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SÜT Köln

Fernsehinfos vom 31.3. bis 13.4. 2018

Von Ulrike Anhamm | Am 26. März 2018
Kategorien: Allgemein, kulturelle, TV | Mit 0 Kommentaren

Außer den Fernsehinfos hat Ingeborg Boxhammer noch einen guten Radiotipp parat:

Am 30. März um 18.05 Uhr und 22.05 Uhr sendet der Westdeutsche Rundfunk, WDR5, in der jeweils 20 Minuten langen Serie “Erlebte Geschichte” ein letztes Interview mit Verena Stefan (1947-2017), der Autorin von ”Häutungen” (1975). Redaktion Mark vom Hofe, Interview Monika Mengel.

Sa, 31.3., RBB 10:40 Uhr:

Das Wirtshaus im Spessart
BRD 1957, R: Kurt Hoffmann+

Komtess Franziska [Liselotte Pulver] schlägt sich nach ihrer Geiselnahme auf die Seite der Spessart-Räuber und mischt sich in Männerkleidern unter die illustre Schar um den Räuberhauptmann [Carlos Thompson]. Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral

So, 1.4., ONE 14:10 Uhr/3sat 22:05 Uhr/SWR/SR 00:40 Uhr:

Tod auf dem Nil
UK 1977, R: John Guillermin+

Hercule Porree — pardonnez-moi, Poirot! [Peter Ustinov] ermittelt auf einem Nildampfer, auf dem ein Mord verübt wurde. Dabei beobachtet er auch die Witwe Mrs. Van Schuyler [Bette Davis] und die ihr in einer Art Hassliebe verbundene Gesellschafterin (?!) Miss Bowers [Maggie Smith] …

 

So, 1.4., 3sat 20:15 Uhr:

Frühstück bei Tiffany
USA 1961, R: Blake Edwards+

Die Romanverfilmung nach Truman Capote rückt die gerade den Kinderschuhen entwachsene Lebedame Holly Golightly [Audrey Hepburn], die sich erst am Schluss für den armen Lebemann Paul [George Peppard] entscheidet, ins Zentrum der Geschichte des US-amerikanischen Jet-Sets der vierziger Jahre. Im Roman geht Holly nach Brasilien und verschwindet aus Pauls Leben. Ihre New Yorker Zeit wird aus seiner Erinnerung geschildert und ihm berichtet sie des Öfteren von lesbischen Frauen in ihrem Umfeld; es klingt, als hätte sie auch eigene Erfahrungen gesammelt. Aber das alles hat Blake Edwards einfach ignoriert!

 

So, 1.4., Disney 20:15 Uhr:

Mary Poppins
USA 1964, R: Robert Stevenson, Vorlage: P. L. Travers +

Nee, da ist nicht wirklich was Lesbisches drin: Aber die Autorin, P. L. Travers (1899-1996), hat offenbar mindestens bisexuell gelebt. Dies wurde in Berichten anlässlich des Hollywoodfilms „Saving Mr. Banks“ über den Dreh von „Mary Poppins“ zwar verschwiegen, aber von der lesbisch-schwulen Community an die Öffentlichkeit gebracht. – Außerdem ist Mrs. Banks (auch) im Film eine Suffragette! – Chim chim-cheree …

So, 1.4., NDR 23:50 Uhr:

Die Spionin
D/Österreich/Ungarn 2012, R: Miguel Alexandre**

Das Spioninnendrama orientiert sich lose an der um 1940 wirkenden deutsch-englischen Doppelagentin Vera von Schalburg (1912-unbekannt). Im Film kommt Vera von Schalburg (Valerie Niehaus) zwischenzeitlich bei einer Gräfin (Katerina Medvedeva) unter, die ihr nachstellt

Mo, 2.4, ARD 23:25 Uhr:

Donna Leon – Venezianisches Finale
D 2003, R: Sigi Rothemund, Krimi: Donna Leon*****

