 3.11., NDR 20:15 Uhr:

Vier kriegen ein Kind
D 2014, R: Mathias Steurer*******
Ein lesbisches Paar wünscht sich ein Kind. Steff wird durch eine Samenspende auch schwanger, aber die wurde verwechselt und gehört einem schwulen Paar, das ebenfalls ein Kind möchte. Also müssen sich die Paare irgendwie zusammenraufen. Tun sie auch!

Sa, 3.11., ORF1 01:15 Uhr:

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt
USA/SINGA/MALAY/INDON 2012, R: Lorene Scafaria*
Steve Carell und Keira Knightley als zwei, die sich angesichts des Weltuntergangs finden. Es gibt einen Kuss mit einer Kellnerin. Punkt.

Sa, 3.11., arte 01:45 Uhr:

Weil ich bin wer ich bin – Kunst und Homosexualität
D 2015, R: Nils Bökamp, Benjamin Cantu
Die Doku geht der Frage nach, wie sich Kunst mit Homophobie auseinandersetzt, u. a. mit der südafrikanischen Tänzerin Mamela Nyamza, die zusammen mit der Theatermacherin Mojisola Adebayo die Geschichten lesbischer Frauen erzählt, die “korrigierende“ Vergewaltigungen fürchten müssen.

So, 4.11., SWR/SR 23:35 Uhr:

Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel
USA 2016, R: Garry Marshall
Verschiedene, miteinander lose verwobene Episoden zentrieren sich auf romantisch-komödiantische Ereignisse am und zum Muttertag – US-amerikanischer Diktion. Übliche Verwicklungen und Witzchen halt …

Mi, 7.11., ARD 20:15 Uhr:

Unser Kind
D 2018, R: Nana Neul******** Was passiert, wenn in einem lesbischen Ehebund die leibliche Mutter des gemeinsamen Kindes stirbt? Dann könnte der Samenspender vor der Witwe Anspruch auf das Sorgerecht erheben … Tja, so viel zur scheinbar vollzogenen Gleichstellung … Lesben-Drama um Ehe und Familie

Do, 8.11., ORF1 20:15 Uhr:

Mr. and Mrs. Smith
USA 2005, R: Doug Liman+
Killerpaar [Brad Pitt und Angelina Jolie], das jeweils nichts vom Beruf der Partnerin/des Partners weiß, wird dummerweise mit jeweils einem Mordauftrag gegeneinander aufgehetzt; frech-blutige Action, bei der eine lesbische Computer-Expertin einen Kurzauftritt hat

Do, 8.11., WDR 23:25 Uhr:

Löwenkäfig
ARG/SÜDKOREA/BRAS 2008, R: Pablo Trapero****
Die schwangere Julia [Martina Gusman] wird wegen Mordes an ihren Mitbewohnern verurteilt, kann sich jedoch an nichts erinnern. Im Gefängnis bringt sie bald ein Kind zur Welt und nimmt, nach massiver Abwehr, nicht nur die Hilfe, sondern auch die Zuwendung einer Mitinsassin an, die ihr letztendlich auch zur Flucht verhilft.

Do, 8.11., ARD 23:30 Uhr:

Kroymann
D 2018
weitere Folge mit Sketchen von und mit Maren Kroymann. Ihr zur Seite stehen Annette Frier, Jasmin Gerat und Michaela May

Do, 8.11., arte 00:05 Uhr:

Diebe der Nacht
FRA 1996, R: André Techiné*****
Die Professorin Marie [Catherine Deneuve] ist unglücklich in die junge Juliette [Laurence Cote] verliebt, die gleichzeitig ein Verhältnis mit einem Polizisten [Daniel Auteuil] und einem Kleinganoven hat. Marie verkraftet ihre obsessive Liebe nicht – - – und der Zuschauerin fällt das Ganze auch sehr schwer! Abtörnend.

 

Ingeborgs Wertung nach dem Sternchenprinzip 

* * * * * * * * 8 Sterne

Eindeutiger Lesbenfilm, in dem Lesben die Handlung tragen. Ohne sie würde der
Plot im Optimalfall nicht mehr funktionieren. Lesbischsein wird hier nicht in
Frage gestellt und daher auch nicht mehr diskutiert.



* * * * * * * 7 Sterne

Es geht überwiegend um Lesben. Sie werden von der Filmlogik nicht in Frage
gestellt, sondern erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb der Handlung.



* * * * * * 6 Sterne

Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit Lesben vorhanden, wird behandelt und ist unübersehbar!



* * * * * 5 Sterne

Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst;
die Regie wagte sich vielleicht nicht explizit an das Thema heran oder wollte es
nur ausschlachten.



* * * * 4 Sterne

(Nebenrollen-) Lesben werden eindeutig als solche dargestellt und sind über
einige Sequenzen des Films präsent; kurze Affären fallen auch in diese
Kategorie!



* * * 3 Sterne

Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die aber nicht verfolgt werden und im Hintergrund fungieren!



* * 2 Sterne

Zwischendurch taucht mal eine Lesbe auf, oder wird erwähnt oder gezeigt, mal ein
Kuss, mal ein tiefer Blick und entsprechender Kommentar oder eine eindeutige
Anmache …

* 1 Stern

So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!



+Zeichen

Hier handelt es sich lediglich um (umstrittene) Andeutungen und/oder Zwischentöne. Transgender-Darstellungen oder Hosenrollen fallen mitunter auch in diese Kategorie.


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