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SÜT Köln

Fernsehinfos vom 15. bis 28.9.2018

Von Gastautorin Ingeborg Boxhammer | Am 15. September 2018
Kategorien: kulturelle, TV | Mit 0 Kommentaren

Sa, 15.9., ORF1 22:10 Uhr:

R.E.D. – Älter, härter, besser
USA 2010, R: Robert Schwentke+

Ironisch gemeinter Agenten-Thriller mit RentnerInnengang: Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman legen den Bösewichtern das Handwerk und retten auch noch Mary-Louise Parker, die zwischendurch fälschlicherweise für lesbisch gehalten wird. Streckenweise unterhaltsam – Helen Mirren allemal!

 

So, 16.9., ARD 17:30 Uhr:

Echtes Leben: Ehe für alle – alles erreicht?
D 2018

Reportage als Realitätscheck nach der Bundestagsentscheidung für die sogenannte Homo-Ehe 2017; im Bereich des Sorgerechts hingegen gibt es auch juristisch noch keine Gleichstellung

 

So, 16.9., Sat1 20:15 Uhr:

Taffe Mädels
USA 2013, R: Paul Feig*

Zwei völlig unterschiedliche Polizistinnen [Sandra Bullock und Melissa McCarthy] müssen gezwungenermaßen zusammenarbeiten, obwohl sie nicht viel voneinander halten. Grundlage ist die einer romantischen Screwball-Comedy – ach, und was hätte daraus werden können … Nope, Klischees pur – wie gehabt!

 

So, 16.9., RIC 20:15 Uhr:

Albert Nobbs
UK/USA/Irland/FRA 2012, R: Rodrigo García****

Eine Frau [superb: Glenn Close] arbeitet um 1900 als männlicher Hausdiener Albert Nobbs in der vornehmen Dubliner Gesellschaft und fürchtet, dass ein Maler [Janet McTeer], der vorübergehend in seiner Kammer übernachten soll, sein Geheimnis verraten könnte. Grandios gespielt, bewegend und in jeder Hinsicht sehenswert!

 

So, 16.9., ZDFneo 21:45 Uhr:

Zarah – Wilde Jahre
D 2017, R: Richard Huber

ZDF-Serie über Frauen und Feminismus der 1970er Jahre; im Mittelpunkt steht die §218-Aktivistin und Journalistin Zarah Wolf [Claudia Eisinger], die als stellvertretende Chefredakteurin bei einem sexistischen Hochglanzblatt anfängt. Bei ihren taffen Freundinnen regen sich auch lesbische Begierden …5. + 6. Teil

 

So, 16.9., arte 22:00 Uhr:

Ein Abend mit Romy

Alice Schwarzer traf Romy Schneider 1976 für ein Interview: Anlässlich des 80. Geburtstages der 1982 verstorbenen Schauspielerin präsentiert arte Ausschnitte der Tonbandaufzeichnungen

 

Mo, 17.9., NDR 23:15 Uhr / Fr, 21.9., BR 23:50 Uhr:

Die Bankiersfrau
FRA 1980, R: Francis Girod****

Die Elsässerin Emma Eckhert [Romy Schneider] schlägt sich in jungen Jahren als Gaunerin durchs Leben. Ihr zur Seite stand ihre Geliebte, die reich heiratete und Emma mit dem Geld ihres Mannes versorgte. Emma jedoch gründet in den 1920er Jahren mit dem Geld eine eigene Bank, verlässt ihre Geliebte und wendet sich den Bankgeschäften sowie den Männern zu. Nachempfunden ist diese Geschichte der Anlagebetrügerin Martha Hanau (1886-1935), die sich im Gefängnis das Leben nahm.

 

Di, 18.9., SuperRTL 20:15 Uhr:

Von Frau zu Frau
USA 2006, R: Michael Lehmann+

Gluckenhafte Mutter [Diane Keaton] mischt sich ins Privatleben ihrer Töchter ein. Widerliche und nervige Wir-halten-am-Frauenbild-der-fünfziger-Jahre-fest-Komödie! Einziger Lichtblick: Traumtyp macht Milly bei Kochkurs im Altenheim sein öffentliches Liebesgeständnis. Das wird nicht nur von den älteren Heteras und Heteros zu einer stürmischen gegenseitigen Umarmung genutzt, sondern auch von zwei älteren Frauen!

 

Mi, 19.9., arte 20:15 Uhr:

Das Leben gehört uns
FRA 2012, R: Valérie Donzelli**

Familiendrama um ein Liebespaar, Roméo und Julia, und sein krebskrankes Kind; die Mutter von Roméo lebt lesbisch

 

Do, 20.9., DisneyChannel 20:15 Uhr:

Der Club der Teufelinnen
USA 1995, R: Hugh Wilson***

Drei ehemalige Freundinnen [„Teile von ihr werden 50“-Goldie Hawn, Bette Midler und Diane Keaton] rächen sich ausgiebig an ihren untreuen Ehemännern und werden tatkräftig von der lesbischen Tochter unterstützt. Sehr witzige Komödie, die vom Image der Hauptdarstellerinnen lebt!