Commissario Brunetti [Uwe Kokisch] geht der Ermordung eines homophoben Dirigenten nach und verdächtigt u. a. die lesbische Opernsängerin Flavia Petrelli [Leslie Malton], die mit ihrer Agentin Brett Lynch [Gesine Cukrowski) zusammenlebt. Naja …

Do, 5.4., arte 13:45 Uhr:

Indochine
FRA 1992, R: Régis Wargnier+

Catherine Deneuve als Plantagenbesitzerin im Indochina der dreißiger Jahre: Sie tanzt einen zweideutigen Tanz mit ihrer Adoptivtochter – aber für beide stehen Männer im Fokus des Begehrens; historisierendes Drama

Fr, 6.4., Tele5 22:55 Uhr:

Tank Girl
USA 1995, R: Rachel Talalay*

Tank Girl [Lori Petti] kämpft im Jahr 2033 gegen einen mächtigen Wasserkonzern, dessen Chef [Malcom McDowell] auf der verwüsteten und ausgetrockneten Erde sein Unwesen treibt. Sie beschützt Jet Girl [Naomi Watts], indem sie sie als ihre Geliebte ausgibt. Überwiegend spaßig, aber mit Längen inszeniert

Sa, 7.4., ORF1 20:15 Uhr:

Ziemlich beste Freunde
Frankreich 2011, R: Olivier Nakache, Eric Toledano*

Der gelähmte Philippe [François Cluzet] freundet sich mit seinem neuen Assistenten, dem Senegalesen Drisse [Omar Sy] an. Philippes Sekretärin Magalie [Audrey Fleurot] lebt lesbisch. – Warum aus dem Assistenten, der ein Algerier war, ein Senegalese werden musste, lässt sich in der vom Kinopublikum innig geliebten Verfilmung auf den ersten Blick nicht erkennen …

Sa, 7.4., ServusTV 20:15 Uhr:

Swing Vote – Die beste Wahl
USA 2008, R: Joshua Michael Stern*

Politische Farce über die Bemühungen der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten, einen Wechselwähler [Kevin Costner] für sich zu gewinnen.: Da er scheinbar nix gegen Homosexuelle hat, stürzen sich die Medien auf dieses Thema und befürworten die „Homoehe“, für die sogar ein Spot inszeniert wird

Sa, 7.4., RTL2 20:15 Uhr:

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
USA/Kanada/UK 2010, R: Edgar Wright*

Kriegerische Fantasyromanze: Scott muss die Ex-Lover seiner Angebeteten besiegen, darunter auch eine Lesbe …

So, 8.4., RIC 20:15 Uhr:

Albert Nobbs
UK/USA/Irland/FRA 2012, R: Rodrigo García****

Eine Frau [superb: Glenn Close] arbeitet um 1900 als männlicher Hausdiener Albert Nobbs in der vornehmen Dubliner Gesellschaft und fürchtet, dass ein Maler [Janet McTeer], der vorübergehend in seiner Kammer übernachten soll, sein Geheimnis verraten könnte. Grandios gespielt, bewegend und in jeder Hinsicht sehenswert!

So, 8.4., RTL2 03:35 Uhr:

American Pie präsentiert: Das Buch der Liebe
USA 2009, R: John Putch+

Im siebten Teil des unsäglichen Adoleszenz-Klamauks (der von Erwachsenen gespielt wird) finden drei Jungmänner eine zerfledderte Bibel, die ihnen aufzutragen scheint, ihre „Jungfräulichkeit“ zu verlieren. Dabei küssen drei blonde Frauen einander. – Schnarch …

 

Di, 10.4., Tele5 00:40 Uhr:

Auge in Auge – Eine deutsche Filmgeschichte
D 2008, R: Michael Alten, Hans Helmut Prinzler

Männerlastiges Porträt deutscher Filmgeschichte: Anhand von persönlichen Erinnerungen von Filmschaffenden (Caroline Link und Doris Dörrie repräsentieren die Frauen) werden einzelne Filme in unterschiedlicher Qualität vorgestellt. Am gewinnbringendsten sind die Zusammenschnitte z. B. von Kussszenen (auch „Mädchen in Uniform“, “Aimée & Jaguar“) und pointierte Eindrücke, die in Ausschnitten nachzuvollziehen sind

 

Di, 10.4., arte 02:00 Uhr:

Sex & Music: Neue Formen des Begehrens
Frankreich 2014, R: Chloé Mahieu, Lila Pinell

Reportage über die Musikszenen der vergangenen 50 Jahre, die Gender-Identiäten und Rollenbilder beeinflusst haben. Wie wurde die Homosexualität von Little Richard aufgenommen, wie der geschminkte David Bowie, wie Suzi Quatro?

Mi, 11.4., arte 20:15 Uhr:

Embrace
Australien 2015, R: Taryn Brumfitt

Filmisches Plädoyer gegen mediale Schönheitsoperationen und -ideale; dabei fragt sie die unterschiedlichsten Frauen, warum sie ihren eigenen Körper hassen

Mi, 11.4., 3sat 22:35 Uhr:

Die fetten Jahre sind vorbei
D 2004, R: Hans Weingartner+

Drei Möchtegern-Anarchist_innen kidnappen den Alt-68er, inzwischen vermögenden Hardenberg (Burghart Klaußner), der ihnen u. a. von freier Liebe in der WG erzählt, bei der seine Frau auch lesbische Erfahrungen sammelte

Fr, 13.04., WDR 07:20 Uhr:

Ich und die anderen. Lesbisch. Schwul. Jung
D 2016

Jugendmagazin zur Unterstützung junger Menschen, die im Selbstfindungsprozess mit sich hadern und auch mit Anfeindungen von außen umgehen müssen

 

Ingeborgs Wertung nach dem Sternchenprinzip 

* * * * * * * * 8 Sterne

Eindeutiger Lesbenfilm, in dem Lesben die Handlung tragen. Ohne sie würde der
Plot im Optimalfall nicht mehr funktionieren. Lesbischsein wird hier nicht in
Frage gestellt und daher auch nicht mehr diskutiert.



* * * * * * * 7 Sterne

Es geht überwiegend um Lesben. Sie werden von der Filmlogik nicht in Frage
gestellt, sondern erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb der Handlung.



* * * * * * 6 Sterne

Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit Lesben vorhanden, wird behandelt und ist unübersehbar!



* * * * * 5 Sterne

Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst;
die Regie wagte sich vielleicht nicht explizit an das Thema heran oder wollte es
nur ausschlachten.



* * * * 4 Sterne

(Nebenrollen-) Lesben werden eindeutig als solche dargestellt und sind über
einige Sequenzen des Films präsent; kurze Affären fallen auch in diese
Kategorie!



* * * 3 Sterne

Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die aber nicht verfolgt werden und im Hintergrund fungieren!



* * 2 Sterne

Zwischendurch taucht mal eine Lesbe auf, oder wird erwähnt oder gezeigt, mal ein
Kuss, mal ein tiefer Blick und entsprechender Kommentar oder eine eindeutige
Anmache …

* 1 Stern

So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!



+Zeichen

Hier handelt es sich lediglich um (umstrittene) Andeutungen und/oder Zwischentöne. Transgender-Darstellungen oder Hosenrollen fallen mitunter auch in diese Kategorie.


Wenn ihr die Arbeit von Ingeborg Boxhammer unterstützen wollt, dann könnt ihr für www.lesbengeschichte.de spenden und damit die Zukunft ihrer Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte”
Kontonummer 300 933 579 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98) Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.de.

Ulrike Anhamm

gründete das legendäre ‘Lesbenmagazin “Lespress”, das seit 1995 über zehn Jahre das lesbische Leben in Deutschland prägte. Die Phenomenelle-Idee gefiel ihr so gut, dass sie sofort zur Unterstützerin wurde.

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