 

Fr, 21.9., NDR 22:00 Uhr:

NDR Talk Show
827. Ausgabe, D 2018

Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt begrüßen in ihrer Show u.  a. Maren Kroymann, die im Frühjahr den Grimme-Preis Unterhaltung für ihre Serie „Kroymann“ erhalten hat

Sa, 22.9., 3sat 11:30 Uhr:

Gustav Adolfs Page
Österreich/BRD 1960, R: Rolf Hansen*

Gustl [Liselotte Pulver] tritt als Page verkleidet in den Dienst des schwedischen Königs Gustav [Curd Jürgens]. Im Lager der Soldaten flirtet Ellen Schwiers (!) als Prostituierte mit ihr … Anders als in der Vorlage von C. F. Meyer (1882) erfährt Gustav hier von der Maskerade seines Pagen … Literaturdrama

 

Sa, 22.9., ServusTV 20:15 Uhr:

Mädchen in Uniform
BRD 1958,R: Géza von Radvany*******

Lesbenfilmklassiker: Die zweite deutschsprachige Verfilmung von Christa Winsloes Theaterstück „Gestern und heute“: Um 1900 kommt die junge Manuela von Meinhardis [Romy Schneider] in ein strenges preußisches Internat, dem eine unerbittliche Oberin [Therese Giehse!] vorsteht. Manuela verguckt sich prompt in die einzig warmherzige Lehrerin, Fräulein von Bernburg [Lilli Palmer]. Immer wieder schön …

 

Sa, 22.9., SuperRTL 20:15 Uhr:

Coyote Ugly
USA 2000, R: David McNall+

„Ugly“ ist hier vor allem die ausbeuterische Story: Piper Perabo macht Karriere, indem sie halbnackt auf der Theke tanzt und von einer Kollegin wird sie mal kurz für lesbisch gehalten– verlogene Hetenkomödie

So, 23.9., SIXX 20:15 Uhr:

Black Swan
USA 2010, R: Darren Aronofsky**

Als Balletttänzerin Nina [Nathalie Portman] den schwarzen Schwan in Tschaikowskys „Schwanensee“ tanzen darf, kämpft sie verbissen gegen die Vermischung von Realität, Tanz sowie ihren Ängsten und Wünschen. Ihre dominante Mutter [Barbara Hershey] ist dabei überhaupt keine Hilfe. Beklemmender Psychothriller, der uns spüren lässt, wie nah wir dem Psychohorror selbst sind, auch wenn wir uns jenseits der Leinwand/des Bildschirms befinden. Sehr sehenswert, aber nichts für schwache Nerven!

 

So, 23.9., ORF2 20:15 Uhr:

Rosamunde Pilcher: Der Doktor & drei Frauen
D/UK 2016, R: Stefan Bartmann***

Haarsträubend naiv-dümmliche Geschichte über ein idyllisches britisches Dörflein, das mit einem bigamistischen Doktor und einer lesbischen Tratschtante umgehen muss. Trööööt.

 

Mo, 24.9., arte 23:55 Uhr: R A R I T Ä T !

Der Geiger von Florenz
D 1925/26, R: Paul Czinner*

Renée [Elisabeth Bergner] türmt aus einem Internat, legt Jungssachen an und wird als vermeintlich vagabundierender Geiger auf der Landstraße von einem Maler [Walter Rilla] und seiner Schwester [Grete Mosheim] umworben.

 

Mi, 26.9., ORF 2 00:20 Uhr:

Die Frauen von Stepford
USA 2004, R: Frank Oz+

Eine gestresste Moderatorin [Nicole Kidman], die in ihren Sendungen auch schon mal sensationslüstern nach Lesben fragt, zieht mit ihrem Mann [Matthew Broderick] in das kleine Stepford, wo alle Frauen widerspruchslos ihren Männern gehorsam sind … Zahme oder eher zickige Neuverfilmung des Science Fiction-Klassikers von Ira Levin.

 

Do, 27.9., DisneyChannel 20:15 Uhr:

Weil es dich gibt
USA 2001, R: Peter Chelsom*

Eine dieser mittelmäßigen absehbaren Hetero-Liebeskomödien, in denen die DarstellerInnen der Hauptfiguren [hier Kate Beckinsale und John Cusack] austauschbar sind. Beste Freundin der Hete ist mal wieder ne Lesbe …

 

Fr, 28.9., Tele5 00:20 Uhr:

Shortbus
USA 2006, R: John Cameron Mitchell**

Eine Paartherapeutin gesteht einem Schwulenpaar, dass sie noch nie einen Orgasmus erlebt hat. Die beiden Schwulen bringen sie in den New Yorker Club „Shortbus“, wo sie es mit Frauen wie Männer versucht … Ironisch und witzig; besonders die Pointe zum dann doch noch erlebten Orgasmus

 

 

 

Ingeborgs Wertung nach dem Sternchenprinzip 

* * * * * * * * 8 Sterne

Eindeutiger Lesbenfilm, in dem Lesben die Handlung tragen. Ohne sie würde der
Plot im Optimalfall nicht mehr funktionieren. Lesbischsein wird hier nicht in
Frage gestellt und daher auch nicht mehr diskutiert.



* * * * * * * 7 Sterne

Es geht überwiegend um Lesben. Sie werden von der Filmlogik nicht in Frage
gestellt, sondern erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb der Handlung.



* * * * * * 6 Sterne

Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit Lesben vorhanden, wird behandelt und ist unübersehbar!



* * * * * 5 Sterne

Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst;
die Regie wagte sich vielleicht nicht explizit an das Thema heran oder wollte es
nur ausschlachten.



* * * * 4 Sterne

(Nebenrollen-) Lesben werden eindeutig als solche dargestellt und sind über
einige Sequenzen des Films präsent; kurze Affären fallen auch in diese
Kategorie!



* * * 3 Sterne

Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die aber nicht verfolgt werden und im Hintergrund fungieren!



* * 2 Sterne

Zwischendurch taucht mal eine Lesbe auf, oder wird erwähnt oder gezeigt, mal ein
Kuss, mal ein tiefer Blick und entsprechender Kommentar oder eine eindeutige
Anmache …

* 1 Stern

So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!



+Zeichen

Hier handelt es sich lediglich um (umstrittene) Andeutungen und/oder Zwischentöne. Transgender-Darstellungen oder Hosenrollen fallen mitunter auch in diese Kategorie.


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